Sanierung Nesserlander Straße Bahn bummelt bei Baustelle in Emden
Bei der Abstimmung mit der Bahn stößt die Stadt Emden immer wieder auf Probleme. Nicht nur bei der Klappbrücke. Bei einer Straße wartet die Kommune nun nicht mehr.
Emden - Die Bahn bummelt offenbar beim weiteren Ausbau der Übergänge in Emden, jetzt wartet die Stadt nicht länger darauf. Die Kommune startet die seit langem geplante Sanierung der Nesserlander Straße im Alleingang. Das teilte die Stadt Emden jetzt mit. Erste Vorbereitungen werden gegenwärtig schon getroffen.
Eigentlich hatten Stadt und Bahn im Herbst 2023 vereinbart, dass die Sanierung der Straße zeitgleich mit der Sanierung des Bahnübergangs durch die Deutsche Bahn erfolgen sollte. Die Bahn hatte Termin und Tempo vorgegeben, der Bau- und Entsorgungsbetrieb Emden (BEE) hatte sich entschlossen, die Sanierung der Straße parallel anzugehen, um die Einschränkungen für die Verkehrsteilnehmer so gering wie möglich zu halten.
Vereinbarung zwischen Stadt und Bahn geplatzt
Diese Vereinbarung scheint geplatzt. Die Stadt wird in ihrer Stellungnahme dazu auch recht deutlich: „Leider gibt es massive Verzögerungen im Baustellenmanagement der Deutschen Bahn, sodass auch mit einer Sanierung des Bahnübergangs erst im Jahr 2025 gerechnet werden kann“, teilte Stadtsprecherin Theda Eilers mit. „Daher hat die Stadt Emden sich entschieden, nicht länger zu warten und die Sanierung der Straße unabhängig von der Sanierung des Bahnübergangs durchzuführen.“
Tatsächlich war ursprünglich die Rede davon, dass der Bahnübergang Nesserlander Straße gleich im Anschluss an die Sanierung des Übergangs Cirksenastraße und Am Eisenbahndock erfolgen sollte. Ende März waren dort die Arbeiten mit leichter Verzögerung weitestgehend erledigt. Die Deutsche Bahn hatte an beiden Stellen 2,5 Millionen Euro in neue Vollschranken, Lichtzeichen und Akustik-Anlagen verbaut, um die Sicherheit zu erhöhen. 2023 waren in Emden bereits der Bahnübergang Schlesierstraße und viele Kilometer Gleisanlagen rund um den Bahnhof grunderneuert worden.
Bahn äußert sich nur vage
Seit dem Baustellenabschluss ruhen die Bahn-Aktivitäten allerdings. Und erst vergangene Woche hatte sich eine Bahnsprecherin auf Nachfrage dieser Zeitung, wann es denn nun in Emden weitergeht, nur vage geäußert. Man habe immer folgendes kommuniziert, so die Sprecherin: „Im Rahmen unserer Bahnübergangsmaßnahmen in Emden wird der Bahnübergang Nesserlander Straße in den nächsten Monaten vollständig umgebaut, um auch in Zukunft die sichere Befahrbarkeit der Strecke zu gewährleisten. Ein konkretes Datum für den Start der Arbeiten können wir noch nicht benennen.“
Nun startet die Stadt eben vorweg. In dieser Woche beginnen laut Mitteilung der Stadt die Vorarbeiten auf der Nesserlander Straße zwischen Hafenbar und Bahnübergang. Sie werden abschnittsweise unter halbseitiger Sperrung ausgeführt. Die abschließenden Fräs- und Asphaltierungsarbeiten sind - witterungsabhängig - ab Dienstag, 23. April, geplant und sollen am Donnerstag, 25. April, abgeschlossen sein. In diesen drei Tagen muss die Straße voll gesperrt werden.
Rote Fahrradspur wird asphaltgrau
Bei der Sanierung werden die versackten Entwässerungsrinnen angehoben und die Betonsteine aus den Schadstellen entfernt. In diesen wird dann der stützende Asphaltunterbau ergänzt. Zudem wird die Fahrbahn gefräst, um dann die gesamte Asphaltdeckschicht in auf beiden Fahrspuren zu erneuern. Die bisherige Radfahrspur aus rotem Asphalt wird in dem Zuge mit schwarzen Asphaltmaterial hergestellt und im Anschluss markiert, teilt die Stadt mit.
Notwendig wurde die Sanierung, weil an der Fahrbahn der Nesserlander Straße in Höhe Gesundheitsamt durch die Installation neuer Leitungen diverse Schäden entstanden waren. Noch während der Gewährleistungsfrist war festgestellt worden, dass sich im Bereich der Hausanschlussleitungen extreme Setzungen bildeten. Schuld waren die schlechten Bodenverhältnisse aufgrund des historischen Emsverlaufs in diesem Bereich, wie dann festgestellt wurde.
In einem ersten Schritt waren die markanten Versackungen geöffnet, mit Sand und Schotter nachverdichtet und zunächst ausgepflastert worden, so dass der Boden sich erst setzen konnte. Dieses Verfahren soll erneute Versackungen in dem neuen Asphalt verhindern, der jetzt abschließend aufgebracht wird.