Neues E-Modell  VW lüftet Geheimnis um neuen Kombi aus Emden

Martin Teschke
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Von Martin Teschke
| 20.02.2024 12:28 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Neue aus Emden: ID.7 Tourer. Foto: Volkswagen
Der Neue aus Emden: ID.7 Tourer. Foto: Volkswagen
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VW ist dafür bekannt, neue Autos Stück für Stück zu enttarnen. Nun ist erstmals der ID.7 Tourer zu sehen, der exklusiv in Emden gebaut wird. Der Preis für das Premium-Auto dürfte happig sein.

Emden/Wolfsburg - Zeitlich passt alles zusammen: Kurz bevor das Volkswagen-Werk Emden die Produktion des Passat Variant Ende des Monats komplett einstellt, präsentiert der Wolfsburger Konzern nun den ID.7 Tourer, den vollelektrischen Nachfolger des beliebten Verbrenners. In der Topversion, also mit einer großen Batterie, soll der ID.7 Tourer eine Reichweite von bis zu 685 Kilometer haben. VW bewirbt das Auto als den „idealen Geschäftswagen“.

Über den Preis für das neue Spitzenmodell aus Emden wird schon munter spekuliert. Die ID.7-Limousine ist in ihrer günstigsten Variante für 57.000 Euro zu haben. Es wird allgemein davon ausgegangen, dass auch der Tourer ohne die vielen möglichen Extras für unter 60.000 Euro angeboten wird. Der Druck, die vergleichsweise teuren E-Autos zu verkaufen ist ohnehin sehr groß. VW Emden hatte zuletzt auch Probleme, den kleinen SUV ID.4 zu verkaufen. Gründe dafür sind neben dem Preis runtergefahrene Prämien, eine immer noch nicht so tolle Ladeinfrastruktur und eine allgemeine Konjunkturschwäche. Das Geld sitzt bei Firmen und Privatkunden einfach nicht mehr so locker.

Gehobene Mittelklasse

Der neue ID.7 Tourer gehört laut VW zu den ersten vollelektrischen Kombis der gehobenen Mittelklasse. Dort ist Volkswagen parallel mit dem ebenfalls neuen Passat Variant präsent, der allerdings nicht mehr in Emden, sondern mittlerweile schon im slowakischen Bratislava montiert wird. Beide Baureihen ergänzen sich laut VW und decken zusammen alle Antriebsarten ab – von Benzinern und Diesel-Fahrzeugen über Plug-in-Hybride mit mehr als 100 Kilometern prognostizierter elektrischer Reichweite bis zum reinen Elektrofahrzeug – eben den ID.7-Modellen.

„Der neue ID.7 Tourer ist vor allem für Familien und Langstreckenfahrer ein perfektes Kombimodell“, sagte Vertriebschefin Imelda Labbé laut einer Mitteilung. „Mit ordentlich viel Platz und hohem Komfort überzeugt er vollelektrisch mit großen Reichweiten.“

Zwischen Variant und Shooting Brake

Stilistisch ist der Tourer laut Volkswagen eine Fusion aus einem klassischen Variant vom Format des Passat und einem dynamischen Shooting Brake im Stile des Arteon. Zur Info: Der Arteon Shooting Brake wird in kleiner Stückzahl weiterhin in Emden gebaut. Der normale Arteon läuft ebenfalls dieser Tage aus.

Und für Leute, die viel Platz brauchen oder einfach gern viel Auto um sich haben: Durch das Plus an Höhe im Heck ergebe sich gegenüber der Schräghecklimousine ein nochmals vergrößertes Kofferraumvolumen: Mit fünf Personen an Bord nehme der ID.7 Tourer ein Gepäckvolumen von bis zu 605 Litern auf (Rücksitzbanklehne in der Cargo-Stellung), so VW. Bis an die Lehnen der Vordersitze und dachhoch beladen, steige dieser Wert auf bis zu 1714 Liter.

Hoffnungsträger für Emden

Der ID.7 Tourer gilt als der Hoffnungsträger der Kernmarke VW – und damit vor allem als Hoffnungsträger für das Werk Emden. Ob er an den Passat anknüpfen kann, ist allerdings höchst fraglich. Vom Passat sind in den vergangenen Jahrzehnten rund 30 Millionen verkauft worden.

An diesem Freitag wird das neue Auto der ostfriesischen Öffentlichkeit vorgestellt. Bei einem Presse-Event zeigen die Autobauer aus Emden, was sie mit dem neuen Modell vorhaben. Die ID.7 Limousine war im August vergangenen Jahres vorgestellt worden. Das Auto wird in Emden für den europäischen und den nordamerikanischen Markt gebaut. In China, dem wichtigsten Einzelmarkt von VW, hat der Konzern eigene Fabriken für die E-Modelle.

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