Hamburg Diese Vinyl-Schallplatten sind besonders wertvoll
Im Schatten des Musikstreamings feiert die Vinyl-Schallplatte ein kleines Comeback. Entsprechend sind einige Aufnahmen im Wert stark gestiegen. Diese Platten sind mittlerweile richtig viel Geld wert.
Das Smartphone mit den Kopfhörern oder einem Lautsprecher verbinden, Streaming-App öffnen und einen Song abspielen: Musikhören war wahrscheinlich noch nie so einfach wie heute. Entsprechend haben viele Menschen ihre physischen Tonträger wie Schallplatten, CDs oder Kassetten aussortiert. Doch gerade unter den Platten ruhen zum Teil wahre Schätze. Wir zeigen Ihnen, wie Sie ihren Wert herausfinden.
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Zunächst die schlechte Nachricht: Dass Sie in Besitz der teuersten Schallplatte der Welt sind, ist eher unwahrscheinlich. Es handelt sich dabei um das Album „Once Upon a Time in Shaolin“ der US-amerikanischen Hip-Hop-Gruppe Wu-Tang Clan aus dem Jahr 2015. Die Band ließ es nur ein einziges Mal pressen und anschließend versteigern. Ein Hedgefonds-Manager ließ sich das Einzelstück rund zwei Millionen Dollar kosten.
Ähnlich utopisch verhält es sich mit den Vinyl-Singles „That’ll Be The Day“ und „In Despite All The Danger“ von The Quarrymen, der Schulband des späteren Beatles-Sängers John Lennon. Laut Schätzung des australischen Versicherungsunternehmens Noble Oak sind die Aufnahmen rund 350.000 Dollar wert. Allerdings befinden sich die wenigen Exemplare im Besitz von Ex-Beatle Paul McCartney, der sie bislang nicht verkaufen will.
Grundsätzlich sind viele Vinyl-Schallplatten der Beatles unter Sammlern beliebt und entsprechend wertvoll. Spitzenreiter ist dabei das Album „The Beatles“ (auch als „White Album“ bekannt) aus dem Jahr 1968 mit der Seriennummer 0000001. Diese Ausgabe stammt aus dem Privatbesitz von Ex-Beatles-Schlagzeuger Ringo Starr und gilt mit einem Preis von 700.000 Euro als die am teuersten verkaufte Platte aus einer kommerziellen Veröffentlichung.
Besonders wertvoll sind Erstveröffentlichungen oder Schallplatten, auf denen der Künstler beziehungsweise die Bandmitglieder ein Autogramm hinterlassen haben. Auch hier geben die Beatles ein anschauliches Beispiel. Eine Vinyl-Ausgabe von „Sgt. Peppers‘s Lonely Hearts Club Band“ aus dem Jahr 1967 wurde für den stolzen Preis von 255.000 Euro versteigert, da John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr auf dem Werk unterschrieben hatten.
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Demnach gilt: Erstpressungen, Sammlerstücke und Ausgaben mit Autogrammen der Künstler können mitunter zu hohen Sammlerpreisen führen. Dass diese wie bei den obigen Beispielen im sechsstelligen Bereich liegen, ist zwar eher unwahrscheinlich. Doch eine gut erhaltene alte Schallplatte mit entsprechender Soundqualität kann durchaus einige Hundert Euro wert sein. Das gilt im Übrigen nicht nur für Bands und Künstler wie den Beatles, sondern auch Pink Floyd, den Rolling Stones, Fleetwood Mac oder Bob Dylan.
Doch wie lässt sich herausfinden, ob es sich bei einer Schallplatte um eine Erstpressung handelt oder nicht? Hinweise finden sich unter anderem in der Gravur auf der Auslaufrille einer Platte. Anhand der sogenannten Matrixnummern lässt sich ablesen, in welchem Jahr und in welchem Land die Platte produziert wurde.
Eine andere Möglichkeit: Findet sich zum Beispiel auf einer Schallplatte der Beatles aus den 1960er-Jahren ein Barcode, handelt es sich nicht um eine Erstpressung – denn als das entsprechende Album veröffentlicht wurde, gab es noch keine Barcodes.
Das Vinyl selbst sollte staubfrei und vor allem ohne Kratzer sein. Besonders beliebt sind Pressungen aus Japan, da bei diesen in der Regel hochwertiges Vinyl verwendet wird. Auch Pressungen aus England und Deutschland haben bei Plattensammlern einen guten Ruf. Eine gut erhaltene Hülle kann den Wert zusätzlich seigern. Schäden wie Risse, Flecken oder Beschriftungen sorgen dagegen für einen Wertverlust.
Um herauszufinden, ob es sich um eine wertvolle Schallplatte handelt oder nicht, können die Besitzer beispielsweise einen örtlichen Plattenladen aufsuchen. Die Mitarbeiter können dann den Wert eines Albums oder einer Sammlung schätzen. Allerdings sollten Sie beachten, dass Händler eine Platte in erster Linie nicht besitzen, sondern weiterverkaufen wollen. „Richtige“ Sammler zahlen womöglich noch mehr Geld.
Andere Möglichkeiten sind Auktionshäuser oder Online-Plattformen wie „Discogs“. Zudem ist es empfehlenswert, vorab zu recherchieren, zu welchen Preisen vergleichbare Schallplatten verkauft werden. Damit wird zum einen vermieden, eine Ausgabe unter Wert zu verkaufen, zum anderen können dadurch übertriebene Erwartungen gedämpft werden.
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