Bucket-List für 2024  Was du in Ostfriesland unbedingt mal gemacht haben solltest

Melanie Hanz
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Von Melanie Hanz
| 11.02.2024 20:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 7 Minuten
Ebenfalls auf die Bucket-List sollte ein Segeltörn ins Wattenmeer. Foto: Melanie Hanz
Ebenfalls auf die Bucket-List sollte ein Segeltörn ins Wattenmeer. Foto: Melanie Hanz
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Nicht viel los in Ostfriesland? Der Eindruck täuscht: Wir haben einiges zusammengetragen, das unbedingt auf deiner Bucket-List für 2024 stehen sollte.

Ostfriesland - Wattwanderung, Seehunde beobachten, Teezeremonie und dicke Pötte gucken: Damit kann man den ganzen Urlaub verbringen. Natürlich hat Ostfriesland noch viel mehr zu bieten. Wir haben einiges zusammengetragen, was unbedingt auf einer Ostfriesland-Bucket-List für 2024 stehen sollte.

Wattwanderung für Einheimische

Wattwanderungen - die kennt jeder Ostfriese. Zumindest theoretisch. Denn hört man sich unter Einheimischen um, hat kaum jemand schon mal eine richtige Wattwanderung mit Nationalpark-Wattführer mitgemacht - von dem Klassenausflug ins Watt vor vielen Jahrzehnten mal abgesehen. Dabei ist das Watt vor unserer Haustür ein richtig spannender Lebensraum.

Bei ablaufendem Wasser ins Watt: Unterwegs mit einem zertifizierten Nationalpark-Wattführer gibt es spannende Infos über den Lebensraum vor unserer Haustür und einige Abenteuer zu erleben. Foto: Melanie Hanz
Bei ablaufendem Wasser ins Watt: Unterwegs mit einem zertifizierten Nationalpark-Wattführer gibt es spannende Infos über den Lebensraum vor unserer Haustür und einige Abenteuer zu erleben. Foto: Melanie Hanz

Und man erfährt bei jeder Wattwanderung wieder etwas neues. Extra für Einheimische organisiert die Nationalpark-Verwaltung Niedersächsisches Wattenmeer jedes Jahr in der letzten Juni-Woche kostenlose Wattwanderungen. Denn am 26. Juni feiert das Weltnaturerbe Wattenmeer Geburtstag - da sollen die Küstenbewohner das Watt auch einmal genießen.

Seehunde beobachten

Auch so ein Ostfriesland-Klischee - und tatsächlich sind Seehunde unglaublich niedlich. Zu sehen bekommt man sie immer wieder zufällig, weil sie neugierig durchs Hafenbecken schwimmen oder irgendwo in der Sonne liegen. Ganz sicher bekommt man sie bei einer Schifffahrt zur Seehundbank zu sehen. Oder man besucht die Seehundaufzuchtstation Norddeich. So nah wie dort kommt man den kleinen Stinkern nirgendwo sonst.

In der Seehund-Aufzuchstation Norddeich werden Robben fit gemacht fürs Leben in Freiheit. Foto: Archiv
In der Seehund-Aufzuchstation Norddeich werden Robben fit gemacht fürs Leben in Freiheit. Foto: Archiv

Plattdeutsch verstehen

Um Plattdeutsch kommt in Ostfriesland keiner herum. Und selbst wer es nicht mehr flüssig sprechen kann, versteht es und kann zumindest die gängigen Redewendungen up Platt verwenden. Was also definitiv auf der Bucket-List nicht fehlen darf, ist der Besuch einer plattdeutschen Theateraufführung und eines plattdeutschen Konzerts. Die Auswahl ist groß, denn eine Menge Dörfer und Städte haben ihre eigene plattdeutsche Theatergruppe, die einmal im Jahr ein neues Stück zeigt. Wer es richtig wissen will, macht einen Platt-Sprachkurs - zum Beispiel bei Ostfriesen.TV oder über die LernApp PlattinO.

Nie ohne Gummistiefel

Bei jedem Wetter vor die Tür gehen, selbst wenn der Regen gerade waagerecht von vorn kommt: Das ist auch so eine ostfriesische Eigenart. Wer viel zu Fuß unterwegs ist, schätzt seine Gummistiefel. Gefühlt kommt man in manchen Wintern gar nicht mehr aus den Gummistiefeln heraus - es sei denn, man bleibt mit den Stiefeln auf einer Matschweide stecken. Auch gern genommen: Der Gummistiefel steckt tief im Schlick. Das Gefühl, mit einem gestiefelten Fuß und einem in Strümpfen durch die Matsche aufs Trockene zu waten - unbeschreiblich. Ein Muss für die Bucket-List!

