Osnabrück  Kung Fu Panda 4: Action und Kung-Fu-Kicks trotz Panda-Ruhestand

Daniel Benedict, Frank Jürgens
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Von Daniel Benedict, Frank Jürgens
| 13.03.2024 14:49 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Kung Fu Panda 4: Po muss seinen Titel als Drachenkrieger weitergeben: Wäre die Füchsin Zhen eine würdige Erbin? Foto: Dreamworks
Kung Fu Panda 4: Po muss seinen Titel als Drachenkrieger weitergeben: Wäre die Füchsin Zhen eine würdige Erbin? Foto: Dreamworks
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Was läuft? Eine neue Kinowoche startet in Osnabrück. Dieses Mal besprechen unsere lokalen Kino-Experten ausführlich die Qualitäten des neuen „Kung Fu Panda“-Films. Außerdem dabei: „The Persian Version“, „Miller‘s Girl“, „Creation of the Gods I: Kingdom of Storms“ und zwei weitere Neustarts.

Eigentlich ist Po ein Pandabär wie du und ich: Vor 16 Jahren startet er seine Karriere als Nudelkellner im Familienbetrieb – und träumt heimlich davon, ein Schüler des Kung-Fu-Meisters Shifu zu werden. Und genau das wird Wirklichkeit. In Teil 1 wird Po zum Drachenkrieger erwählt und jagt üble Schurken. Im aktuellen Film, seinem vierten Abenteuer, muss er den Ehrentitel nun an die nächste Generation weitergeben. Nach dem Ausstieg aus dem aktiven Dienst soll er zum spirituellen Führer aufsteigen – auch wenn ihm selbst das eher wie ein Abstieg vorkommt.

Nicht nur Kinder mögen den Kung Fu Panda. Auch Eltern haben Spaß an den Filmen – vielleicht auch deshalb, weil sie im Panda einen Star der eigenen Kindheit erkennen: Die deutsche Stimme von Po ist seit dem ersten Film der Reihe Hape Kerkeling. Fans mit guten Ohren könnten sich an eine andere Animationsreihe erinnert fühlen. Der Schauspieler spricht auch den Schneemann Olaf in Disneys „Eiskönigin“.

Hier sehen Sie den Trailer zum „Kung Fu Panda 4“:

Im neuen Film bessert der Panda Po sein Einkommen als Stargast von Restaurant-Eröffnungen auf. In der Realität ist er Milliardär. Keiner der drei bisherigen Filme hat unter 500 Millionen Dollar eingespielt; am erfolgreichsten war Teil 2 mit 665 Millionen. Zusammen haben die Panda-Abenteuer dem Studio Dreamworks allein an der Kinokasse über 1,8 Milliarden Dollar eingebracht – bei Produktionskosten von insgesamt 425 Millionen Dollar.

Eine Animationsreihe könnte ihren Helden die ewige Jugend schenken. Umso höher muss man es dem Studio anrechnen, dass es sich dagegen entscheidet – und dem ewigen Spielkind Po eine Geschichte von Abschied und Reife auf den pelzigen Leib schreibt. Ganz so weise, wie es die spirituelle Panda-Karriere nahelegt, ist das Drehbuch dann aber nicht. Teil 4 setzt derart auf Action, dass Kinder sich die Aufregung noch beim Abspann mit eigenen Kung-Fu-Kicks aus dem Leib strampeln. Höhepunkte sind dann gerade die Momente, in denen nichts kaputtgeht – zum Beispiel eine tolle Verfolgungsjagd durch den Porzellanladen. Eine schöne Hommage oder einfach nur gut geklaut, ist die „Happy Bunny Tavern“ – ein wackliges Gasthaus, das immer wieder vom Berghang zu stürzen droht. Wer sich und seinen Kindern was Gutes tun will, guckt hinterher noch Chaplins „Goldrausch“, bei dem der Panda sich hier bedient. 94 Min., FSK 6 Jahre. (Cinema-Arthouse, Hall of Fame, jeweils 2D und 3D)

