Osnabrück  „Cash“: Wie gut ist der letzte Dortmunder „Tatort“ mit Rick Okon?

Frank Jürgens
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Von Frank Jürgens
| 15.02.2024 13:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Kommissar Jan Pawlak (Rick Okon) verliert sich zwischen Spielsucht und Mafia. „Tatort: Cash“. Sonntag, 18.02., 20.15 Uhr und online. Foto: WDR/Bavaria Fiction GmbH/Thomas Kost
Kommissar Jan Pawlak (Rick Okon) verliert sich zwischen Spielsucht und Mafia. „Tatort: Cash“. Sonntag, 18.02., 20.15 Uhr und online. Foto: WDR/Bavaria Fiction GmbH/Thomas Kost
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Im Dortmunder „Tatort: Cash“ verabschiedet sich Rick Okon alias Kommissar Pawlak nach über fünf Jahren. Es war ihm „ein Fest“. Aber ist die Episode auch für die Zuschauer ein Fest?

Jan Pawlak (Rick Okon) sucht das Glück. Beim Glücksspiel. Aber glücklich machen Glücksspiele natürlich nicht. Das erleben die Zuschauer schon in den ersten Minuten der neuen Dortmunder „Tatort“-Episode mit dem verheißungsvollen Titel „Cash“. Da zockt sich der unglückliche Hauptkommissar Pawlak (Rick Okon) in einem Wettbüro namens „Mutluluk“ (türkisch für „Glück“) um Kopf und Kragen, während in seinem Privatleben gerade alles den Bach runtergeht.

Noch viel schlechter ergeht es allerdings Lukas Becker, dem Schwager des Wettbüro-Betreibers Alkim Celik (Sahin Eryilmaz). Statt in der Zockerbude auszuhelfen, zockt der lieber zu Hause am Bildschirm und hat nicht mal Augen für seine heimliche Geliebte. Am nächsten Morgen ist er mausetot. Erschlagen. Als mutmaßliche Tatwaffe kommt ausgerechnet ein nun verschwundener „Fair Play“-Pokal aus Lukas‘ Sammlung infrage.

Unter den Ermittlern sorgt allerdings erst einmal eine Beinahe-Schlägerei zwischen Hauptkommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) und dem zurückgekehrten KTU-Chef Haller (Tilman Strauß) für dicke Luft. Wir erinnern uns: „Arschloch Haller“ (Zitat Faber) trägt Schuld am Tod von Kommissarin Martina Bönisch (Anna Schudt) und musste vorübergehend seinen Einsatzkoffer packen. Nun hat er sich erfolgreich wieder eingeklagt.

Und noch ein alter Bekannter, mit dem Faber eine Rechnung offen hat, taucht auf. Tarim Abakay (Adrian Can). Der aalglatte Geschäftsmann mit einer Spezialität für Drogen und Glücksspiel nutzt seine Wettbüros, so auch das Mutluluk, für Geldwäsche. Steckt er hinter dem Mord? Eigentlich ein Fall für die Sonderkommission „Strafraum“, die schon lange erfolglos gegen Abakay in Sachen Spielmanipulation und Wettmafia ermittelt. Aber Faber braucht den Fall, um sich abreagieren zu können.

Wer glaubt, Faber wäre derzeit der kaputteste aller „Tatort“-Kommissare, muss sich hier streckenweise eines Besseren belehren lassen. Seit Pawlaks verlorenem Sorgerechtsstreit um seine Tochter, dem Zoff mit seiner Schwiegermutter und dem Verschwinden seiner drogenabhängigen Frau hängt er regelrecht durch. Schlimmer noch. Pawlak treibt ein doppeltes Spiel, steckt bei Abakay bis zum Hals in Schulden, ist erpressbar und gibt geheime Informationen preis. Das könnte richtig böse enden.

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Wie der äußerst sehenswerte, wendungsreich inszenierte Krimi unter der Regie von Sebastian Ko tatsächlich endet, sei hier freilich nicht verraten. Aber dass dies die letzte Episode für Okon als Dortmunder „Tatort“-Kommissar ist, ist hinlänglich bekannt. Der gefragte Schauspieler scheidet ohne Groll und auf eigenen Wunsch aus. „Für mich ist nun der Zeitpunkt gekommen, neue Wege zu gehen“, gibt er in einem ARD-Pressestatement lakonisch zu Protokoll. „Es war mir ein Fest!“

Da wird es langsam einsam um Faber, dessen Figur freilich noch lange nicht auserzählt ist. Aber Autor Jürgen Werner hat in seinem Drehbuch zur aktuellen Episode „Cash“ bereits einige Akzente gesetzt, die dem Dortmunder „Tatort“ neue Impulse auf den Weg geben. Nicht nur die Frage, ob Hauptkommissarin Rosa Herzog (Stefanie Reinsperger) nun endlich zur Chefin der Dortmunder Mordkommission ernannt wird, muss schließlich geklärt werden.

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Auch die Schlusssequenz hat es in sich. Nach dem mittlerweile vierten Abgang einer Hauptfigur kündigen sich hier nun eine neue Kollegin und neue Konflikte im Kommissariat an, die bei Faber schon wieder Aggressionsschübe auslösen könnten. Manchmal, so zeigt es diese Episode, hilft ein Baseballschläger.

Der „Tatort: Cash“ läuft am Sonntag, 18. Februar, 20.15 Uhr im Ersten und in der ARD-Mediathek.

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