3. Handball-Liga  Während des Derbys ruht die Freundschaft

| | 11.04.2024 17:42 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Trägt seit Sommer 2021 das OHV-Trikot: Evgeny Vorontsov. Archivfoto: Doden, Emden
Trägt seit Sommer 2021 das OHV-Trikot: Evgeny Vorontsov. Archivfoto: Doden, Emden
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Es ist wieder Derbyzeit in Aurich: Der OHV erwartet am Sonntag den Wilhelmshavener HV zum Nachbarschaftsduell. Für Aurichs Routinier Evgeny Vorontsov ist es immer wieder ein besonderes Spiel.

Aurich - Als Tabellenfünfter reist der Wilhelmshavener Handballverein als Favorit nach Aurich. „Derbys haben aber ihre eigenen Gesetze“, sagt Evgeny Vorontsov: „Am Sonntag spielt die Statistik keine Rolle.“ Für den OHV-Routinier wird es wieder einmal ein besonderes Nachbarschaftsduell werden: Zwölf Jahre lang trug Vorontsov das WHV-Trikot. Der 37-Jährige freut sich schon auf das Wiedersehen mit einigen seiner ehemaligen Weggefährten. Zuvor will er mit seinem Auricher Drittligateam die Gäste aber gehörig ärgern: Um 17 Uhr erfolgt der Anwurf in der Sparkassen-Arena.

„Wir hoffen auf eine voll besetzte Halle und freuen uns auf eine tolle Atmosphäre“, sagt Aurichs Teammanager Ewald Meyer. Seinen Angaben nach wird Trainer Pedro Alvarez am Sonntag personell wohl aus dem Vollen schöpfen können. „Alle Spieler sind fit“, sagte er am Donnerstagmittag.

2022 siegte Aurich sensationell in Wilhelmshaven

Der OHV rangiert aktuell auf dem neunten Tabellenplatz. Die Auricher bewiesen aber schon in der Vergangenheit, dass sie den Wilhelmshavenern das Leben schwer machen können. Unvergessen ist dabei der sensationelle Auricher 28:25-Auswärtssieg im November 2022. Im Hinspiel im vergangenen November schnupperte der OHV erneut an einer Derby-Überraschung, verlor das Duell am Ende aber knapp mit 28:29. „Am Sonntag wollen wir den Wilhelmshavenern wieder Paroli bieten“, machte Ewald Meyer deutlich.

Im Auricher Heimspiel wird auch Vorontsov wieder seine Klasse unter Beweis stellen. „Im Spiel kennt man keine Freunde, da wird gekämpft“, sagt der vielseitig einsetzbare Linkshänder, der zu den Leistungsträgern im OHV-Team gehört.

Mittlerweile der einzige Wilhelmshavener im OHV-Trikot

Im Sommer 2021 wechselte Vorontsov nach Aurich. Zuvor spielte der Rechtsaußen zwölf Jahre lang in Wilhelmshaven, wo er auch wohnt und als Materialdisponent arbeitet. Zur Nordfrost-Arena, der Heimspielstätte des WHV, sind es von seinem Zuhause nur wenige Minuten. Sofern es die Zeit und der Spielplan der Auricher zulassen, schaut er sich auch gerne die Spiele seines ehemaligen Teams an.

Seit nunmehr drei Jahren pendelt er zwischen Wilhelmshaven und Aurich. Im Auto sitzt er mittlerweile alleine. In der Anfangszeit bildete er mit den anderen Spielern von der Jade – wie mit Jonas Schweigart, Frederick Lüpke, Fynn Menne oder Jonas Wark – eine Fahrgemeinschaft. Inzwischen ist Vorontsov der einzige Wilhelmshavener im Auricher Team.

Vorontsov besuchte das Sportinternat des SC Magdeburg

Vorontsov, der gebürtig aus Russland stammt, erlernte das Handballspielen bei der HSG Varel, wo er die Jugendmannschaften durchlief. 2003 wechselte er in das Sportinternat des SC Magdeburg. Für den Klub spielte er in der zweiten Mannschaft und in der A-Jugend, mit der er 2004 den deutschen Juniorenmeistertitel holte. 2004 kehrte er nach Varel zurück und lief für den damaligen Zweitligisten HSG auf. Danach folgten Stationen beim VfL Edewecht und TUSEM Essen, der 2008 einen Insolvenzantrag stellen musste. Zur Saison 2009/2010 gab der damalige Zweitligist Wilhelmshaven die Verpflichtung von Vorontsov bekannt.

Vorontsovs Vertrag beim OHV läuft Ende Juni 2025 aus. Dann ist er 39 Jahre alt. Ob er sich eine erneute Vertragsverlängerung vorstellen kann? „Das hängt ganz von der beruflichen und privaten Situation – und von meinen Knochen ab“, sagt Aurichs Evgeny Vorontsov.

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