Osnabrück  Neu in den Osnabrücker Kinos: Für wen sich welche Filme lohnen – inklusive Trailerschau

Frank Jürgens
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Von Frank Jürgens
| 20.03.2024 18:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Neues Programm in den drei Osnabrücker Kinos Hall of Fame, Cinema Arthouse und Filmtheater Hasetor. Foto: Jörn Martens/Collage NOZ
Neues Programm in den drei Osnabrücker Kinos Hall of Fame, Cinema Arthouse und Filmtheater Hasetor. Foto: Jörn Martens/Collage NOZ
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Was gibts Neues in den Osnabrücker Kinos? Unsere Filmkritiker kennen das Programm und verraten, welche Filme sich für wen lohnen. Am Donnerstag startet einer der ungewöhnlichsten Filme des Jahres, „Dream Scenario“ mit Nicolas Cage. Außerdem lesen Sie, was sonst in den Kinos los ist.

„Dream Scenario“: Paul Matthews (Nicolas Cage) ist der wahrscheinlich unauffälligste Mensch der Welt. „Ein bemerkenswerter Niemand“, wie es eine befreundete Kollegin wenig schmeichelhaft formuliert. Am liebsten wäre der schüchtern wirkende College-Professor so wie die Zebras, über die er so gerne doziert und deren Streifen dafür sorgen, dass das einzelne Individuum in der Herde nicht auffällt.

Dann aber geschehen ganz ohne sein Zutun seltsame Dinge mit dem zweifachen Familienvater: Er taucht als teilnahmsloser Beobachter in den Träumen anderer Leute auf. Zunächst nur bei seiner älteren Tochter Hannah (Jessica Clement). Dann auch bei einer alten Freundin, bei seinen Studenten und schließlich offensichtlich bei allen Menschen. Seine Frau Janet (Julianne Nicholson) mahnt ihn zur öffentlichen Zurückhaltung. Aber das Medieninteresse, das plötzlich über ihn hereinbricht, schmeichelt dem unscheinbaren Mann dann doch mehr, als es gut wäre.

Es dauert nicht lange, bis eine Influencer-Agentur auf das finanzielle Potenzial aufmerksam wird, das hinter dem unerklärlichen Phänomen steckt. Aber statt Werbung für eine Limonade zu machen, möchte der Professor lieber sein ungeschriebenes Buch vermarkten. Dann dreht sich das Blatt. Und die harmlosen Träume mit Paul wandeln sich zu brutalen Albträumen. Es dauert nicht lange, und Paul wird zur unerwünschten Person, zum „Paultergeist“. Schuldlos.

Dem norwegischen Drehbuchautor und Regisseur Kristoffer Borgli („Sick of Myself“) gelingt mit seinem zweiten Spielfilm „Dream Scenario“ eine optisch brillant umgesetzte Gesellschaftssatire. Gespickt mit kurzen, surrealen Traumsequenzen, die von bizarr bis ultrabrutal reichen, spielt Borgli auf zahlreiche Genreklassiker von „Nightmare on Elm Street“ bis „Poltergeist“ an, ohne sich ihnen anzubiedern.

Im Wesentlichen lebt der Film „Dream Scenario“ aber von seinem fabelhaften Hauptdarsteller Cage. Es ist faszinierend zuzusehen, mit welcher äußeren Zurückhaltung Cage die Wandlung eines zurückhaltenden Niemands zur Berühmtheit bis zur Persona non grata verkörpert und wie sein Paul allein mit nuancierter Gestik und Mimik die verschiedenen Phasen der unfreiwilligen Wandlung seiner gesellschaftlichen Stellung durchlebt. Eine Paraderolle für Cage. 102 Minuten, FSK 12. (Hall of Fame)

