ID.7 Tourer  Was der neue Tourer kann – und was nicht

Martin Teschke
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Von Martin Teschke
| 24.02.2024 08:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Touch-Display: Von hier aus kann man alles steuern. Foto: Ortgies
Das Touch-Display: Von hier aus kann man alles steuern. Foto: Ortgies
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Das neue Spitzenmodell aus dem Hause VW Emden soll das ostfriesische Werk retten. Wir haben uns mal hinters Steuer gesetzt.

Ostfriesland - Der ID.7, ob nun als Limousine oder als Tourer, ist zwar offiziell der vollelektrische Nachfolger des VW Passat. Aber mit einem herkömmlichen Auto hat das Fahrzeug eigentlich nur noch Räder und Karosserie gemein. Viel eher ist der ID.7 eine Art schwebendes Smartphone.

„IDA kann sogar Witze erzählen“, rühmt Wolfgang Voß die vielen smarten Vorteile des Autos. Auf die Bitte, doch mal einen Altherren-Witz zum besten zu geben, kommt allerdings nur: „Was hat vier Beine und kann fliegen? – Zwei Vögel.“ Da ist also noch Luft nach oben – vorsichtig ausgedrückt.

Sprachassistenz der gehobenen Mittelklasse

Zur Erläuterung: IDA ist das Sprachassistenzsystem der ID-Modelle aus der gehobenen Mittelklasse. VW hatte Ostfrieslands Journalisten am Freitag zu einer Probefahrt von Emden nach Norddeich und zurück eingeladen. Wolfgang Voß, gelernter Betriebsschlosser, studierter Maschinenbauer, 57 Jahre alt und seit 35 Jahren bei VW, war für unsere Zeitungsgruppe zuständig.

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Der ID.7, das darf man nach einer anderthalbstündigen Probefahrt aus Laiensicht sagen, macht in Sachen Beschleunigung und Kurvenlage total Spaß. 286 PS, ein Drehmoment von 550 Newtonmeter, von Null auf 100 in gut sechs Sekunden: Mehr muss man eigentlich gar nicht wissen, wenn man gern mal Auto fährt.

Einiges ist gewöhnungsbedürftig

Gewöhnungsbedürftig sind für altgediente Autobahn-Fans auf Benzin- und Diesel-Basis die vielen smarten Spielereien in dem Auto. Im Prinzip wird wie beim Smartphone alles über das in diesem Fall 15 Zoll (38 Zentimeter) Bildschirmdiagonale umfassenden Touch-Display des Infotainmentsystems gesteuert. Man kann die vielen Lüftungsdüsen mit dem Finger in alle Richtungen wischen, die Temperatur regeln und nicht zuletzt aus elf Massageprogrammen samt unterschiedlicher Dauer und Intensität wählen. Natürlich gibt es auch diverse Fahrassistenzsysteme, die beim Parken oder beim Spurhalten helfen und an- und ausgestellt werden können. Am praktischsten ist eigentlich, dass sich das Auto im Innenraum eigenständig temperiert sowie Sitz und Lenkrad einstellt, wenn man sich mit dem Schlüssel dem ID.7 nähert.

„Zugegeben“, sagt Voß, „jüngeren Autofahrern, die quasi mit dem Handy zur Welt gekommen sind, fällt der Umgang mit dem System sicherlich leichter.“ Auch das Beleuchtungssystem im Auto, das man in allen Farbnuancen einstellen kann und das auf Wunsch auf Stimmungen wie Müdigkeit oder Überreiztheit reagiert, ist vielleicht ein wenig overdressed. Dafür gibt es serienmäßig ein „Augmented-Reality-Head-up-Display“, das die wichtigsten Infos wie Geschwindigkeit, Ladestand und Warnmeldungen auf die Windschutzscheibe projiziert. Ungewohnt ist zudem der Blick unter die Motorhaube, die jetzt Frontklappe heißt. Hier ist natürlich kein ölverschmierter Motor mehr zu finden. Vielmehr sieht man zahlreiche Warnhinweise vor Hochspannung. Lediglich das Waschwasser für die Scheibenwischer darf man noch selbst nachfüllen. Beim Rest gilt: Lieber Finger weg!

Ansonsten: Probefahren sollte man als Ostfriese das Spitzenmodell aus Emden auf jeden Fall.

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