Hamburg  Studie: Jeder zweite Mann fühlt sich durch Förderung der Gleichstellung diskriminiert

Henry Borgelt
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Von Henry Borgelt
| 08.03.2024 06:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Eine Studie attestiert Fortschritte bei der Gleichstellung der Geschlechter in Deutschland. Dennoch fühlen sich viele Männer durch die Förderung der Gleichstellung diskriminiert. Foto: dpa/dpa-Zentralbild | Jens Kalaene
Eine Studie attestiert Fortschritte bei der Gleichstellung der Geschlechter in Deutschland. Dennoch fühlen sich viele Männer durch die Förderung der Gleichstellung diskriminiert. Foto: dpa/dpa-Zentralbild | Jens Kalaene
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Bei der Gleichberechtigung von Mann und Frau gibt es positive Anzeichen in Deutschland, zeigt eine Studie. Trotz etwaiger Fortschritte gibt es aber auch geteilte Meinungen zur Gleichstellung von Männern und Frauen.

Zum Weltfrauentag am 8. März zeigt eine Befragung, dass die Gleichstellung von Männern und Frauen in Deutschland weitgehend positiv wahrgenommen wird. So gebe es positive Anzeichen für eine zunehmende Gleichberechtigung, heißt es in der Studie des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Ipsos und des Global Institute for Women’s Leadership am King’s College London.

Dennoch konnten die Forscher feststellen, dass das Vorantreiben der Gleichstellung von Mann und Frau auch polarisiert, in manchen Teilen der Bevölkerung sogar eine gewisse Besorgnis auslöst.

Für die Studie wurden insgesamt 24.269 Personen aus 31 Ländern befragt. Die deutsche Stichprobe beläuft sich auf knapp 1000 Personen. Die Fragen befassen sich mit weiblichen und männlichen Führungskräften, der Kindeserziehung und der gesellschaftlichen Gleichstellung.

So sind 49 Prozent der Deutschen der Meinung, dass schon genug für die Gleichstellung der Geschlechter getan wurde. Im Jahr 2019 waren lediglich 35 Prozent dieser Meinung. Auffallend ist allerdings, dass die Meinungen zwischen Männern und Frauen weit auseinanderklaffen. Nur 38 Prozent der Frauen meinen, es sei genug für die Gleichstellung getan worden, bei den Männern sind es ganze 60 Prozent.

Eine weitere Kluft zwischen den Geschlechtern zeigt sich bei der Frage, ob durch die Förderung der Gleichstellung nun Männer diskriminiert werden. Ganze 45 Prozent der Männer teilen diese Einstellung, während nur 29 Prozent der Frauen dem zustimmen würden. Warum sich die Männer diskriminiert fühlen oder durch welche Maßnahmen konkret, dazu macht die Studie keine Angaben.

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Mit diesen Einstellungen liegen die Deutschen laut der Studie im globalen Trend: So finden 52 Prozent der Menschen im Durchschnitt in den befragten Ländern, dass von Männern hinsichtlich der Gleichstellung von Geschlechtern zu viel verlangt werde. Auch global ist knapp jeder Zweite (46 Prozent) der Meinung, dass Männer als Folge der zunehmenden Gleichberechtigung diskriminiert werden.

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