2. Frauen-Bundesliga  Fehntjerin freut sich auf Topspiel vor Rekordkulisse

| | 22.03.2024 08:22 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Toma Ihlenburg und der SV Meppen feierten am Sonntag einen 2:0-Heimsieg gegen Ingolstadt. Foto: Imago
Toma Ihlenburg und der SV Meppen feierten am Sonntag einen 2:0-Heimsieg gegen Ingolstadt. Foto: Imago
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Für den SV Meppen und Toma Ihlenburg aus Rhauderfehn steht am Sonntag ein besonderes Spitzenspiel an. Im Heimspiel gegen den Hamburger SV wird in der Hänsch-Arena ein Zuschauerrekord erwartet.

Meppen - Für Toma Ihlenburg und ihre Mannschaft vom SV Meppen steht am Sonntag ein außergewöhnliches Spiel an, das aller Voraussicht nach in die Fußball-Geschichte eingehen wird. Für das Spitzenspiel in der Hänsch-Arena gegen den Tabellenführer Hamburger SV sind schon jetzt so viele Tickets wie noch nie in der 2. Frauen-Bundesliga verkauft worden. Nach Angaben des SV Meppen sind bislang 4100 Eintrittskarten weggegangen. Die bisherige Bestmarke sei damit schon deutlich überboten worden.

„Ich freue mich auf die vielen Zuschauer und die große Unterstützung vom Publikum“, sagt Ihlenburg, die in Rhauderfehn aufgewachsen ist. „Das Spiel wird für uns etwas Besonderes sein“, erklärt die 21-Jährige, aber: „Wir werden das Spiel nicht anders angehen als die vorherigen Partien.“ Nach 17 Saisonspielen belegen die Meppenerinnen mit 33 Punkten aktuell den zweiten Tabellenplatz. Mit nur einem Punkt mehr grüßt der HSV von der Spitze.

Ihlenburg pendelt von Münster nach Meppen

Ohnehin geht es in der oberen Tabellenhälfte der 2. Bundesliga sehr eng zu: So trennen den SV Meppen und den Tabellen-Achten Eintracht Frankfurt II (27 Punkte) nur sechs Zähler. Deswegen will sich Ihlenburg zu einem möglichen Aufstieg auch nicht äußern: „Wir schauen von Spiel zu Spiel und werden unsere Sache weiterhin so gut es geht machen“, sagt Ihlenburg, die in Münster Informatik studiert und viermal in der Woche etwas mehr als eine Stunde mit dem Auto zum Training nach Meppen pendelt.

Die Butenostfriesin, die ihre ersten Fußballschritte beim VfB Rajen machte, läuft seit 2017 im Trikot des SV Meppen auf: Von 2017 bis 2019 spielte sie zunächst für die B-Juniorinnen, rückte dann in die zweite Mannschaft auf, ehe sie im Jahr 2020 in die erste Mannschaft wechselte. Am Ende der Saison 2020/21 stieg der SVM aus der Bundesliga ab, es folgte eine überragende Spielzeit, die mit der Meisterschaft und dem direkten Wiederaufstieg gekrönt wurde. Nach einer Saison stiegen die Meppenerinnen jedoch wieder ab und spielen jetzt in der 2. Liga erneut eine gute Rolle.

Verteidigerin mit Torinstinkt

Die Fehntjerin Ihlenburg hat sich zu einer Leistungsträgerin im Team entwickelt. In dieser Saison kam sie in allen 17 Zweitliga-Partien zum Einsatz, gehört als Verteidigerin sogar zu den besten Meppener Torschützinnen. „Bei den Standards rückte ich mit nach vorne“, sagt die kopfballstarke Ihlenburg, auf dessen Saisonkonto fünf Treffer gehen. Genauso viele Tore hat ihre Mitspielerin und Mittelfeld-Akteurin Vildan Kardesler erzielt. Zum erfolgreichen Meppener Frauen-Team gehören im Übrigen auch Ayleen Seyen aus Flachsmeer sowie Ana-Carolin Hoffmann aus Jever, die im vergangenen Sommer von der U17-Mannschaft der SpVg Aurich ins Emsland wechselte.

Trägt beim SV Meppen die Nummer 23: Ayleen Seyen aus Flachsmeer. Foto: Imago
Trägt beim SV Meppen die Nummer 23: Ayleen Seyen aus Flachsmeer. Foto: Imago

Die Vorfreude auf das anstehende Spitzenspiel wird wohl im gesamten Meppen-Team riesig sein. Denn der Kartenvorverkauf läuft prächtig: 4100 Tickets seien bereits verkauft worden, teilte der SV Meppen am Dienstag mit. Damit hat der Verein die bisherige Bestmarke weit überschritten. Am letzten Spieltag der Saison 2012/2013 kamen zum entscheidenden Spiel um den Bundesliga-Aufstieg zwischen der TSG Hoffenheim und dem 1. FC Köln 3050 Zuschauer. Damit könnte der SV Meppen den bisherigen Rekord um mehr als 1000 Fans überschreiten. „Das ist überragend“, wird die Sportliche Leiterin Frauenfußball, Maria Reisinger, in einer Pressemitteilung zitiert. Dem SVM zufolge wird die deutliche Mehrheit der Fans aus der Region kommen. Die Gäste aus Hamburg hingegen hätten rund 460 Karten geordert.

Familie und Freunde werden beim Spitzenspiel dabei sein

Wie viele der Ticket-Inhaber tatsächlich ins Stadion kommen werden, stellt sich am Sonntag heraus. Eintrittskarten wird es auch an den Tageskassen geben. Diese werden am Sonntag um 13 Uhr geöffnet, Spielbeginn ist um 14 Uhr.

Auf der Tribüne werden sicherlich auch etliche Fans aus Ostfriesland sitzen – unter ihnen wahrscheinlich Ihlenburgs Onkel, ein paar Freunde und natürlich ihre Eltern. „Die sind aber ohnehin bei jedem Heimspiel mit dabei“, sagt Ihlenburg. Ihr Vater Geert Müller ist Rhauderfehns Bürgermeister.

Der Vertrag von Ihlenburg läuft in diesem Sommer aus. Die Gespräche zwischen ihr und dem SV Meppen laufen. Jetzt freut sich die 21-Jährige aber erst mal auf das – vielleicht geschichtsträchtige – Spitzenspiel in der 2. Frauen-Bundesliga.

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