American Football  Auf Leeraner warten Spiele vor einer Mega-Kulisse

Maren Stritzke
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Von Maren Stritzke
| 13.03.2024 16:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Hamburg Sea Devils trugen im vergangenen Jahr ihr Heimspiel in der European League of Football gegen die Düsseldorfer Rhein Fire im Hamburger Volksparkstadion aus – vor rund 32.500 Zuschauern. Foto: Imago
Die Hamburg Sea Devils trugen im vergangenen Jahr ihr Heimspiel in der European League of Football gegen die Düsseldorfer Rhein Fire im Hamburger Volksparkstadion aus – vor rund 32.500 Zuschauern. Foto: Imago
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Lauritz Heinze ist von den Hannover Grizzlies zu den Hamburg Sea Devils gewechselt. In der neuen Saison werden die Hamburger erneut im Volksparkstadion spielen – und hoffen auf einen Fan-Rekord.

Hannover - Mit den Hannover Grizzlies hat Lauritz Heinze in der Regionalliga schon vor rund 1200 Zuschauern gespielt. Nach seinem jüngst vollzogenen Wechsel zu den Hamburg Sea Devils muss sich der Leeraner aber auf andere Dimensionen einstellen: 32.500 American-Football-Fans verfolgten im vergangenen Juni im Volksparkstadion die Partie zwischen den Devils und der Mannschaft Rhein Fire aus Düsseldorf. Dieser Rekord in der Football-Geschichte der Hansestadt soll am 14. Juli gebrochen werden. In der neuen Saison der European League of Football spielen die „Seeteufel“ erneut im Volksparkstadion – und auf dem Spielfeld wird der Butenostfriese Lauritz Heinze mit um Punkte kämpfen.

Lauritz Heinze (rechts) ist von den Hannover Grizzlies zu den Hamburg Sea Devils gewechselt. Foto: Privat/Viola Sundermann
Lauritz Heinze (rechts) ist von den Hannover Grizzlies zu den Hamburg Sea Devils gewechselt. Foto: Privat/Viola Sundermann
„Vor solch hohen Zuschauerzahlen hat man schon Respekt“, sagt der 25-Jährige, der seit 2017 in Hannover lebt. Der Leeraner studiert dort Bau- und Umweltingenieurwesen. 2019 absolvierte er sein erstes Training bei den Hannover Grizzlies, spielte erst in der Zweiten Herren, stieg dann in die Regionalliga-Mannschaft auf. Im vergangenen Monat gab dann sein neuer Verein die Verpflichtung des jungen Talents aus Ostfriesland bekannt: „Für die Sea Devils und die Stadt Hamburg spielen zu dürfen, ist eine große Ehre für mich. Ich bin dem Norden sehr verbunden und bereit, dafür alles zu geben, um mit den Sea Devils um eine Meisterschaft zu kämpfen“, wird der 25-Jährige auf der Internet-Vereinsseite der Hanseaten zitiert.

Fahrgemeinschaft nach Hamburg

Heinze führte die Grizzlies als Teamkapitän an. Nach der Saison wurde er abgeworben. Tevin Hanley aus dem Trainerteam der Sea Devils schrieb ihn einfach auf Instagram an und fragte, ob er Interesse an einem Wechsel hätte. Heinze sagte zu und pendelt aktuell jeden Sonnabend nach Hamburg. Dabei bildet er eine Fahrgemeinschaft mit zwei weiteren Spielern aus Hannover. „Mit dem Auto dauert eine Fahrt etwa anderthalb Stunden“, sagt Heinze. Nach der zweistündigen Trainingseinheit zehrt die Rückfahrt zusätzlich an den Kräften, aber: „Dadurch, dass wir uns am Steuer abwechseln können, funktioniert das ganz gut.“ Während der Saison wird das Training auf zwei Präsenzeinheiten erhöht. Hinzu kommen Theoriestunden, bei denen per Videokonferenz Spielzüge und Taktik durchgesprochen werden. „Außerdem habe ich noch einen Trainingsplan bekommen mit vier Krafteinheiten und zwei Laufeinheiten“, erklärt Heinze, der in seinem Alltag den Sport, sein Studium und seinen Nebenjob bei der Deutschen Bahn unter einen Hut bringen muss.

Doch der 25-Jährige ist an ein hohes Pensum gewöhnt. Sechs Jahre lang war er beim Ruderverein Leer aktiv, gehörte zum Team Niedersachsen und Team Nordwest und nahm an Deutschen Meisterschaften teil. Ein Jahr lang ruderte er noch in Hannover. „Das Leistungspensum aufrechtzuerhalten war aber schwierig“, sagt Heinze, der sich daraufhin nach einer neuen Sportart umsah. Seine Wahl fiel auf Football. „Ich schaue mir gerne die NFL-Spiele oder den Superbowl im Fernsehen an“, sagt er. Er fragte also bei den Hannover Grizzlies an und ging zum ersten Training. „Die körperliche Belastung ist natürlich eine ganz andere als beim Rudern.“ Dennoch entschied er sich, dabei zu bleiben. „Vor allem die starke Gemeinschaft macht den Sport aus“, sagt Heinze, der sich binnen fünf Jahren zu einem Leistungsträger entwickelte. Im Hannoveraner Team spielte er auf der Position des Cornerbacks – und war somit Teil der Defensive.

Auch ein Spiel im Bremer Weserstadion

Mit den Hamburg Sea Devils spielt der Leeraner in der kommenden Saison in der European League of Football, in der 17 Teams aus neun Nationen vertreten sind. Das erste Spiel bestreiten die Hamburger am 26. Mai bei den Prag Lions. Am 14. Juli steht das Spiel im Hamburger Volksparkstadion gegen Titelverteidiger Rhein Fire an. Die Heimspiele gegen Prag (16. Juni) und die Madrid Bravos (24. August) sollen im Stadion an der Hamburger Hoheluft ausgetragen werden. Lauritz Heinze darf sich aber auch auf zwei persönliche „Heimspiele“ freuen. Denn in der Heinz-von-Heiden-Arena, der Spielstätte von Fußball-Zweitligist Hannover 96, finden die Duelle gegen Frankfurt Galaxy (28. Juli) und die Cologne Centurions (18. August) statt. Zuvor am 2. Juni werden die Hanseaten im Bremer Weserstadion gegen die Paris Musketeers antreten.

Wenn Lauritz Heinze in den großen norddeutschen Fußball-Arenen spielen wird, dann werden auch einige Ostfriesen auf den Zuschauerrängen sitzen: Seine Familie aus Leer sowie seine Freunde haben schon angekündigt, dass sie bei einem der Spiele dabei sein werden.

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