Osnabrück Keine Kiffer in Raucherkneipen? Das ist inkonsequent
Eine Umfrage zeigt: Die Hälfte der Bürger in Deutschland will keine Kiffer in Kneipen. Sie haben Angst, passiv high zu werden und stören sich am Gras-Gestank. Gleichzeitig sind Raucherkneipen gang und gäbe – wie passt das zusammen?
Ob eine Bar das Rauchen von Cannabis erlaubt, darf der Wirt selbst entscheiden – das fällt unter sein Hausrecht. Jeder Zweite ist allerdings klar gegen Kiffen in der Gastronomie. Ein Grund: Sie stören sich am Gras-Geruch.
Dabei stinkt normaler Tabak-Qualm ja auch. Rauchen ist im Außenbereich und in vielen Raucherkneipen trotzdem erlaubt. Wenn Joints hingegen verboten werden sollen: Ist das dann fair für Kiffer? Aus gesundheitlichen Gründen wohl kaum, auch Zigaretten schaden schließlich der Gesundheit. Wer nichts gegen Raucherkneipen hat, sollte eigentlich auch nichts gegen Kiffen haben. Alles andere wäre inkonsequent.
Doch es gibt möglicherweise einen gravierenden Unterschied: Die Befürchtung, durch Passivrauchen high zu werden. Geht das überhaupt? Da streiten sich die Geister; Medizin und Wissenschaft haben darauf keine zufriedenstellende Antwort.
Studien weisen keine kritischen THC-Werte nach Passivrauchen nach und beruhigen: Die Probanden würden sich nicht berauscht fühlen. Allerdings warnen auch die Wissenschaftler davor, dass es ein subjektives Empfinden gibt. Relevant sei letztlich auch, wie lange und intensiv man Cannabis ausgesetzt wird.
Also: Solange nicht ausgeschlossen werden kann, dass das Passivrauchen von Cannabis high macht, sollte der Konsum der Droge in Bars oder Kneipen auch nicht erlaubt sein. Schließlich wollen Barbesucher und Biergartengäste selbst entscheiden, ob und mit welcher Droge sie sich berauschen wollen.
Viel besser wäre es ohnehin, noch weiter zu denken: Die aktuelle Regelung für Raucher in der Gastronomie sollte verschärft werden. Dadurch würde die Gesundheit aller Kneipenbesucher und des Personals in der Gastronomie endlich an vorderster Stelle stehen.