Ghostbusters: Frozen Empire: 40 Jahre „Ghostbusters“! Ehrensache, dass es zum Jubiläum mit „Frozen Empire“ (Regie: Gil Kenan) einen neuen Film über die Geisterjäger gibt. Wie schon im letzten „Ghostbusters“-Film müssen auch diesmal wieder die Kinder der Spengler-Familie ran. Und weil sie schon mal in New York sind, erhalten Trevor (Finn Wolfhard) und Phoebe (Mckenna Grace) im Kampf gegen eine glibberige Monsterarmee und eine drohende Eiszeit tatkräftige Unterstützung der alten Haudegen (u.a. Bill Murray und Dan Aykroyd). 109 Minuten, FSK 12. (Cinema Arthouse, Hall of Fame)

The Kill Room: Gordon Davis (Samuel L. Jackson) vermittelt Auftragsmorde für das organisierte Verbrechen. Der Job ist lukrativ, aber es hapert mit der Geldwäsche. Gemeinsam mit der erfolglosen Galeristin Patrice Capullo (Uma Thurman) entwickelt er einen Plan, die Millionen schweren Geldflüsse mit Hilfe der stinkreichen New Yorker Kunstszene plausibel über die Bühne zu bringen. Noch ahnt Patrice allerdings nicht, dass ein gewisser Strohmann namens „Bagman“ als neuer Star am Kunsthimmel ein Auftragsmörder ist. Regisseurin Nicol Paone knöpft sich in ihrer schwarzen Komödie die Kunstszene vor. 102 Minuten, FSK 12. (Hall of Fame)

Oh la la – Wer ahnt denn sowas? An der Familie Bouvier-Sauvage ist die Französische Revolution offenbar spurlos vorbeigegangen. Stolz schaut sie auf ihren aristokratischen Stammbaum, der zurück bis zu Ludwig VI reicht. Als dann aber die Tochter ankündigt, einen einfachen Autohändler heiraten zu wollen und auch noch DNA-Tests zur Abstammung beider Familien machen lässt, gerät alles durcheinander. Die französische Komödie von Regisseur Julien Hervé mit Komödienstar Christian Clavier spielt mit Nationalklischees. 92 Minuten, FSK 12. (Cinema Arthouse)

Die Unschuld: War es nur ein Streit unter Kindern oder mehr? Nachdem sich ihr Sohn Minato immer mehr zurückzieht, will seine Mutter (Sakura Ando) wissen, was in der Schule vorgefallen ist. Aber die Suche nach der Wahrheit birgt Zündstoff, der eine furchtbare Eskalation heraufbeschwört. Regisseur Hirokazu Kore-eda („Shoplifters“) zeigt seinen Film „Die Unschuld“ über die fatalen Folgen voreiliger Schlüsse aus drei verschiedenen Perspektiven. 127 Minuten, FSK 12. (Cinema Arthouse)

Radical – Eine Klasse für sich: Die José Urbina López-Grundschule in der von Armut und Gewalt geprägten mexikanischen Grenzstadt Matamoros hat einen extrem schlechten Ruf. Die Lehrer verstecken sich hinter Zynismus. Unterrichtet wird wie vor 100 Jahren. Aber mit dem idealistischen Lehrer Sergio Juarez (Eugenio Derbez) kommen neue, fortschrittliche Methoden an die Schule. Doch was bei den Kindern gut ankommt, stößt unter seinen Kollegen auf Ablehnung. Christopher Zalla (Buch und Regie) realisierte „Radical – Eine Klasse für sich“ nach einer wahren Begebenheit. 126 Minuten, FSK 12. (Cinema Arthouse)

Sowas von Super! Die elfjährige Hedvig ist stolz auf ihren Papa. Der ist nämlich der wahre Held hinter der Maske des Superhelden „Superlöwe“. Aber es gibt ein Problem. Papa muss den Job als „Superlöwe“ bald an den Nagel hängen. Eigentlich wäre sie seine Nachfolgerin. Doch tollpatschig und unsportlich wie sie ist, muss sie wohl ihrem fiesen Cousin den Vortritt lassen. Zum Glück ist da noch Hedvigs Oma! Das norwegische Trickabenteuer taugt für die ganze Familie. 77 Minuten, FSK 0. (Cinema Arthouse, Hall of Fame)

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