Ersthelfer erzählt vom Einsatz Wie ein 21-Jähriger eine Frau aus ihrem brennenden Haus in Holtland rettete
Gemeinsam mit Rettungssanitätern hat Tim Wissmann einer Frau aus Holtland und ihrem Hund wohl das Leben gerettet. Der 21-Jährige hat uns erzählt, wie er half, sie aus ihrem brennenden Haus zu holen.
Holtland - Es ist später Freitagabend. Tim Wissmann ist am 1. März 2024 eigentlich auf dem Weg nach Hause. Er wohnt in Großefehn. Doch als der 21-Jährige auf der Bundesstraße 436 gerade die Ortschaft Holtland in der Samtgemeinde Hesel passiert, sieht er einen Rettungswagen auf der Straße stehen, Rauch steigt aus einem Haus rechts an der Straße auf. Für Tim Wissmann eine merkwürdige Situation, wie er dieser Zeitung erzählt. Er dreht um und fährt zurück. Später sollte ich herausstellen, dass in der Nacht auf Samstag im Anbau ein Feuer ausgebrochen war – und er dabei half, einer Frau und ihrem Hund das Leben zu retten.
„Mir ist kurz der Gedanke gekommen, was wäre, wenn die Zeit so knapp ist, dass man vorbeifährt und der Rettungsdienst vor Ort nicht ins Haus gekommen wäre. Und wenn man nur fragt, ob man helfen kann. Wenn schon alles geklärt ist, dann hat man wenigstens gefragt“, erzählt der 21-Jährige. Es stellt sich heraus, dass die Besatzung des Rettungswagens ebenfalls nur zufällig vorbeigekommen ist und gerade verzweifelt nach einem Zugang ins Haus sucht. Wissmann entscheidet sich kurzerhand, den Sanitätern zu helfen.
Frau und Hund schliefen in verrauchtem Erdgeschoss
Gemeinsam entscheiden sich die Ersthelfer, die gläserne Eingangstür einzuschlagen. „Wir haben vermutet, dass das Schlafzimmer oben war, aber da war keins. Wir sind dann nach unten und sind Raum für Raum vorgedrungen ins Haus und haben die Person gesucht“, erinnert sich Wissmann. Im Erdgeschoss, das sich mehr und mehr mit Rauch füllt, finden sie die Bewohnerin und ihren Hund schlafend vor. Gemeinsam weckten die Ersthelfer sie, brachten sie aus der gefährlichen Situation ins Freie – und retteten ihnen damit vermutlich das Leben. „Ein paar Minuten später wäre es vielleicht anders ausgegangen“, so der 21-Jährige.
Diese Aktion beeindruckt auch die Feuerwehr. „Mein allergrößter Respekt an den Ersthelfer. Er hat angehalten und sich selbst in Gefahr begeben“, sagt Einsatzleiter Jan-Tammo Janssen. Ausgebrochen war der Brand in einem Gebäudeanbau. Dieser stand bei Eintreffen der alarmierten Rettungskräfte lichterloh in Flammen, welche bereits auf das Dach des Hauses übergriffen. Der Feuerwehr gelang es, den Brand unter Kontrolle zu bringen, bevor auch das gesamte Haus in Flammen aufging.
Ersthelfer mussten ins Krankenhaus
Die Bewohnerin, die beiden Einsatzkräfte des Rettungswagens sowie Tim Wissmann mussten mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung vorsorglich ins Krankenhaus gebracht werden. Es ist wohl wirklich nur einem glücklichen Zufall zu verdanken, dass die drei Ersthelfer genau in dem Moment genau an dieser Stelle waren und so handelten. Dank ihres Einsatzes konnte vermutlich ein Menschen- sowie ein Hundeleben gerettet werden.
Die Polizei schätzt den Schaden auf rund 20.000 Euro. Die Ermittlungen der Beamten zur Brandursache laufen noch. Die Feuerwehren aus Holtland, Brinkum und Hesel, sowie die Drehleiter aus Leer waren im Einsatz, um das Feuer zu bekämpfen. Der Rettungsdienst war mit zwei Rettungswagen, einem Notarzt und einer Gruppe zur Absicherung der Einsatzkräfte vor Ort. Der gesamte Einsatz dauerte etwa drei Stunden. Während des Einsatzes wurde die Bundesstraße zwischen Holtland und Hesel bis nach Mitternacht gesperrt.