Sansibar Krise im Urlaubsparadies – warum auf Sansibar das Bier knapp wird
Die beliebte Urlaubsinsel Sansibar ist bekannt für ihre traumhaften, weißen Sandstrände, der sehr gut erhaltenen Altstadt Stone Town und dem exotischen Flair. Der Tourismus ist überlebenswichtig, doch nun gibt es ein Problem: Es herrscht Alkoholmangel.
Viele Touristen lassen ihren Tansania- oder Kenia-Urlaub nach den vielen anstrengenden Safaris auf der wunderschönen Insel Sansibar ausklingen. Die Insel liegt im Indischen Ozean und ist berühmt für ihre weißen Sandstrände und dem exotischen Flair. Weil früher auf der Insel besonders viel Handel betrieben wurde, hat Sansibar auch den Spitznamen „Gewürzinsel“ erhalten. Die ehemalige deutsche Kolonie wird regelmäßig als einer der Top-Reiseziele in Afrika gewählt. Für Sansibar ist der Tourismus überlebenswichtig. 2023 kamen rund 630.000 Besucher auf die Insel. Mit dem Geld der Touristen generiert Sansibar über 90 Prozent der gesamten Einnahmen.
Seit einigen Monaten gibt es jedoch großen Unmut, denn auf der Insel herrscht Alkoholmangel. Die Bierpreise sind laut einem Bericht der BBC um 100 Prozent gestiegen, nachdem die Lieferkette durch einen plötzlichen Wechsel der Importeure unterbrochen wurde. Aktuell kostet ein Bier auf Sansibar – für europäische Verhältnisse immer noch sehr günstig – zwei Dollar. Ein Dollar mehr als noch vor ein paar Monaten.
Der Preisanstieg führte auf der Insel dazu, dass mehrere große Hotels entlang der Matemba-Strände im Norden der Insel keine alkoholischen Getränke den Gästen mehr anbieten konnten. Nur noch in der Hauptstadt Stone Town kann man oftmals Bier und andere alkoholische Getränke bekommen. Viele Hoteliers aber auch einfache Barbesitzer sind besorgt, dass über kurz oder lang die Touristen ausbleiben, wenn kein Alkohol mehr serviert werden kann.
„Uns geht das Bier in meiner Bar aus und ich habe nur einen Vorrat an Erfrischungsgetränken“, sagt ein Betreiber dem britischen Portal. Er fordert: „Die Regierung muss handeln. Es ist jetzt Hochsaison, es ist sehr heiß und diese Touristen brauchen Freude, sie brauchen kühles Bier an diesen Stränden.“
Auf Sansibar ist die eigene Herstellung von Alkohol untersagt, da die überwiegende Bevölkerung auf der Insel muslimisch ist. Der Großteil des auf der Insel verkauften Alkohols stammt vom Festland Tansanias, ein Teil wird aus Südafrika exportiert. Seit Januar hat sich die Lage verschärft, als die „Zansibar Liquor Control Board“ die Erneuerung der Lizenzen der drei Importeure verzögerte.
Warum es zu einer Verzögerung gekommen ist, ist noch unklar. Die Alkoholimporteure müssen über ein Lagerhaus und Lieferfahrzeuge verfügen und auf Sansibar geboren sein. Dazu müssen sie jährlich eine Importgebühr von rund 12.000 US-Dollar bezahlen. Sollte sich keine Lösung finden, stehen laut eines Experten 3000 Arbeitsplätze auf dem Spiel.
Teil des Problems könnte auch der Ende Januar zurückgetretene Tourismusminister gewesen sein. Simai Mohammed trat offiziell wegen „ungünstigen und störenden Arbeitsbedingungen“ zurück, wie das lokale Medium „The Citizen“ berichtet. Doch bei der Vorstellung seines Nachfolgers feuerte Präsident Hussein Mwinyi die Gerüchteküche an. Er sprach von einem Interessenskonflikt bei Mohammed. Es heißt, ein Verwandter von ihm stehe mit einem der Alkohol-Importeure in Verbindung, deren Lizenz nicht verlängert wurde.