Amsterdam Erstes niederländisches Holocaust-Museum eröffnet – das müssen Besucher wissen
Das Nationale Holocaust-Museum in Amsterdam erinnert an die Verfolgung der niederländischen Juden während des Zweiten Weltkriegs. Zur Eröffnung sorgte ein Gast für große Proteste.
Im Zweiten Weltkrieg wurden zirka 102.000 Juden in den Niederlanden ermordet – so viele wie in keinem anderen westeuropäischen Land. Das Nationale Holocaust-Museum in Amsterdam ist das erste Haus, das an die Judenverfolgung in dem Land erinnert.
Das Museum wurde am vergangenen Sonntag in den Gebäuden eröffnet, wo während des Zweiten Weltkriegs die Juden zur Deportation gesammelt wurden. In dem Haus gegenüber befand sich eine Kinderkrippe, in die man die Kinder der gefangenen Juden brachte und durch die anliegende pädagogische Hochschule in Sicherheit schleuste. Diese Gebäude bilden nun zusammen das Holocaust-Museum.
Das Holocaust-Museum zeigt rund 2500 Objekte, wie KZ-Uniformen, Fotos und Briefe, von denen viele noch nie in der Öffentlichkeit gezeigt wurden. Ein Raum ist von oben bis unten mit den Rassegesetzen und Verordnungen über den Ausschluss der Juden bedeckt.
Zehn ausgestellte Knöpfe symbolisieren einen der letzten Gegenstände, welche die Juden berührt hatten, bevor sie sich für die Gaskammer ausziehen mussten.
Auch persönliche Gegenstände, wie ein Kinderkleid oder ein Pinsel eines Malers sind ausgestellt.
Dass der israelische Präsident Isaac Herzog auch zu der Eröffnung des Holocaust-Museums kam, sorgte für Proteste rund um das Gebäude. Die Demonstranten schwenkten palästinensische Flaggen und forderten in Sprechchören einen sofortigen Waffenstillstand im Gazastreifen.
Organisiert wurde der Protest unter anderem von jüdischen Gruppen, die Schilder mit der Aufschrift „Juden gegen Völkermord“ trugen.
Ein Sprecher des Museums teilte gegenüber der „Deutschen Welle“ mit, dass Herzog bereits vor dem Israel-Krieg eingeladen wurde. Der Präsident repräsentiere die Holocaust-Überlebenden, die nach Israel ausgewandert seien.
Die Präsidentin des Bundesrates, Manuela Schwesig, hatte den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier bei der Eröffnungsfeier vertreten. In ihrer Rede betonte sie, wie wichtig Erinnerungskultur sei. Sie sehe es als „Verpflichtung für Gegenwart und Zukunft“ an, dass sich die Ereignisse nicht wiederholen. Dabei bezog sie sich auch auf den Angriff der Hamas und anderer extremistischer Gruppen am 7. Oktober 2023 in Israel.
Sie sei schockiert, dass Juden erneut Opfer von Hass, Gewalt und Morden geworden seien.
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