Kinder in Emden  Was der neue alte Spielplatz so alles kann

Stephanie Schuurman
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Von Stephanie Schuurman
| 04.05.2024 07:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Alle aufs Schiff: Politik, Verwaltung und die Kinder der Kita St. Michael feiern den neuen Spielplatz. Foto: Schuurman
Alle aufs Schiff: Politik, Verwaltung und die Kinder der Kita St. Michael feiern den neuen Spielplatz. Foto: Schuurman
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Der Spielplatz am Emder Stephansplatz ist generalüberholt – und mit ihm gleich die gesamte Anlage. Das freut nicht nur die Kinder.

Emden - Bauzaun weg und losgespielt: Noch bevor der Oberbürgermeister am Freitagnachmittag ein paar Worte zur feierlichen Wiedereröffnung des Spielplatzes auf dem Stephansplatz sprechen konnte, hatten sich die Kinder ihren Platz längst zurückerobert. Kein Wunder, kann er doch richtig was - oder wie Tim Kruithoff dann doch noch sagte: „Er ist richtig, richtig schön geworden.“

Die Anlage ist zwar keine neue, aber doch mehr als nur generalüberholt. Sämtliche Spielgeräte sind gegen neue getauscht und es kamen noch einige dazu. Etwa die beiden Rutschen oder eine Schaukel, für die das Geld vor 14 Jahren nicht reichte, als der Abenteuerspielplatz entstand. Schaukeln, wippen auf einer neuen Schiffwippe, klettern, balancieren und nicht zuletzt richtig schön mit Wasser herummatschen - das alles geht auf diesem Spielplatz. „Der erste Wasserspielplatz Emdens“, wie Stadtplaner Johannes Amman betonte.

Das geht immer: Wasserspiele und Sandmatschen. Foto: Schuurman
Das geht immer: Wasserspiele und Sandmatschen. Foto: Schuurman

Osterpiepe historisch aufgepeppt

Er hatte schon den ersten Wurf der Anlage geplant und setzte jetzt auch noch die Erneuerung um. Dabei ist das Grundkonzept geblieben, das sich an der historischen Anlage des Bereiches Stephansplatz und Brauersgraben orientiert. Vor dem Zweiten Weltkrieg war der Graben eine wichtige Lebensader der Stadt, auf der Güter wie Holzstämme transportiert worden waren. Nach dem Krieg wurde der Graben allerdings mit den Trümmern der Stadt zugeschüttet.

Wasser und Schifffahrt wurden so nach Ammans Idee zum zentralen Element des Platzes und Kinder können jetzt Pirat auf einem großen Schiff spielen oder über die Spielbrücke „Osterpiepe“ klettern, die noch näher am historischen Original nachgebaut wurde als das erste Exemplar von vor 14 Jahren. Neu dazugekommen sind auch Sitzkisten aus Holz.

Günstiger als gedacht

Die allermeisten Spielgeräte sind aus massivem Eichenholz und auf Edelstahl aufgeständert, damit sie nicht wieder so schnell vergammeln. Hergestellt wurden sie von der Firma Kindt im Sauerland. Die Schlussrechnung über 111.000 Euro soll aus dem städtischen Budget für das „Grüne Band“ beglichen werden. Zudem sind noch Kosten für die Gesamt-Renovierung der Anlage angefallen, etwa die Auffrischung der Wege mit Schotter.

Außerdem bekam im Zuge der Spielplatzsanierung auch das anliegende Boule-Feld eine neue Einfassung aus Eiche und einen neuen Belag. „Das Feld hat jetzt auch ein turniergerechtes Spielfeldmaß“, sagte Amman. Insgesamt blieben die Kosten mit 155.000 Euro allerdings 20.000 Euro unter der veranschlagten Summe.

Wettkampftauglich: Der Boule-Platz hat jetzt turniergerechte Spielfeldmaße. Foto: Schuurman
Wettkampftauglich: Der Boule-Platz hat jetzt turniergerechte Spielfeldmaße. Foto: Schuurman

Wogen wieder geglättet

Das 20.000 Euro-Plus dürfte aber schon ab Herbst in die Erweiterungsplanung fließen. Richtung Osterpiepe soll noch ein barrierefreier Bereich geschaffen werden und ein inklusives Spielgerät folgen. Der bisherige Spielplatz war seinerzeit mit Steinquadern (als Sitzfläche und Schutz) eingefasst worden, weil man eben aufgrund der Trümmer im Boden nicht tief gründen kann. Kinder in Rollstühlen bleibt damit dort der direkte Zugang noch verwehrt.

Die Politik zeigte sich an diesem Freitag zur Wiedereröffnung begeistert von dem Sanierungsergebnis. Längst sind auch wohl die Wogen geglättet, nachdem es zunächst hitzige Diskussionen um die Finanzierung gegeben hatte. Die Stadtverwaltung wollte ursprünglich pauschal 400.000 Euro für die Sanierung des maroden Spielplatzes am Stephansplatz einplanen. Kruithoff richtete jetzt noch einmal seinen Dank an den Rat, nachdem die Politik anfangs „so überfahren“ worden sei.

Mit der Sanierung könne die „wundersamer Symbiose“ mit dem Café Einstein, einem Platz für Kultur und für Kinder fortgesetzt werden, so Kruithoff. „Hier gibt es Berlin-Momente, weil man sich hier einfach trifft.“ Insbesondere wegen seiner Nähe zum Café Einstein - die Außenbestuhlung steht schon wieder - ist der Spielplatz nicht nur bei Kindern beliebt. Auch Eltern dürften die Wiedereröffnung herbeigesehnt haben.

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