Hamburg  Taylor Swift in Hamburg: Konzerte lassen Hotelpreise in die Höhe schießen

Yannick Kitzinger
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Von Yannick Kitzinger
| 05.04.2024 10:56 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Im Februar sorgte Superstar Taylor Swift bereits in Australien für ausverkaufte Stadien. Im Juli kommt die 33-Jährige nach Hamburg. Foto: IMAGO/AAP
Im Februar sorgte Superstar Taylor Swift bereits in Australien für ausverkaufte Stadien. Im Juli kommt die 33-Jährige nach Hamburg. Foto: IMAGO/AAP
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US-Megastar Taylor Swift geht auf Tournee – unter anderem spielt sie zwei Konzerte in Hamburg. Ihre Fans sorgen dabei für überraschende wirtschaftliche Auswirkungen.

Sie gilt als erfolgreichste Konzertreihe der Musikgeschichte und erzeugte eine bislang nie dagewesene Nachfrage: Die „Eras Tour“ von Taylor Swift (33), die den US-Megastar in diesem Jahr nach Hamburg bringt.

Als die Tickets für die beiden Konzerte im Volksparkstadion im Juli vergangenen Jahres in den Verkauf gingen, versuchten laut der Ticketbörse Eventim knapp eine Million Menschen, eine Karte (Preise zwischen 181 und 700 Euro) zu ergattern. Die Tickets waren sofort ausverkauft. In der Hansestadt explodierten daraufhin die Hotelpreise, die Übernachtungspreise für ihre beiden Konzertdaten (23. und 24. Juli 2024) haben sich teilweise mehr als verdoppelt.

Rund 110.000 Swift-Fans, die sogenannten „Swifties“, werden in Hamburg erwartet. Wer nicht aus Hamburg kommt und auf ein Hotel angewiesen ist, muss für die Übernachtung deutlich tiefer in die Tasche greifen als an „normalen“ Tagen.

Laut einer Auswertung des Vergleichsportals Check24.de im Auftrag der „Berliner Morgenpost“ ist das Buchungsvolumen zum Event in Hamburger Hotels um 1055 Prozent höher als zur Woche vor den beiden Konzerten. Ein Hotelzimmer kostet demnach durchschnittlich 191 Euro – im Schnitt 30 Euro mehr als in der Vorwoche. Manche Hotels haben ihre Preise sogar um mehr als 100 Euro pro Nacht erhöht. In den anderen beiden deutschen Städten, in denen die Swift-Tour im Juli Halt macht, Gelsenkirchen und München, zeichnet sich ein ähnliches Bild ab.

Taylor Swift gilt nicht umsonst als größter Popstar der Gegenwart. Der US-Musiker Billy Joel – selbst einer der erfolgreichsten Solokünstler überhaupt – beschrieb es im vergangenen Jahr so: „Das einzige, womit ich es vergleichen kann, ist das Phänomen der ‚Beatlemania‘.“ Das sagte er der „New York Times“, nachdem er ein Konzert der 33-Jährigen besucht hatte.

Nach der „Beatlemania“ nun also die „Swiftmania“? Um die US-amerikanische Musikerin herrscht jedenfalls weltweite Euphorie. Und das macht Taylor Swift zu einem echten Wirtschaftsfaktor.

Die Konzerte ihrer US-Tournee 2023 hatten solch eine wirtschaftliche Bedeutung für die Veranstaltungsorte, dass etwa die regionale Notenbank in Philadelphia Swift in einem Konjunkturbericht erwähnte. Die Tour führte zu geschätzten Konsumausgaben von insgesamt 4,6 Milliarden US-Dollar.

Damit übertrumpfte Swift sogar die Wirtschaftsleistung von 35 Ländern. Die Eintrittskarten der Taylor-Swift-Konzerte kosten zwischen 200 und 800 Dollar, hinzu kommen Ausgaben für Anreise, Übernachtung oder Essen. Zum Vergleich: Die Fußball-Europameisterschaft 2016 hat dem Gastgeber Frankreich „nur“ rund 1,22 Milliarden Euro eingebracht.

Und nun will Hamburg von der „Swiftmania“ profitieren. Wie es funktionieren kann, zeigt seit einigen Jahren die Onlinemarketing-Messe OMR. Der im Mai stattfindende Branchentreff spülte der Hotellerie im vergangenen Jahr schätzungsweise rund 36 Millionen Euro in die Kassen. Und auch in diesem Jahr sorgt die Messe wieder für ausgebuchte Hotels.

„Die Nachfrage für Unterkünfte in Hamburg zum OMR-Festival ist natürlich sehr hoch“, heißt es von den Veranstaltern. Sie empfehlen „auch in den umliegenden Städten wie Pinneberg und Lüneburg zu schauen. Hier gibt es manchmal noch preislich bessere Angebote und trotzdem eine fixe Bahnanbindung in die Hamburger Innenstadt.“

Eventtourismus ist in Hamburg ein treibender Wirtschaftsfaktor. Laut einer Studie des Interessenverbandes Hamburg Music Business e.V. resultieren rund 13 Prozent aller touristischen Übernachtungen in der Hansestadt aus Musikreisen. Taylor Swifts Besuch im Volksparkstadion könnte diese Zahl weiter in die Höhe treiben.

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