Kolumne „Für die Ehre“  Das Ehrenamt ist stärker, als mancher denkt

Manuel Goldenstein
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Eine Kolumne von Manuel Goldenstein
| 13.04.2024 07:19 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Manuel Goldenstein
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Ob witzig oder ernst gemeint: Ehrenamtler müssen sich nicht alles bieten lassen und dürfen sich auch wehren. So sieht es unser Kolumnist Manuel Goldenstein.

Berufsfeuerwehrfrauen und -männer werden häufig gefragt, ob sie mal Menschen aus einem brennenden Haus gerettet haben. Ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr wird allerdings oft danach gefragt, ob der „eigene Brand gelöscht“ wurde. Teils fällt auch die Bemerkung, dass freiwillige Feuerwehrleute ihre Brände selbst legen.

Schön ist das nicht. Es nervt. Die meisten Bürger schätzen die Freiwilligkeit der Feuerwehren; und die, die solche Aussagen treffen, finden ihre Worte meist witzig. Der größte Teil der freiwilligen Feuerwehrangehörigen findet es gar nicht gut. In der Regel bleiben sie still oder lachen mit den Menschen mit, die solche Reden schwingen. Weil sie einfach nur ihren Frieden haben möchten.

Aber ist das richtig? Sollten wir im Ehrenamt da eigentlich nicht gegenhalten? Ich denke schon! Denn der größte Teil der Freiwilligen Feuerwehren besteht nicht aus feierwütigen Halunken oder Brandstiftern. Dieses ist der geringste Teil. Ich will beinahe behaupten, dass es sich in der Realität um einen Promillesatz handelt. Wenn die Unholde zuschlagen, dann fällt es natürlich auf. Menschen in den Freiwilligen Feuerwehren sind aber dabei, um Gemeinschaft zu erleben und einem guten Zweck zu dienen – in ihrem Ort, in ihrem Land.

Wir dürfen unseren Mund gegenüber Aussagen und Handlungen, die die Feuerwehr diffamieren, aufmachen. Die Leistungen der ehrenamtlichen Hilfskräfte müssen geschätzt werden und diese sollen dabei auch Stärke zeigen. Das gilt aus meiner Sicht auch in den eigenen Reihen. Es muss darauf geachtet werden, dass Einzelne sich an Regeln halten, um nicht die gesamte Blaulichtfamilie in den Dreck zu ziehen. Das gilt auch für Führungskräfte. Man muss manchmal Rückgrat zeigen.

Schlussendlich wird es sich lohnen. Wenn einer beginnt, ziehen andere mit, wie auch bei negativen Machenschaften. Auch wenn gegenwärtig nichts passiert, die Quittung kommt häufig erst später. Also mutig sein, den Mund aufmachen und Stärke beweisen!

Kontakt: kolumne@zgo.de

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