Hamburg Beliebte Paypal-Funktion: Wann Sie „Geld an Freunde senden“ nicht benutzen sollten
Wer im Internet shoppt, nutzt häufig den Online-Bezahldienst Paypal. Mit der Funktion „Geld an Freunde senden“ lassen fallen zwar die Zahlungsgebühren weg – doch es gibt Tücken und man läuft Gefahr, einer Betrugsmasche aufzusitzen.
Paypal gehört zu den beliebtesten Zahlungsverfahren in Deutschland. Nach Angaben des Portals Statista hatte der Bezahldienst nach Umsätzen den größten Marktanteil (rund 30 Prozent) unter Zahlungsverfahren im Online-Handel in Deutschland im Jahr 2022.
Sehen Sie in der Statista-Grafik die Marktanteile von Zahlungsverfahren im Online-Handel am Umsatz in Deutschland im Jahr 2022:
Doch nicht nur beim Shoppen oder beim Buchen einer Reise kommt Paypal bei vielen Verbrauchern zum Einsatz. Sammelt das Kollegium beispielsweise Geld für das Geburtstagsgeschenk eines Mitarbeiters, wird ebenfalls häufig der Online-Bezahldienst verwendet. In solchen Fällen kann die Funktion „Geld an Freunde senden“ nützlich sein.
NOZ bei WhatsApp - zum Kanal!
Diese sorgt dafür, dass Beträge unkompliziert und gebührenfrei an andere Paypal-Nutzer überwiesen werden können. Auch beim Online-Shopping kann diese Funktion genutzt werden, allerdings sollten dabei einige Dinge beachten werden, warnt die Verbraucherzentrale.
Zunächst der positive Aspekt: Durch die Funktion „Geld an Freunde senden“ fallen für Käufer und Verkäufer keine Paypal-Gebühren an. Gerade bei privaten Geschäften kann hier also etwas Geld gespart werden. Auch wenn der Kunde den Verkäufer schon aus früheren Geschäften kennt und gute Erfahrungen mit ihm gemacht hat, kann die Funktion verwendet werden.
Ansonsten sollten Paypal-Nutzer aber vorsichtig sein. Grund dafür ist der Umstand, dass der Käuferschutz nicht mehr greift, sobald die Funktion „Geld an Freunde senden“ zum Einsatz kommt. Auf diversen Online-Plattformen schlagen Betrüger ihren Kunden daher diese Funktion bei Zahlungen für Waren und Dienstleistungen vor, um den Käuferschutz zu umgehen.
Nach Angaben der Verbraucherzentrale läuft die Betrugsmasche häufig nach folgendem Muster ab: Der Kunde bezahlt mit der Paypal-Funktion „Geld an Freunde senden“ und erhält meist eine Nachricht des Verkäufers, dass der entsprechende Artikel abgeschickt wurde. Da das Paket nach einigen Tagen immer noch nicht angekommen ist, kontaktiert der Kunde den Verkäufer.
Weiterlesen: Achtung, Betrugsmasche: „Cash-Trapping“ zieht Geld aus Bankautomaten
Dieser antwortet entweder, dass der Artikel bereits abgeschickt wurde oder er ignoriert einfach die Nachricht. Zwar kann der Kunde Paypal dann darüber informieren, dass er offenbar auf eine Betrugsmasche reingefallen ist. Allerdings weist der Online-Bezahldienst in solchen Fällen meist lediglich darauf hin, dass der Kunde die „Freunde“-Funktion verwendet hat und kein Käuferschutz besteht.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt daher Paypal-Nutzern, die Funktion „Geld an Freunde senden“ nur zu verwenden, wenn sie den Empfänger wirklich kennen. Auch wenn der Verkäufer darauf hinweist, dass sich durch die Funktion der Kaufpreis reduziert, sollte im Zweifelsfall darauf verzichtet werden.
Obwohl zunächst keine wirkliche Aussicht auf Erfolg besteht, sollten Kunden Paypal darüber informieren, dass sie möglicherweise auf einen Betrug hereingefallen sind. Dazu sollte auch immer die Vorgangsnummer genannt werden. In manchen Fällen kann der Online-Bezahldienst die betrügerischen Konten sperren und ist womöglich dazu bereit, den gezahlten Kaufpreis zu erstatten.
Gerade in Fällen, bei denen die Betrüger nicht auf Kontaktversuche reagieren, sollte zusätzlich noch Strafanzeige bei der Polizei erstattet werden.