Leuchterscheinung am Himmel  Wo ist der über Emden sichtbare Feuerball gelandet?

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 06.04.2024 15:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
André Knöfel hat an dem Meteorologischen Observatorium Lindenberg (Bayern) des Deutschen Wetterdienstes ein sehr gutes Video von der großen Sternschnuppe, also der Feuerkugel, machen können. Sie ist in diesem Standbild unten links zu sehen. Foto: Screenshot von Video der DWD-Station
André Knöfel hat an dem Meteorologischen Observatorium Lindenberg (Bayern) des Deutschen Wetterdienstes ein sehr gutes Video von der großen Sternschnuppe, also der Feuerkugel, machen können. Sie ist in diesem Standbild unten links zu sehen. Foto: Screenshot von Video der DWD-Station
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Ein Feuerball, also ein in die Erdatmosphäre eingedrungener Meteoroid, war am Dienstagmorgen auch über Emden zu sehen. Wo könnte das Weltall-Objekt gelandet sein?

Emden/Oldenburg - Astronomie ist spannend: Das merkt man schon an den vielen Rückmeldungen zum Bericht über einen Emder, der am Dienstag, 2. April 2024, gegen 5.30 Uhr eine Leuchterscheinung über der Stadt beobachtet hatte. Stefan Rölling hatte einen Feuerball gesehen, wie sich nach einer Rücksprache dieser Zeitung mit Experten der Universität Oldenburg herausstellte. Ein Feuerball ist eine große Sternschnuppe. Genauer: ein besonders heller Meteor.

Dringt dieser in die Erdatmosphäre ein, dann verglüht er und ist – jetzt als Meteoroid – gut sichtbar durch das Aufleuchten. Handelt es sich um einen größeren Brocken, dann können sogar Teile davon, genannt Meteoriten, auf die Erde fallen. Das aber ist sehr selten. In Niedersachsen sind bislang insgesamt nur acht Fundorte von Meteoriten dokumentiert, unter anderem einer im Emsland. Wie ist das im aktuellen Fall?

Die Sache mit dem Landeort

Augenzeugen verschätzen sich oft mit dem Ort, an dem ein Meteorit heruntergefallen sein könnte. Stefan Rölling meinte, dass es am Dienstagmorgen so aussah, als wäre er vielleicht in Emden gelandet. Ein weiterer Leser aus Groß Midlum (Gemeinde Hinte) hat sich bei dieser Zeitung gemeldet und ist sich sicher, dass etwas in seinem Dorf bei einem Baum heruntergefallen sein könnte. Ralf Ulrichs von der Sternwarte Norderney hatte im Gespräch mit dieser Zeitung von seiner eigenen Erfahrung berichtet: Er hatte mal einen Meteoriten fallen sehen. „Das sah aus, als würde der am Strand landen, er ist dann aber in Frankreich runtergekommen“, sagt er.

Tatsächlich wurde das Aufleuchten der großen Sternschnuppe insbesondere in Norddeutschland gesichtet und auch in den Niederlanden. Das lässt sich nicht nur Kommentaren auf Facebook unter unserem Bericht entnehmen, sondern auch Einträgen in den vielen Foren, die sich derartigen Sichtungen widmen. Beschrieben wird die Sichtung oft als „sehr hell, grünlich und am Ende hell aufblitzend“.

Wohl nicht in Niedersachsen gelandet

Um eine genaue Berechnung der Flugbahn und damit des Absturzortes anstellen zu können, braucht es mindestens drei Video-Aufnahmen aus verschiedenen Richtungen, hatte Dr. Carsten Dosche von der Uni Oldenburg am Dienstag erklärt. Ob das zu bekommen ist, war aufgrund der starken Bewölkung an dem Morgen fraglich. André Knöfel hatte an dem Meteorologischen Observatorium Lindenberg (Bayern) des Deutschen Wetterdienstes ein sehr gutes Video machen können, das ist hier zu sehen.

Am späten Donnerstagabend hat er sich aber erneut bei dieser Zeitung gemeldet. „Die ersten Berechnungen wurden jetzt veröffentlicht, allerdings vorläufig inoffiziell, insofern kann ich auch noch keine richtige Quelle dazu angeben“, erklärt er. Aber: „So viel schon einmal vorne weg: Es ist nichts in Niedersachsen runter gekommen, der ist einiges weiter nordöstlich gefallen.“ Wir haben nachgefragt, ob ein Teil des Meteoriten auch in Groß Midlum bei einem Baum oder anderswo gelandet sein könnte, und warten noch auf Rückmeldung.

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