Demonstration in Remels  Uplengener gehen gegen Rechtsextremismus auf die Straße

Hannah Lehmann
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Von Hannah Lehmann
| 18.02.2024 11:26 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Viele Teilnehmer der Demonstration hatten Plakate oder Banner mitgebracht. Foto: Lehmann
Viele Teilnehmer der Demonstration hatten Plakate oder Banner mitgebracht. Foto: Lehmann
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In Remels sind am Sonnabend mehr als 300 Menschen auf den Marktplatz gekommen. Die Initiative „Uplengen bleibt bunt“ hatte zum Protest gegen Rechtsextremismus und Hass aufgerufen.

Remels - In Remels haben sich am Sonnabend, 17. Februar 2024, mehr als 300 Menschen bei strahlenden Sonnenschein auf dem Marktplatz versammelt, um gegen Rechtsextremismus, Faschismus und Hass sowie für Vielfalt und Menschenrechte zu demonstrieren. Unter dem Motto „Wir zeigen Gesicht!“ machten sie mit zahlreichen Plakaten auf den Zusammenhalt der Gesellschaft aufmerksam.

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Hunderte demonstrieren in Remels für Demokratie
18.02.2024

Auslöser der Kundgebung war das „Geheimteffen“ von rechten Kreisen in Potsdam, das das Recherchenetzwerk Correctiv aufgedeckt hatte. Bei dem Treffen von Rechtsextremisten soll unter anderem über die Abschiebung von Millionen Menschen aus Deutschland beraten worden sein. Dies war der Anlass für die Gründung der Initiative „Uplengen ist bunt“. „Auch wir in kleineren Regionen wollen Gesicht zeigen und für eine vorbildliche Gesellschaft sorgen“, betonte Sven Hahn (SPD).

Aufforderung für eine gute Politik

Dies machte auch der CDU-Landtagsabgeordnete Ulf Thiele in seiner Rede deutlich. Er erinnerte an die Nazizeit mit der SA und der SS und dem Wunsch nach einer liberalen Demokratie. Aus seiner Sicht sind die jetzigen Demonstrationen eine Aufforderung für eine gute Politik. „Dieses Vorgehen“, so die Meinung aller Redner, „muss in der Mitte unserer Gesellschaft stattfinden, nicht an den Rändern.“

Auf das Thema Gleichberechtigung und Rassismus ging Engeline Kramer (Grüne) in ihrer plattdeutschen Rede ein. Sie äußerte sich positiv zu dem Umgang mit Flüchtlingen in Uplengen sowie zu der Offenheit aller Menschen. „Elk sien möög“, sagte sie, um die Freiheit der Ostfriesen klarzustellen. Daher treffe das Motto gut zu der Uplengener Gemeinde. „Anders sein, anders denken, anders aussehen. Das ist unsere Freiheit“, rief die Kreistagsabgeordnete aus Leer.

Gesellschaft so gespalten wie seit 70 Jahren nicht mehr

Mit der Bibellehre „Wir alle sind ein Spiegelbild Gottes“ hob der Pastor der lutherischen Kirchengemeinde Uplengen-Remels, Tobias Kirschstein, die Gleichheit der gesamten Bevölkerung hervor. Als Fundament bräuchten wir Nächstenliebe und Solidarität sowie das Gegenhandeln von Hass und Diskriminierung. Ziel sei also eine offene und tolerante Gesellschaft. „Es liegt an uns, in eine bessere Zukunft einzutreten“, sagte er.

Bei strahlendem Sonnenschein kamen die Menschen zur Demo. Foto: Lehmann
Bei strahlendem Sonnenschein kamen die Menschen zur Demo. Foto: Lehmann

„Wir stellen uns schützend vor die Leute, die in einem geeinten Europa leben wollen“, sagte die SPD-Bundestagsabgeordnete Anja Troff-Schaffarzyk. Deutschland sei seit mehr als 70 Jahren in einer Demokratie und noch nie wäre unser Land so gespalten wie heute. Es werde differenziert zwischen Hautfarbe, Geschlecht, Religion und Meinungen. Mit der Veranstaltung an diesem Wochenende sollen die Freiheit und die eigenen Werte wieder hervorgerufen werden. Um die Menschen für einen Zusammenhalt anzuregen, äußerte sie: Die Politik schaue genauer hin und versuche, Lösungen mit den Gemeinden zu finden und handele in Gesprächen Kompromisse aus.

Die Rednerinnen und Redner sowie das Orga-Team der Demo. Foto: Lehmann
Die Rednerinnen und Redner sowie das Orga-Team der Demo. Foto: Lehmann

„Es geht darum, wie wir als Menschen sind, es geht um die gesellschaftlichen und eigenen Werte und diesen treu zu bleiben“, betonte zum Abschluss Maike Vará („Uplengen bleibt bunt“). Redner und Demoteilnehmer machten an diesem Tag deutlich, dass sie sich weiterhin ein buntes, weltoffenes Uplengen wünschen.

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