Kopenhagen  Dänemark will Frauen zum Dienst an der Waffe verpflichten

Antonia Stief
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Von Antonia Stief
| 15.03.2024 19:20 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Mette Frederiksen verkündet eine Wehrpflicht für Frauen in Dänemark. Foto: AFP/Liselotte Sabroe
Mette Frederiksen verkündet eine Wehrpflicht für Frauen in Dänemark. Foto: AFP/Liselotte Sabroe
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Aufgrund des Ukrainekrieges möchte Dänemark seine Verteidigung verbessern. Ein Schritt in diese Richtung soll der Militärdienst für sowohl Männer als auch für Frauen sein.

Für dänische Frauen ist der Wehrdienst bisher nicht angeordnet. Das soll sich ändern. Frauen sollen künftig zum Militärdienst eingezogen werden, verkündete die dänische Premierministerin Mette Frederiksen am Mittwoch in Kopenhagen. „Wir rüsten nicht auf, weil wir Krieg wollen. Wir rüsten auf, weil wir ihn vermeiden wollen“, sagte Frederiksen.

Die Regierung plane damit die „volle Gleichberechtigung der Geschlechter“, erklärte Frederiksen. Zuletzt hatten 4700 Dänen Wehrdienst geleistet, darunter ein Viertel Frauen. Ab 2026 sollen jedes Jahr 5000 Männer und Frauen als Wehrpflichtige einberufen werden und die Wehrdienstzeit soll von vier auf elf Monate verlängert werden. Die ersten fünf Monate seien für eine Grundausbildung, danach geht es um Spezialisierungen.

Beschlossen sind die Pläne jedoch noch nicht. Im Juni 2023 hatte allerdings eine breite Mehrheit im dänischen Parlament einem solchen Verteidigungsabkommen, das mehr Gleichheit bei der Wehrpflicht vorsieht, zugestimmt.

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Angesichts des Ukrainekrieges wächst die Besorgnis der Verteidigungspflicht in Dänemark, so die Ministerpräsidentin. „Die Wehrpflicht muss auf dem aktuellen Stand sein, einerseits in Bezug auf die Grundwerte, die unsere Gesellschaft ausmachen, andererseits aber auch in Bezug auf das Bedrohungsszenario, mit dem wir konfrontiert sind“, sagte der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen.

Poulsen fügte hinzu, die sicherheitspolitische Lage in Europa werde immer ernster. Es sei entscheidend, „dass wir in Dänemark eine robustere Wehrpflicht bekommen, wenn wir die dänische Verteidigung aufbauen müssen. Deshalb brauchen wir eine breitere Basis für die Rekrutierung, die alle Geschlechter einschließt.“ Spätestens 2026 soll das Gesetz in Kraft treten.

Die Militärgewerkschaft von Dänemark kritisierte das Vorhaben der Regierung. Es sei schwierig, 5000 Wehrpflichtige für bis zu elf Monate aufzunehmen, da es an Ausbildern fehle, sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Jesper K. Hansen in dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk DR.

Er fügte hinzu, dass das Vorhaben so kurzfristig nicht realistisch sei und man „ein völlig anderes Set-Up bräuchte.“

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