Berlin Warum sich Fake News in den sozialen Medien so schnell verbreiten
Täglich werden Nutzer sozialer Medien mit einer Vielzahl von Nachrichten über das Weltgeschehen versorgt. Nicht alle davon entsprechen der Wahrheit, andere werden künstlich aufgebauscht. Welche Strategie steckt dahinter?
Der Begriff Fake News setzt sich aus den englischen Wörtern „gefälscht“ und „Neuigkeiten“ zusammen. Mithilfe reißerischer Schlagzeilen und Bilder werden Behauptungen in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram verbreitet. Solche Falschmeldungen sollen die Aufmerksamkeit der Nutzer wecken und sie zum Weiterleiten an Freunde und Bekannte animieren.
Geradezu zu politischen Ereignissen, wie beispielsweise dem Ukraine-Krieg, oder zu der anstehenden Präsidentschaftswahl in den USA werden Fake News produziert. So soll etwa durch gezielte Falschbehauptungen die Glaubwürdigkeit von Politikern infrage gestellt werden.
Forscher der kanadischen University of Regina haben mittels zweier Studien nach Gründen gesucht, warum sich Fake News in sozialen Netzwerken so schnell verbreiten. Denn nach Angaben der Wissenschaftler finden Falschbehauptungen häufig mehr Leser als Nachrichten seriöser Medien.
Die Studien kamen zu dem Ergebnis, dass in sozialen Medien häufig ein psychologischer Effekt greife. Demnach seien Neuigkeiten häufig sensationsartig formuliert und zielten auf die Gefühle der Menschen ab. Der Wahrheitsgehalt einer Nachricht spiele dagegen nur eine untergeordnete Rolle.
Meistens sind die Produzenten von Fake News mit dieser Strategie erfolgreich. Teilen die Nutzer eine Nachricht in sozialen Netzwerken besonders häufig, wertet der Algorithmus das als Signal für die Wichtigkeit eines Posts. Die Folge: Die Nachricht wird immer mehr Leuten angezeigt.
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Dass Fake News von Konsumenten geglaubt werden, hat mehrere Gründe: Geschickte Programmierer gestalten glaubwürdige Seiten, die sich kaum von seriösen unterscheiden – oder sie nennen echte Zeitungen als Quellen. Gerade Internetnutzer lesen oft nur die Überschrift. Dass etwas in dem Text nicht stimmt, fällt somit nur selten auf auf.
Wenn beispielsweise ein Familienmitglied Nachrichten teilt, verlässt sich sein Umfeld darauf, dass diese stimmen. Es ist auch möglich, dass es Nutzern egal ist, ob die Nachrichten stimmen oder nicht, solange diese mit ihrer Meinung übereinstimmen.
Der stetige Konsum von Falschmeldungen kann darüber hinaus dafür sorgen, dass Menschen anderen Medien immer mehr misstrauen. Im schlimmsten Fall können sie zu Angst oder genereller Unsicherheit führen, warnt der „Verein mit dem Ziel der Aufklärung über Internetmissbrauch“. Weitere Symptome sind demnach Stress oder depressive Züge.
Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt vor Symptomen wie Angst und Panik sowie eine Polarisierung des eigenen Meinungsbildes.