Energiekosten  Bei EWE werden Strom und Gas teurer

Martin Teschke
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Von Martin Teschke
| 06.02.2024 11:39 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Es wird wieder teurer – zum Glück erst nach der Heizsaison. Foto: Dittrich/DPA
Es wird wieder teurer – zum Glück erst nach der Heizsaison. Foto: Dittrich/DPA
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Das Heizen, Duschen und Kochen wird wieder teurer. Der Oldenburger Energiedienstleister EWE erhöht die Preise. Betroffen sind Zigtausende Kunden. Es geht um mehrere hundert Euro – für jeden.

Ostfriesland/Oldenburg - Was sich seit längerem abgezeichnet hat, wird nun Realität. EWE hebt zum 1. April die Preise für Strom und Gas in der Grundversorgung an. Laut EWE sind davon insgesamt 210.000 Strom- und 105.000 Gaskunden betroffen. EWE ist auch Grundversorger in Ostfriesland. Unterm Strich zahlen Durchschnittshaushalte pro Jahr in der Region dann 62 Euro mehr für Strom. Für Erdgas sind es Mehrkosten von jährlich 455 Euro – macht zusammen 517 Euro pro Jahr zusätzlich. Das teilte der Oldenburger Energieversorger am Dienstag mit.

Während EWE seinen Strom- und Gaspreis in der Grundversorgung, wie angekündigt, über die Wintermonate unverändert lässt, wird der Oldenburger Energieversorger in diesem Tarifsegment zum 1. April den Strom- und Gaspreis anheben, heißt es in der Mitteilung. Betroffen sind von dieser Preisanpassung laut Oliver Bolay, Geschäftsführer der EWE Vertrieb GmbH, insgesamt 210.000 Strom- und 105.000 Gaskunden. Sie erhalten in Kürze von EWE ein persönliches Schreiben zur Preisanpassung.

Die Strompreise im Detail

EWE-Kunden zahlen ab April in der Grundversorgung für Strom pro Kilowattstunde brutto 38,95 Cent und damit 1,98 Cent mehr als heute. Der jährliche Grundpreis von derzeit brutto 199,55 Euro steigt auf brutto 206,29 Euro – so die Mitteilung aus Oldenburg. Für einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 2800 Kilowattstunden ergeben sich dadurch Mehrkosten von rund 62 Euro im Jahr.

Wie Bolay erläuterte, muss EWE trotz eines sich stabilisierenden Energiemarktes den Strompreis anheben – aufgrund gestiegener Netzentgelte und einer gestiegenen Industrieumlage. Mit der Industrieumlage nach Paragraph 19 der Stromnetzentgeltverordnung würden besonders stromintensive Betriebe von den Netzentgelten befreit und die daraus entstehenden Kosten auf alle Letztverbraucher verteilt.

Die Erdgaspreise im Detail

Der Gaspreis steigt pro Kilowattstunde von aktuell netto 13,01 Cent auf netto 13,75 Cent, teilte EWE mit. Da der aktuell bei Erdgas noch gültige reduzierte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent nach jetzigem Stand ab dem 1. April wieder auf 19 Prozent ansteige, ergebe sich für EWE-Kunden dadurch ein neuer Bruttopreis von 16,36 Cent pro Kilowattstunde Erdgas. Ohne die Anhebung der Mehrwertsteuer läge der Bruttopreis bei 14,71 Cent. Für den Grundpreis gilt: Der jährliche Netto-Grundpreis steigt von 170.36 Euro auf 175,94 Euro. Durch die Mehrwertsteueranhebung ergibt sich aus dem neuen Nettopreis ein Bruttopreis von 209,37 Euro. Ohne die Anhebung der Mehrwertsteuer läge der Bruttopreis bei 188,26 Euro.

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Als wesentlichen Grund für den Anstieg des Nettopreises bei Erdgas nennt Oliver Bolay den Anstieg des CO2-Preises und die auch bei Erdgas leicht gestiegenen Netzentgelte. Einem Durchschnittshaushalt mit einem Verbrauch von 17.500 Kilowattstunden Erdgas entstehen ab dem 1. April durch die Preisanhebung und die Anhebung der Mehrwertsteuer jährliche Mehrkosten von 455 Euro.

Das rät EWE den Kunden

Der Großteil der EWE-Strom- und Gaskunden nutzt laut Bolay so genannte Laufzeitverträge mit einer Preisgarantie von zwölf Monaten. Diese seien deutlich günstiger als die Grundversorgungstarife. Sechs Wochen vor dem kundenindividuellen Ende der Vertragslaufzeit schreibt EWE diese Kunden an und bietet ihnen eine Verlängerung des Vertrages an, zu dem Preis, der dann für das jeweilige Laufzeitprodukt gilt, so die Mitteilung. Das heißt, Kunden können sich den dann gültigen Preis wieder für zwölf Monate sichern.

EWE rät von der Preisanpassung betroffenen Kunden dazu, die monatlichen Abschlagsbeträge entsprechend anzupassen, um so Nachzahlungen zu vermeiden. Unter anderem über den EWE-Online Service-Bereich „Mein EWE“ können Kunden Abschlagsbeträge selbstständig ändern. EWE empfiehlt auch, mit Energie sparsam umzugehen – mit Blick auf die Schonung von Ressourcen und den Schutz des Klimas. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu werden.