Alle Etappen vom Ossiloop schaffen

Ossilopper auf der Mühlenetappe. Foto: Archiv/ON
Ossilopper auf der Mühlenetappe. Foto: Archiv/ON
64,7 Kilometer in sechs Etappen jeweils dienstags und freitags drei Wochen lang im Frühjahr: Der Ossiloop zwischen Bensersiel und Leer ist Kult. Jede plus/minus zehn Kilometer lange Etappe kann natürlich einzeln gelaufen werden, doch auf die Bucket-List gehören alle sechs Läufe „Von Leer bis ans Meer“ oder „Vom Meer nach Leer“. Wer Ehrgeiz hat, läuft den Ossiloop im einen Jahr in die eine und im anderen in die andere Richtung mit.

Kohltour mit Boßeln

Erst mit Bollerwagen und Boßelkugel übers Land ziehen, dann Grünkohl essen: Noch so ein „typisch Ostfriesland“. Und? Wer hat diesen Winter schon eine klassische Kohlfahrt unternommen? Noch nicht? Dann wird es Zeit! Noch ist es ja kalt, noch gibt es Grünkohl - diesen Punkt auf der Bucket-List kann man ganz fix abhaken.

Radfahren: Am Deich, über Land, auf der Fehnroute, am Ems-jade-Kanal entlang. Foto: OZ/Archiv
Radfahren: Am Deich, über Land, auf der Fehnroute, am Ems-jade-Kanal entlang. Foto: OZ/Archiv

Fehnroute per Rad erkunden

173 Kilometer an schnurgeraden Wieken entlang, über Klappbrücken und durch langgestreckte Dörfer: Die Deutsche Fehnroute entführt in eine Zeit, als das Leben auf den weiten Moorflächen Ostfrieslands hart war. Die Radfahrstrecke führt vorbei an Windmühlen, Schleusen, Backsteinkirchen und Gulfhäusern auf der einen Seite, Wiesen, Wallhecken, moorigen Naturschutzgebieten und Wasserläufen auf der anderen Seite. Aber Achtung: Proviant sollte man sich einpacken.

Schiffsüberführung der Meyer-Werft erleben

Auf dem Deich stehen, wenn ein Riesen-Kreuzfahrtschiff auf der schmalen Ems langsam Richtung Nordsee fährt: Das ist auf jeden Fall ein Highlight. Die Emsüberführung startet von der Papenburger Meyer Werft emsabwärts zur Nordsee beziehungsweise Eemshaven. Dabei sind einige Nadelöhre zu bewältigen: die Dockschleuse in Papenburg, die Friesenbrücke in Weener, die Jann-Berghaus-Brücke in Leer und das Emssperrwerk in Gandersum.

Die Überführung eines Kreuzfahrtschiffs von der Meyer-Werft die Ems abwärts ist ein besonderes Spektakel. Foto: OZ/Archiv
Die Überführung eines Kreuzfahrtschiffs von der Meyer-Werft die Ems abwärts ist ein besonderes Spektakel. Foto: OZ/Archiv

Die ehemalige Bohrinsel bei Dyksterhusen

Im Dollart vor Dyksterhusen zeugt eine aufgeschüttete Plattform von Erdgas-Bohrungen 1964. Die Ausbeutung des Gasvorkommens galt allerdings als unwirtschaftlich, der Bohrturm wurde abgebaut. Die Plattform blieb, erreichbar über einen schmalen Schotterweg. Auf der Insel gibt es ein Fernrohr und Informationstafeln der Nationalparkverwaltung über die Natur am Dollart.

Im Dollart vor Dyksterhusen zeugt eine aufgeschüttete Plattform von Erdgas-Bohrungen 1964. Foto: OZ/Archiv
Im Dollart vor Dyksterhusen zeugt eine aufgeschüttete Plattform von Erdgas-Bohrungen 1964. Foto: OZ/Archiv

Eine Leuchtturm-Tour machen

Der Campener Leuchtturm, der Pilsumer Leuchtturm, der Alte, der Neue und der Elektrisch Leuchtturm auf Borkum, das Memmertfeuer auf Juist und der Große Norderneyer Leuchtturm: Ostfriesland hat einige Leuchttürme vorzuweisen, die einen Besuch lohnen.

