Annekdoten zum Emder 2:0  Doppelpacker Tobias Steffen ist schüchtern auf dem Zaun

| | 03.03.2024 11:34 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
David Schiller (links) gab wieder einmal den „Humba“-Anstimmer. Tobias Steffen (rechts) kletterte als Mann des Tages ebenso auf den Zaun des Gästeblocks. Fotos: Doden, Emden
David Schiller (links) gab wieder einmal den „Humba“-Anstimmer. Tobias Steffen (rechts) kletterte als Mann des Tages ebenso auf den Zaun des Gästeblocks. Fotos: Doden, Emden
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Der Spielverlauf vom 2:0-Sieg von Kickers Emden in Rehden ist schnell erzählt. Interessanter ist das, was sich auf den Tribünen und nach der Partie abspielte.

Rehden - Das Spiel war noch keine Viertelstunde alt, da flog bereits Konfetti im Fanblock von Kickers Emden durch die Luft. Tobias Steffen hatte soeben in der zwölften Minute das 1:0 im Fußball-Oberliga-Spiel beim BSV Rehden erzielt. Der Emder Standardspezialist traf zu Beginn der Schlussphase ein weiteres Mal aus dem Spiel heraus, Kickers gewann 2:0.

Kein Wunder, dass die mehr als 100 mitgereisten Emder Fans dem Mann des Tages am Samstagnachmittag eine besondere Ehre erweisen wollten. „Tobi auf den Zaun“, skandierten die Kickers-Anhänger bei blauem Himmel und Sonnenschein. Dem kam der 31-Jährige nach. Das Megafon zum Humba-Anstimmen lehnte der Edeltechniker allerdings ab, Angreifer David Schiller – mittlerweile geübt als Vorrufer – übernahm. „Tobi ist ein wenig schüchtern“, sagte Schiller anschließend mit einem Augenzwinkern.

Marvin Eilerts (rechts) foulte gegen Rehden gelbwürdig, doch Mitspieler Andre Ndiaye sah dafür die Karte.
Marvin Eilerts (rechts) foulte gegen Rehden gelbwürdig, doch Mitspieler Andre Ndiaye sah dafür die Karte.

Falscher Emder Spieler sieht Gelb

Letztendlich griff sich Steffen aber dann doch noch das Megafon und stimmte ein „Forza BSV“ an. Die Stimmung war ausgelassen. Schiller rief beim „Humba“ sogar „Spitzenreiter“, das die Fans und Teamkollegen laut wiederholten. Zu diesem Zeitpunkt waren die Emder tatsächlich Erster. Doch eine Stunde später thronte der TuS Bersenbrück, der 6:1 beim SV Ramlingen-Ehlershausen gewann, wieder ganz oben. Der TuS hat allerdings bereits vier Spiele mehr absolviert als die Emder.

In Rehden war es ein recht chancenarmes „Kampfspiel von der ersten bis zu letzten Minute“, sagte Innenverteidiger Marvin Eilerts. Jener hatte Mitte der zweiten Halbzeit ein Foul begangen, für das letztendlich Linksverteidiger Andre Ndiaye fälschlicherweise die Gelbe Karte gesehen hatte. Der Schiedsrichter hatte Vorteil laufen lassen. Danach wusste er offenbar nicht mehr genau, wer gefoult hatte. „Der Schiri kann nicht alles sehen. Gut für mich, schlecht für André“, kommentierte Eilerts. Er bleibt in der Saisonstatistik damit bei einer Gelben, für Ndiaye war es die dritte. Bei zwei weiteren ist der gebürtige Senegalese für ein Spiel gesperrt.

Spieldaten

Emden: Djokovic, Stöhr (90. Visser), Herbst, Eilerts, Engel (90. Dassel), Kaissis (90. +2 Jabbie), Steinwender, Steffen (88. Abbey), NDiaye, Schiller (75. Lameyer), Steffens.

Tore: 0:1/0:2 Steffen (12./76.).

Motivierende Rehden-Sprecherin

Eilerts lobte zudem den eigenen Anhang. „Die Fans haben es heute zu einem Heimspiel gemacht.“ Von den rund 250 Zuschauern in Rehden hielt etwa die Hälfte zum Gäste-Team. Stimmungsmäßig waren eigentlich nur die Emder Anhänger zu hören, die fast die kompletten 90 Minuten sangen. Auf der Haupttribüne feuerte lediglich eine Person die Heimelf lautstark an: Stadion- und Pressesprecherin Silvia Lange. „Weiter, nicht nachlassen“, „geh, geh“, „dranbleiben“, rief sie von oben aufs Feld. Dazu schlug sie immer wieder gegen die Werbeplakette unter ihr. „Ich bin die einzige Ultra hier“, sagte sie darauf angesprochen augenzwinkernd. In der 60. Minute musste sie einmal die Emder Anhänger durch die Lautsprecheranlage ermahnen: „Ich bitte die Gästefans, die Leuchtmittel einzustecken. Wir wollen Fußball sehen.“

Das Spiel war allerdings eher zäh als Fußballkost. Die Emder hatten drei Großchancen, dreimal durch Tobias Steffen. Zweimal traf er. In der zwölften Minute legte er den Ball ins lange Eck, nachdem eine Kopfballabwehr der Rehdener vor seinen Füßen landete, in der 76. Minute verwertete er eine Vorlage von Pascal Steinwender.

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