Osnabrück  Toleranz für Raser auf deutschen Straßen muss ein Ende haben

Anna Niere
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Von Anna Niere
| 15.04.2024 17:17 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Vermehrte Radarkontrollen sollen die Einhaltung der Tempo-Limits verbessern. Foto: dpa/Bernd Weißbrod
Vermehrte Radarkontrollen sollen die Einhaltung der Tempo-Limits verbessern. Foto: dpa/Bernd Weißbrod
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Eine Woche lang sollen Raser tief in den Geldbeutel greifen müssen. Das Problem dabei: Nicht alle Bundesländer machen mit und eine Woche ist zu wenig.

Eine bundesweite Aktionswoche, in der besonders viel geblitzt werden soll: Eigentlich sinnvoll – doch was bringt es, wenn nicht alle Bundesländer mitmachen? Berlin, Bremen, das Saarland und Sachsen verweigern sich komplett. Sie hätten Personalmangel oder Zweifel am Sinn der Aktion, heißt es. Das kommt den Rasern in den vier Bundesländern ganz gelegen: Hier dürfen sie weiterhin “Fast and Furious” auf den Straßen spielen. Das sendet ein falsches Signal!

Überraschend ist diese Haltung der vier Bundesländer allerdings nicht. Raser fahren 120 oder mehr Stundenkilometer auf einer Landesstraße, auf der eigentlich nur 100 erlaubt sind? Ist egal, solange es nicht gesehen wird. So klingt die Entscheidung der Behörden in Berlin, Bremen, Saarland und Sachsen. Die restlichen Bundesländer sehen sich zumindest in der Verantwortung, den Rasern die Leviten zu lesen – wenn auch nur in einem begrenzten Zeitraum. 

Ein Blitzermarathon ist immer noch sinnvoller als gar keiner. Doch warum nur eine Woche lang und warum nicht bundesweit einheitlich? Die Aktionswoche lenkt für einen Moment den Blick der Öffentlichkeit auf die Gefahren, die vom Rasen ausgehen. Dass nicht alle Länder mitmachen, ist allerdings eine vertane Chance. Wichtiger wären mehr dauerhafte Kontrollen an Gefahrenstellen. Das Ziel muss mehr Verkehrssicherheit sein – und nicht eine Aktionswoche, die zwar Geld und Aufmerksamkeit bringt, aber keine langfristige Sicherheit.

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