Kunstpromenade in Emden  Für die Neugestaltung rund um die Hahnsche Insel müssen Bäume weichen

| 17.02.2024 16:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In Emden soll eine Kunstpromenade entstehen. Davon soll auch die Kunsthalle profitieren. Foto: Archiv
In Emden soll eine Kunstpromenade entstehen. Davon soll auch die Kunsthalle profitieren. Foto: Archiv
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Die Neugestaltung zur Kunstpromenade rund um die Hahnsche Insel in Emden startet. Dafür müssen auch Bäume weichen. Doch die Stadt will einen Großteil erhalten. Einer ist besonders schützenwert.

Emden - Startschuss für die Kunstpromenade in Emden: Ab Mittwoch, 21. Februar 2024, sollen die Arbeiten rund um die Hahnsche Insel in Emden beginnen. Das teilt die Pressestelle der Stadt Emden mit. Der Bereich soll repräsentativer werden und für mehr Aufenhaltsqualität in der Innenstadt sorgen, heißt es. Das plant die Stadt:

Die Wegeführung

Die Wegeführung, Vernetzung und Strukturierung bedarf einer Erneuerung und Umgestaltung im Bereich der Jungfernbrückstraße und des Stadtgrabens. Möglichkeiten zum Sitzen und Verweilen mit Blickbeziehungen zur Kunsthalle sollen ermöglicht werden. Die Planung sieht eine nachhaltige Umsetzung gestalterisch ansprechender Freianlagen vor, heißt es in der Pressemitteilung. Es ist eine wellenartige, barrierefreie Wegeform parallel zum Flutgraben und der Jungfernbrückstraße vorgesehen. Die Oberflächen bekommen auf den neuen Belägen einen abgestreuten und quarzsand-farbigen Asphalt eingefasst in einer geschwungenen Stahlkante.

Den Weg begleitend verläuft ein Staudenband und setzt optisch farbliche Akzente durch den Wechsel von verschiedenen Staudenmischungen. Der Böschungsbereich ist durch Strauchpflanzungen gefasst und wird im Einzelnen durch niedrig wachsende Sträucher ergänzt oder erneuert.

So sieht der Plan für den Bereich rund um die Hahnsche Insel in Emden aus. Grafik: Scape Landschaftsarchitekten
So sieht der Plan für den Bereich rund um die Hahnsche Insel in Emden aus. Grafik: Scape Landschaftsarchitekten

Der Baumbestand

Der bestehende Baumbestand bleibt größtenteils erhalten und wird in die Neugestaltung integriert. Dennoch müssen 23 Bäume, deren Alter nach Angaben der Stadt zwischen zehn und 30 Jahren liegt, gefällt werden. Unabhängig von der Entwicklung der Kunstmeile hätten die Bäume zur Disposition gestanden: Die Lage der Einfahrtbucht für den Bus sei „nicht mehr optimal zur Abwicklung des Busverkehrs und müsste sowieso zeitnah verändert werden. Die Bäume auf der Verkehrsinsel müssten daher ohnehin perspektivisch weichen“, teilt die Stadt mit.

26 Bäume werden ersatzweise gepflanzt. Unter den Bäumen, die erhalten bleiben, befindet sich eine Gleditschie, auch Lederhülsenbaum genannt, die ursprünglich weichen sollte, aber von der unteren Naturschutzbehörde als besonders schützenwert eingestuft wurde. Sie fällt unter anderem auch unter die Baumschutzsatzung. „Grundsätzlich werden von der Stadt Emden immer mehr (Jung-)Bäume gepflanzt als Bäume entnommen“, so die Stadt. Bei der Baumartenauswahl seien standortgerechte Arten ausgesucht worden, etwa Eichen, Birken, Erlen und Ulmen.

Die Neugestaltung der Bushaltestelle

Ein wesentlicher Punkt ist die Neugestaltung der Bushaltestelle. Diese soll zur Straße hin verschoben werden und somit mehr Platz für den Freiraum freigeben. Die Neukonzipierung der Bushaltestelle erfüllt weiterhin die Leistungsfähigkeit von drei gleichzeitig einfahrenden Bussen mit Ein- und Ausstieg von zwei Bussen. Alle Wegeflächen sind barrierefrei angelegt. Alle Straßenübergänge sind mit einer Ampel versehen sowie optisch kontrastierten ertastbaren Leit- und Auffindestreifen.

Der Radverkehr

Der Radverkehr wird weiterhin über die Fahrbahn auf einer separaten Spur geregelt. Die Ausstattung sieht mehrere neue Bänke mit Lehnen vor sowie Abfalleimer und eine neue optimierte und moderne Beleuchtung der Wegeflächen. Die Entwässerung der Wegeflächen ist so konzipiert, dass möglichst viel Regenwasser nicht in die Kanalisation abgeführt wird, sondern über die Grünflächen versickern kann.

Das Licht

Grundgedanke des Beleuchtungskonzeptes ist es, über eine hohe Grundhelligkeit, eine differenzierte Lichtführung und eine Akzentuierung der fließenden Räume und Formen sowohl für eine gute soziale Kontrolle als auch für einen besonderen Nachtcharakter des Parks zu sorgen. Die prägenden Pflanzbeete und Wellenform des Weges werden hervorgehoben. Des Weiteren wird eine Bespielung entlang des Weges mit Kunstobjekten angedacht, eine Vorrüstung durch Leerrohre hält die Möglichkeit zur Beleuchtung der Kunstobjekte offen.

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