Ehepaar hört auf Neue Pächter für Restaurant in Stickhausen gesucht
Das Ehepaar Malz hat mehr als 30 Jahre ihr Restaurant in Stickhausen betrieben. Nun hören sie auf – aus nachvollziehbaren Gründen.
Stickhausen - Mit einer Zeitungsanzeige fing es an. Neuer Pächter für Restaurant in Stickhausen gesucht. „Es war eine spontane Entscheidung“, erinnert sich Michael Malz noch sehr genau. Zusammen mit seiner Frau Ulla fuhr er aus dem Ammerland nach Stickhausen, schaute sich den Gasthof an der Alten Heerstraße an und am Abend unterschrieben die beiden den Vertrag. Das Restaurant „Zur Koppel“ hatte mit Michael und Ulla Malz neue Pächter.
Das war 1993. Mehr als 30 Jahre später suchen die beiden nun ihre eigenen Nachfolger. Zum Jahresende läuft der Pachtvertrag für das Restaurant im Herzen von Stickhausen aus. Die beiden wollen ihn nicht verlängern. „Wir haben das lang genug gemacht und die Gesundheit macht auch nicht mehr mit“, sagt Michael Malz. Er ist 62 Jahre alt, seine Frau Ulla 61. „Wir wollen jetzt mehr Zeit für die Familie und Freunde haben“, sagt Ulla Malz. Deswegen haben sie sich auf die Suche nach neuen Betreibern für den Gasthof gemacht. „Der neue Pächter kann das Restaurant so übernehmen, wenn er will“, sagt Michael Malz. Auch das Inventar könne übernommen werden. Er übergebe ein wirtschaftlich gut laufendes Geschäft. „Wir hören nicht aus finanziellen Gründen auf“, betont Malz. Neben dem Restaurant „Zur Koppel“ gibt es in der Umgebung noch den Deterner Hof und das Restaurant zum Jümmesee. Die Alte Zollstation, ein Café, steht leer.
Gute Lage und viel Fisch
Besonders die Lage sei günstig. „Es gibt den Wohnmobilstellplatz nebenan, die Tourismus-Information und die Burg in der Nähe“, sagt er. Es kämen viele Menschen mit dem Fahrrad vorbei, aber auch Touristen, die Urlaub in Detern und Stickhausen machen, kämen gern. Die Gäste schätzten die Atmosphäre, die typische deutsche Küche und die umfangreiche Fischkarte. „Ich fahre selbst nach Bremerhaven und hole den Fisch dort ab. Ich probiere immer mal wieder gern neue Sachen aus, die gibt es dann auch auf der Karte“, sagt Malz. Er ist stolz auf die Ausrichtung des Restaurants. „Es gibt Stammgäste, die kommen heute mit ihren Kindern und erzählen, dass sie bereits mit ihren Großeltern hier waren“, erzählt Ulla Malz. Die Bindung sei sehr eng. „Als meine Stammgäste gehört haben, dass wir aufhören, haben wir viele Nachrichten bekommen“, sagt der 62-Jährige.
Aber ihr Entschluss steht fest, daran lässt das Gastronomenpaar keinen Zweifel. Zu oft hätten Familie und Freunde unter den Arbeitszeiten des Paares gelitten. „In der Gastronomie haben die Tage in der Hochzeit auch mal 13 und 14 Arbeitsstunden und das meist an sieben Tagen die Woche“, sagt Michael Malz. Das sei eine hohe Belastung. Hinzu kommt die bürokratische Arbeit neben dem Gastrobetrieb. „Die Auflagen werden immer höher“, sagt Malz. Darunter leidet die Freizeit.
Mehr Zeit für die Familie
Familienfeiern oder Besuche mit Freunden wurden immer wieder abgesagt. „Einige Freunde haben uns schon gar nicht mehr eingeladen, weil sie davon ausgegangen sind, dass wir eh nicht kommen“, sagt Michael Malz. Das wolle das Paar im nächsten Jahr ändern. „Ich möchte meine Familie in Polen besuchen, das war sonst nur für wenige Tage möglich“, sagt Ulla Malz.
Der gelernte Koch und die Restaurantfachfrau sind sich einig: „Mit 70 Jahren wollen wir nicht mehr hinter der Theke stehen“, sagt Ulla Malz. Obwohl ihnen die Arbeit sehr viel Spaß mache. Dieses Jahr wollen die beiden noch machen, aber: „Wenn ein Pächter früher rein will, ist das sicher machbar“, sagt Malz. Doch spätestens Ende 2024 ist Schluss.