Bäume fallen in Emden Kahlschlag vor der Kunsthalle
Am Mittwoch werden Bäume im Bereich vor der Emder Kunsthalle gefällt. Das sei laut Stadt nötig, um eine Kunstmeile zu gestalten. Der Teil-Kahlschlag sorgt für eine ungewohnte Sichtachse.
Emden - An diesem Mittwoch, 21. Februar 2024, werden Bäume im Abschnitt zwischen der Hahn‘schen Insel vor der Kunsthalle und dem Chinesentempel in Emden gefällt. Die beauftragte Firma hat ab 8.30 Uhr los gelegt, hieß es vor Ort im Gespräch mit dieser Zeitung. Schon um 11.30 Uhr waren die Männer in ihrer Arbeit weit vorangeschritten. Bis zum Abend sollen alle geplanten 23 Bäume entfernt sein. Dazu gehört auch die Allee vor dem Chinesentempel sowie die große Birke bei der Ampel. Insbesondere im Hochsommer galt der Durchgang als beliebte Schatten-Oase.
Die Fällarbeiten, die mit einem Bagger und einer sogenannten Fäll-Schere zügig ausgeführt werden, sind laut Stadt nötig, um die geplante Kunstpromenade zu gestalten. Der Bereich soll repräsentativer werden und für mehr Aufenthaltsqualität in der Innenstadt sorgen, heißt es. Die Wegeführung soll verändert, Sitzmöglichkeiten geschaffen und die Bushaltestelle neu gestaltet werden. Auch die Beleuchtung soll neu kommen. Schon um 15 Uhr am Mittwoch ist der Kahlschlag sichtbar und ermöglicht eine ungewohnte Sichtachse - auf den Chinesentempel. Der Blick auf die Kunsthalle ist vom Chinesentempel aus noch nicht verbessert. Die Allee wurde entfernt, um die Wegeführung neu zu legen, wie der Grafik zur zukünftigen Gestaltung zu entnehmen ist.
Bäume zwischen zehn und 30 Jahre alt
Die 23 Bäume, die jetzt entfernt werden, sind laut Stadt zwischen zwischen zehn und 30 Jahren alt. Unabhängig von der Entwicklung der Kunstmeile hätten die Bäume womöglich perspektivisch ohnehin weichen müssen, so die Stadt. Denn: Die Lage der Einfahrtbucht für den Bus sei „nicht mehr optimal zur Abwicklung des Busverkehrs und müsste sowieso zeitnah verändert werden“, hieß es am 17. Februar 2024 in einer Mitteilung.
Der bestehende Baumbestand soll aber größtenteils erhalten bleiben und in die Neugestaltung integriert werden. 26 Bäume würden ersatzweise gepflanzt. Unter den Bäumen, die erhalten bleiben, befindet sich eine Gleditschie, auch Lederhülsenbaum genannt, die ursprünglich weichen sollte, aber von der unteren Naturschutzbehörde als besonders schützenwert eingestuft wurde. Sie fällt unter anderem auch unter die Baumschutzsatzung. „Grundsätzlich werden von der Stadt Emden immer mehr (Jung-)Bäume gepflanzt als Bäume entnommen“, so die Stadt. Bei der Baumartenauswahl seien standortgerechte Arten ausgesucht worden, etwa Eichen, Birken, Erlen und Ulmen.
Für das Projekt Kunstmeile waren bislang 600.000 Euro veranschlagt worden. Zwei Drittel dieser Summe fließen als Zuschüsse des Bundes und des Landes aus dem Förderprogramm „Zukunft Stadtgrün“. Das übrige Drittel, also 200.000 Euro, muss die Stadt selbst aufbringen. Ob es bei der Summe bleibt, ist noch unklar. Denn: Die Ergebnisse der Ausschreibung für die Arbeiten - ausgenommen die Baumschnitt-Arbeiten - und damit die Angebote von Firmen müssen noch abgewartet werden, sagte Stadtsprecherin Theda Eilers auf Nachfrage dieser Zeitung am Mittwoch.