Trauer um Transvaaler Urgestein  „Karola Brunken war Ehrenamt durch und durch“

Stephanie Schuurman
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Von Stephanie Schuurman
| 01.05.2024 12:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Ein Bild vom 12. August 2023, als die Spöldeel Transvaal zum Grillen eingeladen hatte: Karola Brunken (v.l.), Elfriede Meyer, Nachbarin, langjährige Freundin und Mitstreiterin im Bürgerverein, bei der Spöldeel und in der SPD sowie Aleida Strauß, die mit Karola an der Spöldeel-Kasse gearbeitet hat. Foto: Van Grieken
Ein Bild vom 12. August 2023, als die Spöldeel Transvaal zum Grillen eingeladen hatte: Karola Brunken (v.l.), Elfriede Meyer, Nachbarin, langjährige Freundin und Mitstreiterin im Bürgerverein, bei der Spöldeel und in der SPD sowie Aleida Strauß, die mit Karola an der Spöldeel-Kasse gearbeitet hat. Foto: Van Grieken
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Das Transvaaler Urgestein und die Emder SPD-Politikerin Karola Brunken ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Parteifreunde und Gemeinwesenmitarbeiter würdigten ihr jahrzehntelanges Engagement.

Emden - Ganz Transvaal trauert – und darüber hinaus viele Emder, die die scheinbar unermüdliche Helferin für die Gemeinschaft ihres Stadtteils gekannt haben. Karola Brunken ist am Freitag, 26. April 2024, gestorben. „Karola war Ehrenamt durch und durch“, sagt Oliver van Grieken vom Fachdienst Gemeinwesen der Stadt Emden. „Wir sind alle sehr traurig. Karola hinterlässt eine große Lücke.“

Es scheint, als sei die Pumpstation auf Transvaal ihr zweites Zuhause gewesen. Sie übernahm dort die Vermietung für den Saalbetrieb. Die gelernte Hotelfachfrau war aber auch stets zur Stelle, wenn tatkräftig angepackt werden musste - etwa wenn der Bürgerverein Transvaal dort große Veranstaltungen plante. Frauenfrühstück, Handarbeitsgruppe – Karola Brunken war dabei. „Später dann nur noch als Teilnehmerin, und das war auch schön“, sagt van Grieken.

Die wichtigsten Jobs bei der Spöldeel

Und dann war da noch die Spöldeel Transvaal. Nicht vor, dafür immer aktiv hinter der Bühne und an der Kasse war Karola Brunken. „Die wichtigsten Jobs hat sie gemacht, immer“, sagt van Grieken. So kannten sie ohnehin schon die älteren Stadtteilbewohner, auch durch die Gaststätte, die Karola Brunken selbst auf Transvaal betrieben hatte.

Seit Ende vergangenen Jahres lebte Karola Brunken aufgrund einer schweren Erkrankung in einem Pflegeheim. Doch selbst vom Krankenbett aus ließ sie ihre Aufgaben nicht los. Per WhatsApp und Facebook hielt sie Kontakt, sagt van Grieken. Erst vor drei Wochen habe sie ihn angesprochen, dass noch dieses und jenes geregelt werden müsse. „Und natürlich haben sie auch alle dort besucht.“

Vereinigte viele Stimmen für sich

Karola Brunken wirkte dabei weit über ihren Stadtteil hinaus. 42 Jahre lang war sie Mitglied der SPD und das sehr aktiv. Zwei Ratsperioden arbeitete sie als Ratsfrau im Emder Stadtrat mit. Wie beliebt sie war, zeigt nicht zuletzt ein Wahlergebnis innerhalb der SPD. Denn als sich die Emder SPD vor drei Jahren personell neu aufstellte, vereinigte Karola Brunken neben Uwe Rozema und Horst Götze für den Posten als eine der elf Beisitzer die meisten Stimmen auf sich.

„Wir trauern um unsere verdiente und stets aufrichtige Genossin Karola Brunken. Sie wird uns in ihrer sozialen, demokratischen und lebensbejahenden Art als Mensch und Partnerin fehlen“, erklärt Uwe Rozema als SPD-Parteivorsitzender der AG 60plus.

Jede Menge Ämter und Aufgaben

Tatsächlich ist die Liste der ehrenamtlichen Ämter innerhalb der Partei, die Karola Brunken übernommen hatte, lang. Als Kommunalpolitikerin hatte sie als Mitglied des Ortsvereins Nordwest der SPD und als Vorsitzende des SPD Ortsvereins Südwest, eben als Ratsfrau, als Beisitzerin im Unterbezirksvorstand der SPD Emden, als Beisitzerin im Vorstand der AG 60plus im Unterbezirk der SPD Emden sowie als stellvertretende Vorsitzende im Bezirksvorstand der AG 60plus am politischen Tagesgeschäft aktiv teilgenommen. Darüber hinaus organisierte sie viele Jahre zuverlässig die Jubilars-Ehrungen und andere zu gedenkender Anlässe, sorgte dort für einen vorbildlichen Ablauf, wie Rozema aufzählt.

Auch bei der Arbeiterwohlfahrt des Ortsvereins Emden-Stadt war Karola Brunken nicht wegzudenken. Als Vorsitzende hatte sie regelmäßig zu Teenachmittagen mit Kaffee, Kuchen und Gesellschaftsspielen eingeladen. „In einer, ihr eigenen, typischen Art und Weise packte sie bei den Vorbereitungen selbst mit an, denn gerne kümmerte sie sich um die Belange von Seniorinnen und Senioren und engagierte sich gemeinsam mit anderen dafür, das Leben der älteren Generation ein wenig angenehmer zu gestalten“, schreibt Rozema. Dass sie als Sozialdemokratin auch ehrenamtlich im Seniorenbeirat der Stadt Emden mitwirkte, war für sie selbstverständlich.

„Wir verlieren mit Karola eine echte Sozialdemokratin und einen guten Menschen, ruhig, sachlich, immer hellwach und in ihrer Partei tief verwurzelt“, so Rozema. „Wir trauern mit ihrer Familie und werden Karola stets in ehrenvoller Erinnerung behalten.“

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