Dreiste Fälschung Fake-Briefe versprechen Sprit-Geld wegen Baustelle in Hesel
Gefälschte Briefe kursieren: Angeblich von der Gemeinde Hesel. Man könne Spritkosten wegen der Baustellenumleitungen erstattet bekommen. Das wird Folgen für den Fälscher haben.
Hesel - Sogar die Unterschrift des Gemeindedirektors Joachim Duin wurde gefälscht: In Hesel kursieren falsche Schreiben, die angeblich von der Gemeinde beziehungsweise ihm als Unterzeichner stammen sollen. Es geht dabei um die Bauarbeiten an der Hauptstraße in Hesel. Von Leer nach Aurich muss man derzeit eine Umleitung in Kauf nehmen. In dem falschen Schreiben wird versprochen, man bekomme eine Spritkostenpauschale von 100 Euro im Monat. Das habe, so steht es im Fake-Brief, der Gemeindedirektor „persönlich“ und „haftend“ beschlossen. „Ich habe Anzeige erstattet“, sagt Duin. „Ich verstehe, dass man von den Umwegen frustriert ist, aber das geht zu weit.“
Bürgermeister: Kein Kavaliersdelikt
„Dies ist kein Kavaliersdelikt. Hier geht es um eine perfide Straftat. Der Täter hat Briefkopf, Unterschrift und Inhalt gefälscht und dann die Briefe an zig Empfänger verteilt. Das zeugt von ausgeprägter krimineller Energie“, sagt Hesels Bürgermeister Gerd Dählmann.
Dem Täter gehe es darum, die Stimmung zu vergiften und die Verwaltung der Gemeinde Hesel zu verunglimpfen. „Wir, die Mitglieder des Rates, sind entsetzt. Und stehen zu 100 Prozent hinter unserer Verwaltung und unserem Gemeindedirektor Joachim Duin“, so der Bürgermeister weiter.
Eine unschöne Situation für alle
Bitter sei daran, dass der Fälscher Öl ins Feuer gieße. „Es reagieren ohnehin schon viele Menschen mit Frust auf eine Sperrung. Einige sind auch finanziell davon betroffen. Wenn dann solch ein Schreiben kommt, wird der Frust natürlich noch größer, wenn wir ihnen erklären müssen, dass es eine Fälschung ist“, sagt Duin. Diese Fälschung beschäftige so ihn, Kolleginnen und Kollegen in der Verwaltung und natürlich auch die Bürgerinnen und Bürger.
Nicht nur in Hesel benehmen sich Leute daneben
Auch wenn ein dreist gefälschtes Schreiben nicht häufig sein dürfte, unangebrachtes Verhalten, ausgelöst durch Bauarbeiten und Baustellen nimmt zu. Anfang dieser Woche wurde beispielsweise die Bundesstraße 436 zwischen Weener und Bunde wieder für die Sanierung gesperrt. Einige Autofahrer umfuhren gleich mehrere Baken, wie der Ortsvorsteher erklärte. Bei den vorherigen Bauabschnitten im vergangenen Jahr hatte das Fehlverhalten der Autofahrer mit der Verletzung eines Baustellen-Mitarbeiters seinen traurigen Höhepunkt erreicht.
„Wir wissen, dass unsere Baumaßnahmen auch Frust auslösen“, sagte seinerzeit Frank Buchholz. Er ist der Leiter für den Geschäftsbereich Aurich der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr und diese ist unter anderem für die Maßnahme an der B436 zuständig. Solch eine Eskalation sei selten, aber die Reaktionen der Autofahrer hätten sich im Laufe der Zeit verschlimmert. „Man könnte sagen, die Absperrungen werden allenthalben eher als freundlicher Hinweis wahrgenommen. Dass sich Autos vorbeidrängeln, ist fast an der Tagesordnung. Dass allerdings Bauarbeiter zu Schaden kommen, ist heftig. Das ist schon finster“, sagte er.