Umstrittene Rote Karte Nach neun Toren Rückstand holt OHV fast noch ein Remis
Der OHV Aurich verschlief beim Auswärtsspiel bei den Sportfreunden Söhren die erste Halbzeit komplett. Am Ende machten es die Ostfriesen noch einmal sehr spannend.
Diekholzen - Das erste Spiel des OHV Aurich in der dritten Handball-Liga, Staffel Nord-West, unter der Regie des bisherigen Co-Trainers Eric Hettmann am Samstagabend bei den Sportfreunden Söhre in der Steinberghalle in Diekholzen (bei Hildesheim) ging nach einer total verkorksten ersten Spielhälfte mit 26:29 Toren verloren. In den ersten 30 Minunten lief bei den Gästen aus Ostfriesland nichts zusammenlief, zur Pause führte Söhre bereits mit 17:8, danach war der OHV nicht wiederzuerkennen.
Die Auricher holten Tor um Tor auf und hatten in der 49. Minute Pech mit einer umstrittenen Entscheidung der Schiedsrichter, die gegen ihren mit acht Treffen besten Torewerfer, Rostyslav Polishchuk, eine Zweiminutenstrafe aussprachen. Weil es seine dritte Hinausstellung war, wurde er mit roter Karte disqualifiziert. Selbst die Kommentatoren der Gastgeber konnten die Zeitstrafe nicht nachvollziehen. Trotz der Niederlage verbleibt der OHV Aurich auf dem zehnten Tabellenplatz, das nächste Spiel findet am 4. Mai bei der TSG A-H Bielefeld statt.
Ohne Jorit Reshöft
Gegen Söhre waren die ohne den erkrankten Jorit Reshöft angereisten Auricher nach passablen ersten zehn Minuten und einem 3:4-Rückstand total von der Rolle. Sie kamen im Angriff immer weniger gegen die sehr offensive Abwehr der Gastgeber zurecht und machten Fehler über Fehler. Sieben Fehlpässe, sieben Fehlwürfe (davon drei weit am Söhrer Tor vorbei) und dazu noch vier vom Schlussmann der Gastgeber gehaltene Bälle waren einfach zu viel. „Die erste Hälfte war eine Katastrophe“, fand Aurichs Teammanager Ewald Meyer. Und dann konnte auch noch kurz vor dem Pausenpfiff Rechtsaußen Ryuga Fujita nach einer Knieverletzung nicht weiterspielen.
Nichts zu besprechen hatte Söhres Trainer Sven Lakenmacher nach dem klaren 17:8-Vorsprung zum Seitenwechsel, sein Team kehrte schon nach wenigen Minuten auf das Spielfeld zurück. Doch das sollte sich schnell ändern, denn der OHV war im zweiten Durchgang nicht wiederzuerkennen . Nachdem seine Sieben nur ein Tor bei vier Gegentreffern der Gäste erzielte, hatte auch Lakenmacher Redebedarf.
Spieldaten
Statistik:
Aurich: Kuksa, Jungvogel, Ebeling (n.e.); de Buhr (1), Wendlandt (4), Fujita (1),Vorontsov (3, davon 3 Siebenmeter), H. Stoehr (3), L, Meinke (n.e.), Hertlein (1), Polishchuk (8/1), Molnar (1), Hegyi, Crnic (3), S. Stoehr (n.e.), Puljic (1).
Spielfilm: 3:0 (6.), 4:3 (10.), 10:4 (17.), 14:6 (23.), 17:8 (30.), 18:12 (37.), 22:19 (45.), 23:21 (48.), 29:26.
Zeitstrafen: Söhre (2), Aurich (6). Rote Karte: Polishchuk (OHV).
Zuschauer: 381.
Siebenmeter: Söhre 5 / 1 verwandelt, Aurich 4 / 4 verwandelt.
Aurich verkürzte auf 21:23
Aber die Auricher bestimmten weiterhin die Partie, auch wenn Henning Stoehr einen Gegenstoß nicht am gegnerischen Torwart vorbei bringen konnte und Jannes Hertlein nur die Latte traf. Auch zwei Zeitstrafen gegen Petar Puljic und danach noch Kevin Wendlandt konnten die Ostfriesen zunächst nicht bremsen, sie verkürzten durch Polishchuk sogar auf 21:23 (48.), doch dann musste dieser mit roter Karte vom Feld, und die Gäste kamen bis zum 26:29-Endstand nicht mehr heran. „Meine Mannschaft hat einen Riesenfight geliefert, leider haben wir nicht alle Chancen genutzt, mit etwas mehr Wurfglück wäre ein Punkt drin gewesen“, kommentierte Aurichs Trainer Eric Hettmann die am Ende unglückliche Niederlage.