Norden  Kondomautomat aufgebrochen: Klaus-Peter Wolf hat in jungen Jahren gestohlen

Michael Hengehold
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Von Michael Hengehold
| 19.03.2024 06:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Ostfriesenkrimi-Autor Klaus-Peter Wolf ist dieses Jahr 70 geworden. Heute schreibt er über Gesetzesbrecher, in jungen Jahren ist er selber kriminell geworden. Foto: dpa/Sina Schuldt
Ostfriesenkrimi-Autor Klaus-Peter Wolf ist dieses Jahr 70 geworden. Heute schreibt er über Gesetzesbrecher, in jungen Jahren ist er selber kriminell geworden. Foto: dpa/Sina Schuldt
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Heute dürfte Klaus-Peter Wolf als Bestsellerautor keine finanziellen Nöte mehr kennen. In jungen Jahren aber hat er im Supermarkt gestohlen und auf dem Weg zu einer Lesung einen Automaten geknackt, um das Benzin zahlen zu können.

Es handelte sich um einen Kondomautomaten in den Toilettenräumen einer Tankstelle, erzählt Klaus-Peter Wolf. Er hatte dort getankt, aber nicht genug Geld, um den Sprit zu bezahlen.

Er sei später allerdings noch einmal zu der Tankstelle zurückgekehrt und habe Geld dagelassen: „Ich habe versucht, das wieder gutzumachen.“ Kondome habe er damals aber nicht mitgenommen, so Wolf, nur das Geld.

Der geknackte Automat ist allerdings nicht der einzige juristische Fehltritt des Top-Autors, dessen Bücher 15 Millionen mal verkauft wurden. Nachdem er zwischenzeitlich einen Verlag geleitet hatte, blieb er auf 2,7 Millionen D-Mark (etwa 1,3 Millionen Euro) Schulden sitzen. In der Folge ließ er im Supermarkt mindestens einmal Windeln mitgehen. Wie er den großen Karton aus dem Laden geschmuggelt hat, verrät Wolf nicht, sagt nur, dass es „nicht so einfach gewesen“ sei.

„Aber es war auch nicht einfach, so zu leben“, so Wolf im Gespräch mit unserer Redaktion, „ich hatte diese Schulden. Damals konnte jeder gegen dich durchpfänden, du hattest keine Rechte. Dieses Land, dieses Justizsystem ist mit einem jungen Vater sehr grausam umgegangen. Ein Vater hat ein Recht darauf, seine Kinder gut durchzubringen.“

Auch diesen Schaden hat der Autor versucht, auszugleichen. Er habe später in dem Laden erzählt, was er dort einst verbrochen hatte und zur Wiedergutmachung Bücher signiert.

Das Interview mit Klaus-Peter Wolf erscheint am Freitag, 22. März.

Lesen Sie hier das Interview: Klaus-Peter Wolf: „Ich war acht Jahre alt und ein verbotener Schriftsteller“

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