Umfrage Das sagen Betroffene zur Diskussion über den Standort der IGS in Hinte
Im Auricher Kreistag wurde der Standort der IGS in Hinte in Frage gestellt. Wir haben uns bei Betroffenen umgehört, wie sie die Diskussion sehen.
Hinte - Wie aus dem Nichts wurde im November im Kreisschulausschuss in Aurich der Standort der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Hinte in Frage gestellt. Während manche Schulen aus allen Nähten platzen, haben andere Schulen im Landkreis Aurich mit Leerstand zu kämpfen, sagte damals der vom Landkreis beauftragte Schulgutachter Wolf Krämer-Mandeau von der Firma Biregio. In der Krummhörn und in Hinte zeige sich das unter anderem an zu vielen Räumen je Klasse und Schüler. Die IGS könne daher durch eine Zusammenführung „neu gedacht“ werden - mit einer Konzentration auf den Standort in Pewsum.
Derzeit gehen die Jahrgänge fünf bis acht nach Pewsum und die Jahrgänge 9 bis 13 nach Hinte. Mirja Arends und Aileen Spethmann, die bei dieser Zeitung Praktika absolvierten, haben sich noch einmal bei Betroffenen umgehört, wie sie zur Diskussion stehen.
Das sagt der Schulleiter
„Die IGS Krummhörn-Hinte steht bislang immer dafür, dass die Schule für Schülerinnen und Schüler an beiden Standorten sehr verlässlich arbeitet“, stellte Schulleiter Jochen Lindig bereits im November 2023 gegenüber dieser Zeitung klar. Er betonte, dass die Schule es jedem ermögliche, gute Abschlüsse zu erreichen. Die Schule arbeite stets daran, die hohe Qualität der schulischen Bildung zu halten. Der Schulleiter widerspricht der Firma Biregio, dass die Schülerrate sinke: „Es mussten mehrfach, auch aktuell, bereits neue Klassen aufgrund von zahlreichen Zugängen gebildet werden“, betonte er.
Das sagt der Bürgermeister
Der Hinteraner Bürgermeister Uwe Redenius verdeutlicht erneut, dass er gegen eine Schließung der Schule ist. „Wir werden mit allem, was wir haben für den Erhalt der IGS kämpfen“, sagt Redenius. „Die IGS ist ein Aushängeschild für Hinte“. Durch sie bestehe in Hinte die Möglichkeit, von der Krabbelgruppe bis zum Abitur alles besuchen zu können, betont er. Wenn es so weit kommen würde, dass die IGS in Hinte schließen muss, würde es nicht lange dauern, dass auch der Standort Pewsum darunter leide. Redenius geht davon aus, dass die Schüler aus Hinte und Umgebung eher nach Emden als nach Pewsum gehen würden. Der Bürgermeister zeigt sich optimistisch und geht aktuell nicht von einer Schließung aus. Pläne für das Schulgebäude nach einer möglichen Schließung gibt es deshalb noch keine.
Das sagen Schülerinnen und Schüler
Die Meinungen der IGS Schüler zu den Plänen gehen auseinander. „Für die Schüler aus der Umgebung von Pewsum wäre es praktischer, wenn die IGS Krummhörn-Hinte nur in Pewsum wäre“, sagt etwa Zwölftklässler Linus Gehlhausen der in der Krummhörn wohnt. Anders sieht es Kilian Müller. Er wohnt in Hinte und besucht die 13. Klasse: „Die Nähe zur Schule würde dadurch einfach verlorengehen“. Auch Schüler aus den jüngeren Jahrgängen sind gegen die Schließung – so auch Jessica Hedemann. Sie betont, dass sie aber auch bei einer möglichen Schließung nach Pewsum gehen und keine Schule in Emden besuchen würde.
Das sagen die Eltern
Eltern, die man auf die Pläne anspricht, sind gegen die Schließung. „Ich finde die Trennung der älteren und jüngeren Kids ziemlich gut“, erklärt Maike Voss aus Hinte. Sollte es aber doch zur einer Schließung kommen, sind die Eltern unterschiedlicher Meinung, wo sie ihre Kinder hinschicken würden. Ein Teil würde ihre Kinder nach einer möglichen Schließung trotzdem auf die IGS nach Pewsum schicken. Andere Eltern finden es hingegen praktischer, ihre Kinder nach Emden zu schicken. Der Grund: Die Busverbindung zwischen Hinte und Pewsum sei problematisch.
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