Der Leuchtturm Campen ist der Eifelturm Ostfrieslands. Foto: Archiv
Der Leuchtturm Campen ist der Eifelturm Ostfrieslands. Foto: Archiv

Grachtenfahrt und Matjesbrötchen

Emden, das Venedig des Nordens, vom Wasser aus erleben: Das geht bei einer Bootsfahrt über die Grachten - und die ist durchaus malerisch. Und bei einer großen Hafenfahrt durch Binnenhafen, die Nesserlander Schleuse oder die Große Seeschleuse zum Außenhafen mit internationaler Autoverladung des Emder VW-Werks kann man sich fast wie in Hamburg fühlen. Und danach? Ein Matjesbrötchen! Die Emder gelten als die besten Ostfrieslands - unser Tipp: die Fischbude beim Hafentor.

Matjes-Brötchen gehen zu jeder Tages- und Nachtzeit. Foto: OZ/Archiv
Matjes-Brötchen gehen zu jeder Tages- und Nachtzeit. Foto: OZ/Archiv

Sieben-Inseln-Hopping

Sieben bewohnte Inseln liegen vor Ostfrieslands Küste in der See - jeder Ostfriese hat mindestens eine oder zwei schon besucht. Aber nur wenige können von sich sagen, dass sie alle kennen. Eine perfekte Herausforderung also, einmal nacheinander alle sieben Inseln zu besuchen. Damit man sich die Reihenfolge der Ostfriesischen Inseln von Ost nach West merken kann, gibt es einen Merkspruch: Welcher Seemann Liegt Bei Nanni Jm Bett? Wangerooge, Spiekeroog, Langeoog, Baltrum, Norderney, Juist, Borkum.

Den Ems-Jade-Kanal abfahren

73 Kilometer Kanal verbinden seit 1888 Emden im Westen mit Wilhelmshaven im Osten der Ostfriesischen Halbinsel. Der Kanal hat sechs Schleusen und wird von 15 festen und 26 beweglichen Brücken gequert. Er ist für Schiffe bis 33 Meter Länge, 6,20 Meter Breite und 1,70 Meter Tiefgang befahrbar - so große Schiffe fahren schon lange nicht mehr auf dem Ems-Jade-Kanal. Stattdessen ist er ein Idyll für Sportbootfahrer und Paddler. Am Kanal entlang führen ein Wander- und ein Radweg.

Im Labyrinth verirren

Im Westerhammrich von Leer ist seit den 1990er Jahren ein idyllisches Naherholungsgebiet mit mehreren Seen und Erlebnispfaden entstanden, das zu jeder Jahreszeit zu Spaziergängen und Radtouren einlädt. Und auf einer großen Viehweide wurde ein riesiges Labyrinth nach Vorbild eines Italienischen von 1650 angelegt. Gebildet wird es aus Strauchweiden und Liguster, Weißdorn und Hainbuchen.

Speckendicken und Neujahrskuchen backen

Süß-pikant und deftig zugleich: Speckendicken muss man mögen. Diese Spezialität zuzubereiten ist gar nicht so schwer. Traditionell wird Speckendicken zu Silvester/Neujahr gebacken - man kann sie natürlich auch jetzt noch nach traditionellem Rezept zubereiten. Das gleiche gilt für Neejahrskoken oder „Rullerkes“: die schmecken nicht nur am 1. Januar.

Speckendicken: Süß-pikant und deftig. Foto: Archiv
Speckendicken: Süß-pikant und deftig. Foto: Archiv

Milch tanken

Eben kurz ranfahren und Milch tanken: Mehrere Bauernhöfe bieten eine Milchtankstelle an - Milchautomaten, an denen es zu jeder Tages- und Nachtzeit frische Milch direkt vom Hof abfüllen.

Fohlen streicheln in Emden

Sie sind weltberühmt und wunderhübsch anzusehen - streicheln kann man sie aber nur mit Blicken: In der Kunsthalle Emden hängt das Bild „Die Blauen Fohlen“ des Malers Franz Marc. Auch sonst ist die Expressionismus-Sammlung der Kunsthalle schon allen wegen ihrer Farbigkeit ein Muss für die Bucket-List.

Und sonst:

Und wer all das abgehakt hat, kann seine Bucket-List einfach erweitern: Einmal die Runde durch das Runddorf Rysum in der Krummhörn machen. Eine Teezeremonie genießen, den Gallimarkt besuchen, ein Osterfeuer entfachen, sich an Halloween in Esens gruseln und an Silvester Karbidschießen - oder wenigstens dabei zugucken. Und natürlich gibt es noch Schlösser und Parks, Museen und alte Kirchen, idyllische Ortschaften und Häfen, viel Natur und Kultur, Feste und Märkte und und und zu entdecken und erleben.

Halloweenin Esens ist nichts für schwache Nerven. Foto: Melanie Hanz
Halloweenin Esens ist nichts für schwache Nerven. Foto: Melanie Hanz

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