The Persian Version

Die junge Filmemacherin Leila (Layla Mohammadi) fühlt sich kulturell zerrissen. Als iranisch-amerikanische Frau glaubt sie, nirgendwo hereinzupassen. „Zu iranisch für Amerika. Zu amerikanisch für den Iran“, wie sie selber sagt. Als sie nach einem One-Night Stand feststellt, dass sie schwanger ist, ist guter Rat teuer. Denn es kündigen sich ihre acht Brüder und ihr Vater an, der kurz vor einer riskanten Herz-OP steht. Für die bunte und lebensbejahende Culture-Clash-Komödie von Maryam Keshavarz (Buch und Regie) gab es zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Publikumspreis auf dem Sundance-Festival 2023. 108 Minuten, FSK 12 Jahre. (Cinema Arthouse)

Die Herrlichkeit des Lebens

Sommer, Sonne, Ostseestrand. Eigentlich möchte die junge Erzieherin Dora Diamant (Henriette Confurius) mit ihrem Sommerjob im Jahre 1923 nur der Enge ihrer strengen Familie entfliehen. Als sie dann aber auf diesen komischen Kauz namens Franz Kafka (Sabin Tambrea) trifft, der in Anzug und polierten Schuhe wie eine unwirkliche Erscheinung im Sand steht, ist es seltsam um die beiden geschehen. Verfilmung einer außergewöhnlichen Liebesgeschichte nach dem Roman von Michael Kumpfmüller zum Kafka-Jahr anlässlich des 100. Todestages. 99 Minuten, FSK 6 Jahre. (Cinema Arthouse)

Miller‘s Girl

Jonathan Miller (Martin Freeman), frustrierter Schriftsteller, dem der Erfolg versagt bleibt, unterrichtet Creative Writing. Die neue Schülerin Cairo Sweet ist hübsch und verdammt talentiert, und bald schon verwickelt sie den hilflosen alten Lehrer in eine verhängnisvolle Affäre, die sein Leben zu zerstören droht. Für die Hauptrolle der undurchsichtigen Sweet konnte Jade Halley Bartletts (Buch und Regie) in ihrem Psychothriller auf Shooting Star Jenna Ortega („Wednesday“) zugreifen. 94 Minuten, FSK 16 Jahre. (Cinema Arthouse, Hall of Fame)

Creation of the Gods I: Kingdom of Storms

Vor gut 3000 Jahren liegt die Shang-Dynastie in ihren letzten Zügen. Noch kann eine Rebellion niedergeschlagen werden, aber mit der Machtübernahme des Königssohns Prinz Zhou (Fei Xiang) drohen düstere Zeiten anzubrechen. Kann Ji Fa (Yu Shi) die Menschen in eine bessere Zukunft führen? Der erste Teil der Trilogie „Creation of the Gods“ nach dem fantastischen Klassiker von Xu Zhonglin aus dem 16. Jahrhundert glänzt durch opulente Ausstattung und eine bildgewaltige Inszenierung. Kein Wunder. Schließlich gilt die rund 400 Millionen US-Dollar teure Trilogie als teuerste Produktion der chinesischen Filmgeschichte. 149 Minuten, FSK 16 Jahre. (Hall of Fame)

Imaginary

Hatten Sie in Ihrer Kindheit auch einen imaginären Freund? Hoffentlich haben Sie ihn später nicht einfach vergessen! Denn so ein vergessener imaginärer Freund kann ganz schön rachsüchtig sein. Diese böse Erfahrung muss Jessica (DeWanda Wise) machen, als sie mit ihrer Familie in ihr altes Elternhaus zurückkehrt. Kaum eingezogen, macht Stieftochter Alice eine unheimliche Bekanntschaft mit dem beseelten Teddybären Chauncey. Gruselhorror von Jeff Wadlow (Buch und Regie). 105 Minuten, FSK 16 Jahre. (Hall of Fame)

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