Köln Stefan Raab will ESC-Vorentscheid neu gestalten – so sieht sein Konzept aus
Deutschland und der Eurovision Song Contest: Inzwischen gilt das als Kombination des Misserfolgs. Nun soll aber niemand Geringeres als Stefan Raab Ambitionen haben, Deutschland wieder zu einem erfolgreichen ESC-Beitrag zu verhelfen. Was er plant.
Erst vor wenigen Tagen ist bekannt geworden, dass Entertainer Stefan Raab für einen dritten Show-Kampf mit der früheren Profi-Boxerin Regina Halmich in die Öffentlichkeit zurückkehrt. Seitdem ebben die Nachrichten über seine Zukunftspläne nicht ab: So soll er laut der „Bild“-Zeitung angeblich einen eigenen Streaming-Dienst im Handy-Hochformat 9:16 mit neuen Unterhaltungsshows planen.
Jetzt gibt es einen Bericht über ein weiteres Vorhaben: Wie das Branchenmagazin „DWDL“ exklusiv berichtet, plant der frühere „TV-Total“-Moderator, sich bald wieder bei der Kandidatenauswahl für den Eurovision Song Contest einzubringen. Demzufolge arbeite er zusammen mit seinem Kollegen Daniel Rosemann mittels seiner neu gegründeten Produktionsfirma „Raab Entertainment“ an einem Konzept für einen senderübergreifenden deutschen Vorentscheid.
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Der Idee nach sollen ARD, ZDF, RTL und die ProSiebenSat.1-Gruppe mit involviert werden. Jeder Sender soll einen eigenen Gesangswettbewerb veranstalten, bei dem jeweils ein potenzieller ESC-Kandidat ermittelt wird. Diese Kandidaten sollen dann noch einmal in einem großen deutschen Finale antreten, um letztlich ausfindig zu machen, wer Deutschland beim ESC vertritt.
Wie das Magazin weiter erklärt, führe die Produktionsfirma mit den Sendern aktuell Gespräche dazu – beschlossene Sache sei das also noch nicht. Das ZDF bestätigte unserer Redaktion gegenüber eine entsprechende Anfrage von „Raab Entertainment“ beim Sender. Der NDR, der für den deutschen ESC-Beitrag verantwortlich ist, antwortete, dass sich der Sender nicht an Spekulationen beteilige.
Klar ist jedoch: Das Vorhaben würde den deutschen ESC-Vorentscheid wieder deutlich aufwerten. Eine Show zur Primetime gab es seit 2019 nicht mehr, in diesem Jahr begann „Eurovision Song Contest – Das deutsche Finale“ sogar erst um 22.20 Uhr. Außerdem gab immer wieder Aspekte des Vorentscheids, die bei einigen Zuschauern nicht gut ankamen. Dazu zählen beispielsweise regelmäßige Experimente bei der Vorauswahl der Künstler und in diesem Jahr ein umstrittenes Vorgehen beim Kandidaten-Voting.
Dass das Format in der derzeitigen Form nicht gewinnbringend ist, zeigt die ernüchternde deutsche ESC-Bilanz der vergangenen Jahre: Von acht Teilnahmen landete Deutschland siebenmal auf dem vorletzten oder letzten Platz. Nur Michael Schulte mit seinem Auftritt im Jahr 2018 sticht positiv mit einem vierten Platz hervor.
Raab hingegen scheint ein Händchen für erfolgreiche ESC-Beiträge zu haben. 1998 komponierte er für Guildo Horn den Song „Guildo hat euch lieb“ (Platz 7), zwei Jahre später trat er mit „Wadde Hadde Dudde Da?“ selbst an (Platz 5).
Später initiierte Raab Castingshows für den ESC, aus denen im Jahr 2004 Teilnehmer Max Mutzke (Platz 8) und im Jahr 2010 auch Lena als letzte deutsche ESC-Gewinnerin hervorgingen. Möglicherweise setzt sich seine Erfolgsreihe schon bald fort.