So schmeckt Ostfriesland Restaurant im Test – so schmeckt’s im Mediterran in Idafehn
Südländische Küche genießen kann man im Mediterran in Idafehn. Bekannt ist es für seine Fleischgerichte. Chef Hisret Akan legt aber nicht nur Wert auf gutes Essen.
Idafehn - Hisret Akan ist durch und durch Gastgeber. Das merkt der Besucher schon beim Betreten des Restaurants Mediterran in Idafehn. Auch, wenn die Theke am anderen Ende des Gebäudes ist, sobald die Tür aufgeht, läuft der 43-Jährige auf den Kunden zu, strahlt über das ganze Gesicht und grüßt: „Schön, dass Du da bist.“
Er nutzt „Du“, weil gut 70 Prozent der Besucher zu den Stammgästen zählen, wie Akan im Gespräch verrät. Auch ich bin an diesem Abend nicht zum ersten Mal in dem Restaurant an der Hauptstraße in Idafehn. „Das oberste Prinzip ist Gastfreundlichkeit. Der Gast muss zufrieden sein“, nennt er sein wichtigstes Credo. Sein ganzes Berufsleben hat er in der Gastronomie verbracht, und seit 14 Jahren ist er sein eigener Chef in dem Restaurant in Idafehn. Vor ihm waren in dem Gebäude zwei griechische Restaurants. Und davor war es das Privathaus eines Arztes.
Bevor es um das Essen geht, setzen wir uns an einen der Tische. Neben uns ist ein Kamin, in dem Lichterketten für Atmosphäre sorgen. Akan erzählt, dass er mit Leib und Seele dabei ist. Das nimmt man ihm auch sofort ab. Zwischendurch unterbricht er unser Gespräch. Die ersten Gäste des Abends sind da. „Ich muss die eben begrüßen“, sagt er. „Mal wieder ein gutes Steak essen?“, fragt er den Mann. Sich so etwas zu merken, sei auch ein Zeichen der Gastfreundschaft.
Und was esse ich? „Einen Thermes-Teller ohne Zaziki und Salat“, antwortet er wie aus der Pistole geschossen. Abgesehen von einer Kleinigkeit – ich esse den Salat mit Essig und Öl – ein Treffer. Auf dem Teller, den ich später bekomme, sind ein Schweinenackensteak, ein Schweinemedaillon, ein Hacksteak, Gyros sowie Pommes und Gemüsereis. „Wir sind bekannt für unsere Fleischgerichte“, sagt er – sowie es in der Balkanküche und griechischen Restaurants üblich ist. Die Karte reicht von verschiedenen Grilltellern über Lamm und Steaks. Dazu kommen einige Fischgerichte sowie zwei vegetarische Speisen. Zudem sind viele Vorspeisen ohne Fisch und Fleisch. „Die kann man auch als Hauptgericht kombinieren“, sagt Akan.
Für das Essen selbst ist seine Frau zuständig. Semishan Akan steht mit vier weiteren Mitarbeitern in der Küche. Was auffällt, das Essen im Mediterran ist – und das ist insbesondere beim Gyros nicht überall so – immer gleich gut. Darauf legt der Chef auch wert. „Wer bei uns isst, hat gewisse Erwartungen“, sagt er. Daher legt er auch Wert darauf, dass er immer bei den selben Lieferanten einkauft. Dazu gehören viele regionale Unternehmen – wie etwa die Fleischerei Eckhoff aus Jheringsfehn.
Langsam wird es Zeit für das Essen. Zum Auftakt gibt es für mich und meine Begleiter eine Vorspeise: Gegrillte Peperoni, Zaziki mit Brot und Bruschetta – geröstete Brotscheiben mit Tomate. Die Peperoni ist frisch, scharf – aber nicht zu scharf. Auch die Bruschetta schmeckt gut. Das Brot knackig, die Tomaten fruchtig. Anschließend gibt es einen Salat mit Gurke, Tomate, Krautsalat und mehr. Der gehört bei den meisten Speisen dazu.
Dann kommt das Hauptgericht. Meistens – und so ist es auch an diesem Abend – werden die Teller gebracht, sobald der Salat verspeist ist. Wartezeit gibt es also so gut wie gar nicht. Darauf, dass die Küche alles schaffen kann, achte er schon bei den Reservierungen, sagt Akan. Bei spontanen Anfragen bittet er schon mal, ein paar Minuten später zu kommen. Denn sobald der Gast Platz nimmt, soll alles perfekt sein.
Doch wie schmeckt es eigentlich im Mediterran? Mein Thermes-Teller (20,90 Euro) ist eigentlich der typische Teller, den man in Restaurants mit Mittelmeer-Küche bekommt – und doch irgendwie mit eigener Note. Das merkt man besonders am Gyros. Es ist nicht so scharf angebraten wie in vielen Restaurants. Dafür entfaltet sich im Gaumen die Würze – und es ist saftig. Das Gyros ist mager, ganz ohne Knorpel. Wie immer. Gleiches gilt für das Schweinemedaillon und auch das Hacksteak. So esse ich es am liebsten. Etwas Fett gibt es nur am Schweinenackensteak. Dort gehört es auch dazu. Der Teller ist gut gefüllt. Auch, wenn ich mich als guten Esser bezeichne, lasse ich mir häufig ein Stück Fleisch für den nächsten Tag einpacken. An diesem Abend schaffe ich es, aber für den Nachtisch ist absolut kein Platz mehr in meinem Magen. Auch preislich liegt das Essen auf dem Niveau vergleichbarer Restaurants.
Und wer im Sommer ins Mediterran geht, der erlebt Akans Stolz: die Südterrasse. Dort können bis zu 70 Personen Platz finden. Und trotz Garten und Bäumen ist es dort auch noch in den Abendstunden sonnig. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Von dort kann der Blick durch den Garten oder zu Idafehns Wahrzeichen – der Mühle – schweifen.
Die wichtigsten Infos zum Restaurant
Adresse: Hauptstraße 167 – 26842 Ostrhauderfehn Ortsteil: Idafehn
Öffnungszeiten: mittwochs, donnerstags und sonntags 17.30 bis 22 Uhr, freitags und samstags 17.30 bis 23 Uhr
Das günstigste Gericht:
Horatiki Salat (Original griechischer Bauernsalat mit Tomaten, Gurken, Zwiebeln, Oliven, Paprika, Schafskäse und Oliven): 13,90 Euro
Das teuerste Gericht: Rumpsteak Gorgonzola (200 Gramm) in Gorgonzolasauce, dazu grüne Bohnen, Kartoffelkroketten und Salat. 27,90 Euro
Sitzplätze innen: Haupt-Gastraum 80 sowie zwei Clubräume mit 60 und 30
Sitzplätze außen: 90
Kartenzahlung: Ja
Parkplätze: Direkt am Restaurant.
Lademöglichkeit für E-Autos: Nein
Hochstühle:
Ja
Dürfen Hunde rein:
Ja