Hamburg  Kindererziehung: Sind Babyboomer fortschrittlicher als jüngere Generationen?

Henry Borgelt
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Von Henry Borgelt
| 08.03.2024 17:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Besonders bei der sogenannten „Care-Arbeit“ klaffen die Meinungen zwischen den Generationen auseinander. Foto: IMAGO / imagebroker
Besonders bei der sogenannten „Care-Arbeit“ klaffen die Meinungen zwischen den Generationen auseinander. Foto: IMAGO / imagebroker
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Älteren Generationen wird oft nachgesagt, sie seien konservativ und gedanklich „festgefahrener“ als jüngere Menschen. Eine Studie zeigt nun, dass zumindest in Sachen Kindererziehung das Gegenteil der Fall seien könnte.

Generationenkonflikte gibt es an vielen Stellen in der Gesellschaft. Junge und ältere Menschen geraten dabei oft bei Grundsätzlichem aneinander: Jüngere werfen den Älteren vor, in der Vergangenheit zu leben und sich nicht anpassen zu wollen, während Ältere die Anliegen und Probleme der jüngeren Generationen nicht verstehen und ihnen teilweise nicht vertrauen.

Diese Klischees werden teilweise von einer neuen Studie zum Weltfrauentag und der Gleichstellung der Geschlechter widerlegt. So sind es vor allem die jüngeren Generationen, die in manchen Fragen deutlich konservativer eingestellt sind als beispielsweise die Babyboomer.

Die Studie des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Ipsos und des Global Institute for Women’s Leadership am King’s College London befasst sich mit gleich mehreren Fragen zur Gleichstellung der Geschlechter. Dafür wurden insgesamt 24.269 Personen aus 31 Ländern befragt. Die Stichprobe aus Deutschland umfasste rund 1000 Probanden. So behandelt die Studie neben Fragen zur Care-Arbeit, auch die Einstellung zur Förderung der Gleichstellung in der Gesellschaft.

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Eine Frage für die Probanden behandelte dabei das typische Rollenverständnis von Männern und Frauen. Dabei stellten sich ältere Menschen in dieser Hinsicht als deutlich progressiver heraus als jüngere Generationen. Der Aussage „Ein Mann, der zu Hause bleibt und sich um die Kinder kümmert, ist nicht wirklich ein Mann“, stimmte demnach jeder Fünfte in Deutschland zu (21 Prozent).

Werden die Antworten auf die einzelnen Generationen aufgeschlüsselt, zeigt sich, dass lediglich acht Prozent der Babyboomer (Jahrgänge 1956 bis 1965) dieser Aussage zustimmten. Bei der Generation X (Jahrgänge 1966 bis 1980) sind es 18 Prozent. Bei den jüngeren Generationen, namentlich den Millennials (Jahrgänge 1981 bis 1995) und der Generation Z (Jahrgänge 1995 bis 2009), stimmen hingegen ganze 35 Prozent der Millennials und 26 Prozent der Generation Z zu.

So sieht ein Drittel der Millennials und ein Fünftel der Generation Z die Männlichkeit durch Care-Arbeit bedroht. Bei einer globalen Betrachtung zeigt sich, dass es sich dabei nicht nur um ein deutsches Phänomen handelt. So sind es auch hier vor allem die jüngeren Befragten, die einen Verlust der Männlichkeit fürchten.

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