Otto Waalkes singt Laudatio Eske Nannen ist Emder Ehrenbürgerin – so war die Verleihung
Die Kunsthallen-Stifterin Eske Nannen ist die erste Ehrenbürgerin der Stadt Emden. Bei ihrer Verleihung konnte sich Laudator Otto Waalkes ein bisschen Klamauk nicht verkneifen.
Emden - In ihrem „liebsten Raum“, der Johannes-a-Lasco-Bibliothek, wurde Eske Nannen am Samstagabend die Ehrenbürgerschaft der Stadt Emden verliehen. Sie sei überwältigt, sagte die 82-Jährige. Nach dem Tod ihres Mannes, Henri Nannen, habe sie es als Verpflichtung und Aufgabe verstanden, dass sie ihre gemeinsame Arbeit fortführen werde. In ihrem Leben habe sie besonders eine Aufforderung begleitet, die ihr Vater ihr in ihrer Kindheit ins Poesie-Album geschrieben habe: „Sei treu und wahr, dann geht alles klar.“
Ihr anhaltender Einsatz sorgte dafür, dass die Kunsthalle bereits zweimal erweitert werden konnte - und treibt auch die geplanten Modernisierungsmaßnahmen, die vom Bund mit mehr als 30 Millionen Euro gefördert werden sollen, weiter an. Für ihre Hartnäckigkeit im Sammeln von Spendengeldern wurde sie schon hochachtungsvoll als „Bettlerin für die Kunst“ bezeichnet.
Kruithoff“ „unermüdlicher Einsatz und beispiellose Hingabe“
Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) hob in seiner Ansprache ebenfalls ihren immer klaren Standpunkt und ihre Stärke hervor. „In einer Welt, in der Frauen oft um Anerkennung kämpfen mussten, hat Eske Nannen ihren Platz behauptet und ihre Stimme erhoben. Sie hat Barrieren durchbrochen und Standards gesetzt“, sagte er. Ihre Präsenz habe die Stadt Emden geformt.
„Wenn wir auf das bisherige Leben von Eske Nannen schauen, sehen wir ein leuchtendes Beispiel für unermüdlichen Einsatz und beispiellose Hingabe.“ Die Stadt, die die Auszeichnung erst an sieben Personen vor ihr vergeben hatte, alles Männer, danke ihr für ihr Engagement als „Schöpferin und Lenkerin der Kunsthalle“, aber auch für ihre „persönliche Hingabe, Kindern und Jugendlichen Zugang zur Kunst und Kultur zu ermöglichen“. Die Malschule der Kunsthalle hatte im vergangenen Jahr ihren 40. Geburtstag gefeiert.
Otto Waalkes hielt die Laudatio
Hochkarätige Gäste, wie die Landtagspräsidentin Hanna Naber (SPD) und der wohl prominenteste Ehrenbürger Emdens, Otto Waalkes, wohnten der Verleihung bei. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) gratulierte Eske Nannen per Videobotschaft. „Mit Herz und Verstand treiben Sie Projekte voran“, sagte er. Nannens Stimme werde gehört und respektiert.
Otto Waalkes hielt die Laudatio. „Wir Ostfriesen, und speziell wir Emder, gelten nicht gerade als Verschwender. Manche nennen uns sparsam, andere knauserig oder sogar geizig“, sagte er. Mit der Verleihung der Ehrenbürgerwürde sei die Stadt sparsam umgegangen. „Mit der Ernennung von Ehrenbürgerinnen haben wir gegeizt“, so Waalkes. Dann konnte er sich seinen Klamauk nicht sparen. Es habe doch so viele Frauen gegeben, die den Preis schon verdient hätten, etwa „Frau Suhrbier“, die befragt worden sei, ob sie Folgeschäden vom Leben an der Autobahn habe, und „nein, nein, nein“ geantwortet habe. „Frau Suhrbier“ ist eine Rolle, die Otto in einigen seiner Sketche einnimmt (Video hier).
Dann textete er noch seinen Song „Wir haben Grund zum Feiern“ mit Künstlern und Werken, die in der Kunsthalle ausgestellt werden, um. Die Kunsthalle nannte er einen gerne besuchten Ort, an dem er sich Inspiration holen könne. Waalkes ist selbst Künstler, stellte seine Werke 2019 in der Ausstellung „Otto: Coming Home (he kummt na Huus)“ in der Kunsthalle aus. „Ich hatte ein bisschen Bammel davor, was du wohl sagen würdest“, sagte Eske Nannen in ihrer Dankesrede zu dem Komiker.