Landesligisten auswärts gefordert Beim TuS Esens kommt ab sofort eine Kamera zum Einsatz
Die ostfriesischen Fußball-Landesligisten streben am Wochenende eine Revanche für Hinspiel-Niederlagen an. Sie setzen jeweils auch auf zurückkehrende Spieler.
Firrel/Esens - Eigene Tore, Gegentreffer und weitere Spielsituationen können beim TuS Esens ab sofort im Nachgang genauer unter die Lupe genommen werden. Möglich macht dieses eine Kamera, die Sponsor KSO Nord GmbH dem Fußball-Landesligisten zur Verfügung gestellt hat. „Mit einem Riesenstativ“, führt Trainer Ralf Backhaus aus. „So können wir die Spiele genau analysieren, zum einen vom mannschaftlichen Verhalten her. Zum anderen können wir auch punktuell gravierende Szenen mit einzelnen Spielern besprechen“, freut sich Backhaus.
Erstmals zum Einsatz – nach einem Test beim Training – soll die neue Kamera am Sonntag beim Esenser Gastspiel beim SV Vorwärts Nordhorn. Anstoß ist um 15 Uhr. Eine Stunde eher beginnt die Partie des zweiten ostfriesischen Sechstligisten, GW Firrel, beim SV Bevern. Sowohl Esens als auch Firrel haben die Hinspiele jeweils erst in der Schlussphase verloren und peilen nun entsprechend eine Revanche an.
Unsere Tipps
Nordhorn – Esens 1:1. Es dürfte ein knappes Spiel werden. Esens möchte aus einer kompakten Defensive agieren, viele Tore sind eher unwahrscheinlich.
Bevern – Firrel 1:2. Nach Jahren in der Spitzengruppe hakt es beim SV Bevern. Auch bei Firrel stockt der Motor noch ein wenig in der Liga. Die Leistung von der Jahresauftakt-Niederlage in Papenburg stimmt für das Bevern-Spiel aber optimistisch.
Zehn Karten im Firrel-Bevern-Hinspiel
„Wir wollen so schnell wie möglich da unten rauskommen“, sagt Firrel-Coach Bernd Grotlüschen klipp und klar. „Dafür brauchen wir Siege.“ Mit einem Erfolg in Bevern würden die Firreler am Gegner vorbeiziehen und den hinterlegten, ersten Abstiegsplatz verlassen. Doch da höchstwahrscheinlich kein Oberligist in die Landesliga Weser-Ems absteigen wird, wird sich die Zahl der Landesliga-Absteiger von sechs auf fünf reduzieren.
„Ich hoffe, dass wir in Bevern die Leistung wie vor einer Woche Papenburg bringen – nur dass wir dann auch mal das Tor eher machen“, sagt Grotlüschen. Beim 2:3 gegen BW Papenburg vergab Firrel gute Chancen, lag 0:3 hinten und betrieb am Ende nur noch Ergebniskosmetik. Das Hinspiel gegen Bevern ging turbulent zu. Firrel lag früh 0:2 zurück, musste nach einer Notbremse von Henning Röbke – es war Firrels einziger Platzverweis in dieser Saison – mehr als 70 Minuten in Unterzahl spielen. Nach Umstellungen konnten zehn Firreler ausgleichen, verloren letztendlich aber mit 2:4. Bei den Gelben Karten stand es 5:4.
„Keine schönen“ Backhaus-Erinnerungen an Nordhorn
Bitter für Firrel, dass Reinhard Grotlüschen im Rückspiel gelbgesperrt fehlen wird. Dafür kehren in der Offensive Steef Borgman und Lukas Berghaus nach Verletzungen zurück.
Rückkehrer gibt es auch beim TuS Esens. Frank Til und Isaiah Stainbank sind wieder einsatzbereit und drängen in die Startelf. „Das wird uns noch einmal mehr Stabilität geben. Wir wollen aus einer sicheren, etwas tieferen Defensive spielen“, verrät TuS-Coach Ralf Backhaus. Verzichten muss er voraussichtlich berufsbedingt auf Mittelfeldantreiber Niklas Pinkernell.
In diesem Jahrtausend hat sich Esens mit Vorwärts Nordhorn schon einige Duelle in der Landesliga und Bezirksoberliga geliefert. Es waren meistens enge Spiele, von den neun Aufeinandertreffen seit 2004 gab es nur einmal ein Ergebnis mit zwei Toren Unterschied. TuS-Trainer Ralf Backhaus hat sich einst viele Duelle mit Nordhorn auf dem Rasen geliefert. „Ich habe aber keine schönen Erinnerungen. Die hatten immer so Riesenspieler.“ Jetzt ist es andersherum. Esens hat ein paar Hünen im Team. „Über die Körperlichkeit wollen wir auch kommen.“