E-Autos  VW Emden muss Produktion komplett stoppen

Martin Teschke
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Von Martin Teschke
| 01.03.2024 14:10 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Offizielle Enthüllung des ID.7 Tourer am 23. Februar in Emden mit Werksleiter Uwe Schwartz (links) und Thorsten Klein, Leiter der Qualitätssicherung. Foto: Ortgies
Offizielle Enthüllung des ID.7 Tourer am 23. Februar in Emden mit Werksleiter Uwe Schwartz (links) und Thorsten Klein, Leiter der Qualitätssicherung. Foto: Ortgies
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Schon wieder schlechte Nachrichten für die VW-Mitarbeiter in Emden: Jetzt gibt es Probleme mit den E-Autos. Das Werk ist erst einmal dicht.

Emden - Gerade erst ist der neue vollelektrische ID.7 Tourer feierlich in Emden vorgestellt worden, da gibt es schon wieder eine Hiobsbotschaft. Das komplette Werk in Emden wird in der nächsten Woche, also vom 4. bis zum 8. März, geschlossen. Grund sind diesmal „hausgemachte Probleme“, wie Betriebsratschef Manfred Wulff am Freitag unserer Zeitung sagte.

Offiziell hieß es von der Werkssprecherin in Emden: „Im Volkswagen Werk Emden ruht die Produktion von Elektrofahrzeugen vom 4. März bis einschließlich 8. März. Grund dafür sind Lieferengpässe bei einem Zulieferer.“ Auf Nachfrage sagte die Sprecherin: „Es gibt Lieferengpässe bei einem Antrieb für unsere vollelektrischen Modelle.“ Es handele sich um den APP550 von Volkswagen Group Components aus dem Werk Kassel. „Trotz eines deutlich verbesserten Hochlaufs dieses Hochleistungsmotors konnten die Lieferrückstände noch nicht völlig aufgeholt werden. Volkswagen Group Components arbeitet daran mit Hochdruck“, so die Sprecherin des VW Werks Emden.

Kurzfristige Entscheidung

Offenbar ist die Entscheidung zum Produktionsstopp von ID.4, ID.7 Limousine und ID.7 Tourer ziemlich kurzfristig gefallen. „Ich selbst habe auch erst am Donnerstagnachmittag davon erfahren“, sagte Wulff unserer Zeitung. Die Mannschaft sei dann am Freitag um 11.15 Uhr informiert worden.

Laut Betriebsrat gibt es Probleme mit dem Antrieb des E-Motors, der von Volkswagen selbst produziert wird. „Das ist im ganzen Konzern ein Problem“, sagte Wulff. Auch in dem rein elektrischen Werk Zwickau werde die Produktion in Teilbereichen ruhen. Mit dem Unternehmen habe man für die Mitarbeiter beim Arbeitszeitausgleich eine „praktikable Lösung“ gefunden, so Wulff. Mehr wollte er dazu auf Nachfrage nicht sagen. Unserer Redaktion liegen allerdings Dokumente vor, wonach die ausgefallene Arbeitszeit in der zweiten Jahreshälfte nachgeholt werden soll.

Reduzierte Produktion

Nach dem Produktionsstopp, also vom 11. März an, soll die Montage der E-Autos dann wieder anlaufen, allerdings nicht in zwei Schichten, sondern für zwei Wochen nur in einer Schicht. Die Produktion in zwei Schichten beginnt demnach also erst am 25. März. Dann sollen den Plänen zufolge 700 bis 800 E-Autos täglich produziert werden. Die Produktion des Arteon Shooting Brake beginnt wie berichtet erst nach Ostern.

Ansonsten gab sich der Betriebsratsvorsitzende des Emder VW-Werks dieses Mal äußerst schmallippig. Wulff zeigte sich wegen der hausgemachten Probleme eher verärgert und kündigte für die Betriebsversammlung in drei Wochen deutlichere Worte an.

Verhagelter Abschied vom Passat

Die Nachricht von dem Produktionsstopp der E-Autos kam am Freitag an einem Tag, der eigentlich VW-Geschichte schreiben sollte. Eigentlich wollte VW Emden den Abschied vom Passat feiern.

Am Freitag lief nämlich der letzte Verbrenner dieses Typs vom Band. Die nächste Generation des VW Passat wird nun im slowakischen Bratislava gebaut.

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