Hamburg Neue Betrugsmasche bei Ebay und Amazon: Wovor die Polizei warnt
Betrugsversuche beim Online-Shopping sind häufig. Gerade ist eine neue Masche im Umlauf: Die Polizei warnt vor einer Form des Dreiecksbetrugs. Wie der Schwindel funktioniert und wie sie sich schützen können.
Beim Online-Shopping, insbesondere auf Plattformen wie Ebay, Amazon oder Kleinanzeigen.de, kommt es schon länger zu Dreiecksbetrug. Dabei erhält der Täter die Ware, während ein Dritter bezahlt. Das funktioniert so:
Eine Person, nennen wir sie Monika, verkauft einen Laptop über das Internet an einen Betrüger. Monika bekommt von einer dritten Person, nennen wir sie Klaus, das Geld überwiesen. Sie schickt den Laptop an den Betrüger, den sie für Klaus hält.
Der Betrüger verkauft zum Schein nämlich ebenfalls einen Laptop zum gleichen Preis wie Monika. Klaus kauft diesen Fake-Laptop vom Betrüger und bekommt von diesem die Kontodaten von Monika, wohin er das Geld bezahlt.
Allerdings bekommt Klaus Monikas Laptop nicht – der ging ja schon an den Betrüger. Er holt sein Geld zurück. Das geht, wenn man beispielsweise über das Bezahlsystem des Anzeigenportals bezahlt. Am Ende hat der Betrüger den Laptop von Monika, Klaus hat sein Geld zurück, aber keinen Laptop. Die Geschädigte ist Monika, die weder Laptop noch Geld hat.
Hätte Klaus beispielsweise mit der Freundefunktion von Paypal bezahlt, dann hätte er sein Geld verloren und wäre in diesem Betrugsfall der Geschädigte. Er hätte dann dem Betrüger den Laptop von Monika bezahlt.
Nun hat das NDR Verbrauchermagazin „Markt“ eine neue Variante des Dreieckbetrugs aufgedeckt, die auch den Landeskriminalämtern in Niedersachsen und Hamburg bekannt ist. Ging es beim herkömmlichen Dreiecksbetrug darum, an Ware zu kommen, geht es den Betrügern nun darum, das Geld abzugreifen, das andere für ihre Waren bezahlen.
Die Betrüger bieten über Fake-Shops oder gehackte Verkäufer-Accounts günstig Produkte an, die sie allerdings gar nicht besitzen. Bestellt ein Kunde die Ware, dann ordern die Betrüger diese im Namen des Kunden mit dessen Daten und auf Rechnung bei einem seriösen Onlineshop. Dieser Drittanbieter versendet das Produkt an den Kunden. Da der Kunde den bestellten Artikel als Neuware erhält, schöpft er über Wochen oder Monate keinen Verdacht.
„Genau das ist der Plan der Kriminellen“, sagt Andreas Mackenthun vom LKA Hamburg. „Der Betrug soll so spät wie möglich auffallen. In dieser Zeit können die Betrüger noch weitere Kunden abzocken, das Geld in Sicherheit bringen und ihre Spuren im Internet verwischen“.
Das Gemeine an der Masche: Das Betrugsopfer steht am Ende als Täter da, der seine Rechnungen nicht bezahlt. Denn der Drittanbieter, der die Ware versendet hat, fordert irgendwann sein Geld. Die Ware wurde durch den Betrüger auf Rechnung bestellt – und der betrogene Käufer soll nun ein zweites Mal dafür zahlen. Das bereits überwiesene Geld stecken die Betrüger in ihre Tasche. In der Folge sind Mahnungen, Inkassoschreiben, oder sogar polizeiliche Anzeigen von Seiten der Drittanbieter möglich.
Laut Hans-Joachim Henschel vom LKA Niedersachsen ist wenig über die Täter bekannt. Sie könnten aus dem Inland oder Ausland stammen, als Einzeltäter oder in Banden agieren, sagt er dem NDR. Sie nutzen zudem offenbar auch Anonymisierungsdienste, fremde Konten oder Krypto-Währungen, um den Geldfluss zu verschleiern.
Wer auf diese neue Masche des Dreiecksbetruges hereingefallen ist, sollte sofort die Plattform und den Drittanbieter informieren. Außerdem empfiehlt die Polizei, Anzeige zu erstatten. Oft zeigen sich die Drittanbieter dann kulant.
Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollte man genau darauf achten, wo und was man bestellt. Vor allem bei sehr günstigen Schnäppchen ist Vorsicht geboten. Aufschluss darüber, ob ein Händler seriös ist, geben außerdem Bewertungen und Erfahrungsberichte im Netz. Auch der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen kann helfen, betrügerische Online-Shops rechtzeitig zu erkennen.
Es macht auch Sinn, bei Erhalt der Ware den Absender zu überprüfen. Ist es der Verkäufer, bei dem ich bestellt habe? Wenn eine Rechnung beiliegt, obwohl man schon bezahlt hat, könnte auch dies ein frühes Indiz für einen Dreiecksbetrug sein.