Unfallstatistik Aurich/Wittmund 50 Prozent mehr Tote im Straßenverkehr
15 Menschen sind im vergangenen Jahr auf den Straßen in den Landkreisen Aurich und Wittmund ums Leben gekommen. Ein deutlicher Anstieg. Es gibt aber auch erfreuliche Nachrichten.
Aurich/Wittmund - Die Zahl der Verkehrsunfälle in den Landkreisen Aurich und Wittmund ist 2023 im Vergleich zum Vorjahr konstant bei rund 5000 geblieben. Auch die Zahl der Schwerverletzten lag konstant bei rund 200. Nur die Zahl der Verkehrstoten ist dramatisch in die Höhe geschnellt: von 10 auf 15 (plus 50 Prozent). Unter den Toten befanden sich drei Radfahrer, zwei Pedelecfahrer, drei Motorradfahrer, zwei Autofahrer und drei Pkw-Insassen, ein Treckerfahrer und ein Fahrer eines Krankenfahrstuhls. Sieben der Toten waren 75 Jahre und älter.
Bei den Pedelecs, also Fahrrädern mit Unterstützung durch einen Elektromotor, stellte die Polizei jedoch eine erfreuliche Entwicklung fest: Nachdem die Zahl der Unfälle jahrelang angestiegen war, ist sie im vergangenen Jahr in den Landkreisen Aurich und Wittmund entgegen dem Landestrend deutlich zurückgegangen, von 195 auf 155. Es gab zudem nur halb so viele Schwerverletzte wie im Vorjahr.
Prävention bei Pedelecs wirkt
Sonja Boje, Leiterin Einsatz, wertet das als Erfolg einer Präventionskampagne der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund. Polizeibeamte hätten mit Teilnehmern ab 65 Jahren Gefahrenpunkte abgefahren. Außerdem habe es verstärkte Kontrollen gegeben. „Das könnte dazu beigetragen haben, dass die Unfallzahlen zurückgegangen sind“, sagte Boje am Mittwoch bei der Vorstellung der polizeilichen Verkehrsunfallstatistik. Die Polizei werde an dem Thema dranbleiben.
Als neue Risikogruppe hat die Polizei E-Scooter-Fahrer ausgemacht, also Fahrer von Elektrorollern. Die Zahlen sind allerdings noch nicht auffällig: Im vergangenen Jahr gab es in den Landkreisen Aurich und Wittmund 21 Unfälle mit Beteiligung von E-Scootern, dabei 15 Verletzte. „Da sind wir polizeilicherseits vor der Welle“, sagte Uwe Eilts, Sachgebietsleiter Verkehr. Die Kollegen würden entsprechend geschult.
Die überschätzte Gefahr
Als überschätzte Gefahr betrachtet die Polizei das Thema Schulwegunfälle. Insgesamt verzeichnete sie im vergangenen Jahr sieben Stück, dabei keine Schwerverletzten. „Wir können schon behaupten, dass unsere Kinder in Aurich/Wittmund recht sicher unterwegs sind“, sagte Eilts. Nicht nur deshalb riet Polizeichef Stephan Zwerg davon ab, Kinder mit dem Auto zur Schule zu bringen: Kinder müssten lernen, sich kompetent im Straßenverkehr zu bewegen. Eilts berichtete von einem kuriosen Doppeleinsatz von Elterntaxis: Mutter und Vater hätten ihre beiden Kinder mit zwei Autos zur Schule gebracht, weil beide Kinder vorne sitzen wollten.
Ein Dauerbrenner bleibt das Thema Wildunfälle. Deren Zahl ist leicht gestiegen, auf 867. Lokale Schwerpunkte gibt es nicht. „Es kann tatsächlich immer und überall passieren“, sagte Uwe Telle vom Landkreis Wittmund. Eilts bestätigte: „In der Dämmerung muss man mit Wildwechsel rechnen.“