Marketing für Firmen  Bei Alsas Hundewelt haben schon Influencer angebissen

Gabriele Boschbach
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Von Gabriele Boschbach
| 13.02.2024 11:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Hunde sind so unterschiedlich wie die Menschen, die sie halten. Deshalb setzt der Futtermittelhersteller Alsas Hundewelt beim Marketing auch auf Vielfalt, um möglichst alle zu erreichen. Foto: privat
Hunde sind so unterschiedlich wie die Menschen, die sie halten. Deshalb setzt der Futtermittelhersteller Alsas Hundewelt beim Marketing auch auf Vielfalt, um möglichst alle zu erreichen. Foto: privat
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Gut platzierte Werbung auf Instagram und Co liegt im Trend. Doch wie finden Influencer und Firmen zueinander? Alsas Hundewelt in Riepe ist dabei offenbar sehr sorgfältig.

Aurich - Ein paar Videos am Tag, vielleicht auch nur einige Posts. Hier und da werden geschickt Produkte platziert, die auffällig sind und Anklang finden. So stellen sich viele junge Menschen das Leben von Influencern vor. Einfach gesprochen: Mit dem Lieblingseinkauf kann auch noch Geld verdient werden. Ist der Job wirklich so leicht, wie es auf Instagram oder auf anderen sozialen Medien wirkt? Welche Firmen in der Region arbeiten mit Influencern zusammen? Wie wählt die Marketingabteilung diese Personen aus? Diese Fragen hat sich die Redaktion gestellt. Anlass waren Posts der bekannten Influencerin Lea Rosenboom, die erst vor wenigen Wochen von Dortmund nach Aurich gezogen ist. Es hat nicht lange gedauert und aus der kleinen Familie mit zwei Kindern wurde eine Familie mit Hund. Lea Rosenboom hat sich einen Rhodesian-Ridgeback-Welpen angeschafft. Regelmäßig erwähnt sie in ihren Reels den Hersteller ihres Futters: die Firma Alsas Hundewelt in Riepe, die zu dem Unternehmen Landguth gehört. Der Hersteller von Tiernahrung hat es mit seinem jährlich zweistelligen Wachstum und 1100 Mitarbeitern in die obere Liga der privatwirtschaftlichen Unternehmen Ostfrieslands geschafft.

Was ist die Haupttätigkeit eines Influencers?

Influencer und Influencerinnen laden Fotos, Videos und Texte in sozialen Medien hoch. Diese werden von Tausenden, manchmal sogar von Millionen Menschen angeschaut. In dem Profil des Influencers kann man nachsehen, über wie viele Follower er verfügt. Etliche geben einen Einblick in ihr Privatleben, posten Szenen am Mittagstisch oder über ihre Einkäufe. Damit unterhalten die Internetstars ihre Fans nicht nur, sie beeinflussen auch ihr Denken und unter Umständen ihr Kaufverhalten. Laut der Unternehmensberatung PwC haben 29 Prozent der Menschen in Deutschland schon einmal ein Produkt auf Empfehlung eines Influencers oder einer Influencerin gekauft. Nach einer Bitkom-Studie würde jeder und jede dritte Jugendliche, der oder die Social Media nutzt, gern eine Fangemeinde haben.

Welche Firmen im Landkreis Aurich arbeiten mit Influencern zusammen?

Nach Recherchen der Redaktion gibt es nur ganz wenige Firmen im Landkreis Aurich, die dieses Thema bereits ausleben oder darüber nachdenken. In der Regel sind das Hersteller, die ihre Produkte an den Endverbraucher verkaufen. Laut Christina Stach vom Hundefuttermittelhersteller Alsas Hundewelt liege die Zahl der Influencer, mit denen man kooperiere aktuell bei unter fünf. Die Molkerei Rücker arbeitet nach Angaben eines Sprechers ebenfalls mit Influencern zusammen, allerdings nur in kleinem Rahmen. Ramona Schmidt, die bei der Auricher Möbel- und Modefirma Rudnick für das Marketing zuständig ist, sagte auf Anfrage, dass ihr Unternehmen in der Vergangenheit zwar schon darüber nachgedacht habe, mit Influencern eine Kooperation einzugehen. Aber: „Wir haben das noch nicht konkretisiert.“

Landguth in Riepe ist immer im Trend. Die Mitarbeiterinnen Alina Böschen (links) und Kerstin Ommen forschen sogar zu veganem Tierfutter. Das ließe sich auch über Influencer vermarkten. Foto: Archiv/Ortgies
Landguth in Riepe ist immer im Trend. Die Mitarbeiterinnen Alina Böschen (links) und Kerstin Ommen forschen sogar zu veganem Tierfutter. Das ließe sich auch über Influencer vermarkten. Foto: Archiv/Ortgies

Wie suchen Firmen Influencer aus?

Bei der Auswahl eines Influencers überlassen die meisten Firmen nichts dem Zufall. Ganz wichtig: Der Mann oder die Frau muss zu dem Unternehmen passen. Man habe eine Reihe von Parametern entwickelt, die abgeklopft würden, sagt Christina Stach. „Wir nehmen nur ausgewählte Influencer. Die kommen in der Regel auf uns zu. Wir nehmen grundsätzlich nur solche mit eher kleinen Profilen und ein paar Tausend Followern. Es ist uns wichtig, dass diese Werbepartner authentisch sind“, sagt die Marketing-Managerin. Der Influencer sollte einen Hund haben, der auch tatsächlich Hund sein dürfe und nicht vermenschlicht werde. Sehr positiv schlage es zu Buche, wenn Herrchen oder Frauchen bereits eine Ernährungsberatung für ihren Vierbeiner von der Alsa-Spezialistin Insa van Raden-Zimmermann in Anspruch genommen hätten. „Uns ist es wichtig, dass der Hund das Futter auch verträgt. Die Kooperation mit dem Influencer soll für den Kunden einen Mehrwert bringen. Wir wollen nicht einfach nur eine Produkt platzieren.“

Wie viel verdienen Influencer und Influencerinnen?

Zur finanziellen Seite der Kooperation wollte sich Christina Stach nicht äußern. Sie sagte lediglich, dass die Zusammenarbeit vertraglich abgesichert werde. Es werde schriftlich fixiert, wie viele Posts am Tag oder in der Woche erwartet werden. Generell kann man aber sagen: Je mehr Follower, desto mehr Geld gibt es pro Kooperation.

Wie profitieren Kunden von dem Deal?

Jede Firma legt individuell fest, welchen Benefit die Follower haben, wenn sie auf die Werbeinitiative des Influencers eingehen. Bei Alsas Hundewelt werden unter anderem einmalig kostenlos Probierpäckcken verschickt. Außerdem gibt es, wenn ein entsprechendes Codewort genannt wird, einmalig einen Rabatt von 15 Prozent auf den ersten Einkauf.

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