Best-of: Folge 1 Kurioser als die Polizei erlaubt – die ungewöhnlichsten Fälle
Die Polizei muss sich in Ostfriesland oft mit ernsten Fällen auseinandersetzen. Aber manchmal sind Dinge dabei, die einen schmunzeln oder den Kopf schütteln lassen. Lesen Sie selbst.
Ostfriesland - Was war das denn? So manche Polizeimeldung liest man mit einem Kopfschütteln. Neben ernsten Einsätzen gibt es im Polizeialltag auch immer wieder Kurioses und erstaunliche Situationen. Und manchmal verwundern Täterinnen und Täter mit ihren – nennen wir es „kreativen“ Einfällen. Wir stellen hier die kuriosesten Polizeimeldungen der vergangenen Wochen vor.
Wie kommt man auf so eine Idee?
So mancher Autofahrer dürfte sich die Augen gerieben haben: Am 16. Dezember 2023 wollten zwei junge Männer in Ihrhove einen Zigarettenautomaten stehlen. Sie hatten den Automaten in einen umgebauten Einkaufswagen gepackt und den hinter ihrem Auto hergezogen.
Laut Polizei beobachteten Passanten das Geschehen. Dann stießen die Beamten auf einen 18-Jährigen und einen 19-Jährigen aus Westoverledingen und stoppten ihre Diebestour. „Manches kann man sich einfach nicht ausdenken. Die Kollegen und Kolleginnen staunten nicht schlecht als sie mitten im Hammrich Ihrhove auf zwei junge Männer trafen, die einen Pkw und dahinter einen Zigarettenautomaten in einem Einkaufswagen mit sich führten und sich etwas durchs Schneegestöber abmühten“, schreibt die Polizei bei Facebook dazu. Das kann man sich tatsächlich sehr gut vorstellen.
Die jungen Männer führten einiges an Tatwerkzeug mit, welches zum Umbau des Einkaufswagens und für den Diebstahl benötigt wurde. Außerdem fanden die Polizisten bei dem 19-Jährigen ein verbotenes Messer. Die Westoverledinger müssen sich wegen Diebstahls mit Waffen, Diebstahl und Sachbeschädigung und einem Verstoß gegen das Waffenrecht verantworten.
Auffällig unauffällig: Rollendes Diebesgut
Außergewöhnlich war auch ein anderer Diebstahl – allein wegen der Größe des Diebesguts: Ein Trecker plus Futtermischwagen sind zwischen dem 28. und 29. Januar 2024 in Jemgum von einem Hof an der Holtgaster Straße gestohlen worden. Die Polizei will es den Dieben möglichst schwer machen, den Trecker weiterzuverkaufen.
Durstiger Dieb landet in Gewahrsam
Noch ein Dieb schafft es in die kuriosesten Fälle, ein durstiger Dieb: Er verschaffte sich Ende Dezember am Abend Zutritt zu einem Hotel in der Heisfelder Straße. Aus einem Kühlschrank – eigentlich für die Hotelgäste bestimmt – stahl er eine Flasche Wein. Als die Polizei ankam, stellten sie fest, dass der Mann 2,80 Promille hatte. Er wurde zum Ausnüchtern in Gewahrsam genommen.
Tierisch herzerwärmend
Es gab auch etwas fürs Herz: Auf Borkum war die Polizei der Freund und Helfer. Allerdings für wildlebende Insulaner. Wie die Polizei mitteilt, passiert das auf der Nordseeinsel schon mal öfter, aber in diesem Fall Ende Dezember sei „ein seltener Nordseebewohner in Not“ gewesen. Ein aufmerksamer Beobachter hatte am Südstrand einen angespülten Katzenhai gefunden, der sich in keinem guten Zustand befand. Die Einsatzkräfte der Borkumer Polizei sicherten den Hai und brachten ihn per „Wassertransport“ zum Aufpäppeln zum Nordsee Aquarium auf Borkum.
Mit dem Kopf durch die Wand – oder so ähnlich
Mit dem Kopf durch die Wand wollte am 9. Januar 2024 ein Emder. Oder besser mit der Windschutzscheibe. Er wollte sich, als er auf der Cirksenastraße stadtauswärts unterwegs war, nicht von einer Bahnschranke aufhalten lassen. Er beschädigte gleich zwei Schranken, die sich absenkten. Trotzdem gelang es ihm tatsächlich, den Bahnübergang zu überqueren. Allerdings nicht ohne Blessuren: Einen Schaden an der Windschutzscheibe hatte er sich eingefangen. Damit machte er sich aus dem Staub.
Zeugen, die alles gesehen hatten, riefen sofort die Polizei Emden. Weil die Zeugen alles detailliert beschreiben konnten, fanden die Beamten den Mann in seinem demolierten Auto sehr schnell. Der 63-jährige hatte 1,10 Promille. Der Führerschein ist erstmal weg. Der Schaden an der Schranke lag im vierstelligen Bereich, sie funktionierte aber noch.
Waage streikt – Schwerer als die Polizei erlaubt
Zu guter Letzt gab es noch eine Verkehrskontrolle der besonderen Art: An der Autobahn 31 zogen die Polizeikräfte im Dezember einen niederländischen Lastwagen raus. Auf dem Parkplatz „Rheiderland“ kontrollierten sie ihn. Der Laster mit Anhänger hatte Metallschrott und Metallspäne geladen und sah schon auf der ersten Blick etwas überladen aus.
Dann wurde gewogen. Oder auch nicht. Denn nun begann der Teil der Kontrolle, der ungewöhnlich, „eine nicht alltägliche Situation“ war, wie die Polizei es beschreibt. Obwohl die Waage für ein Gesamtgewicht von 50 Tonnen ausgelegt war, zeigte sie bei dem Gespann nichts an. Sie verweigerte ihren Dienst. Also mussten Lastwagen und den Anhänger getrennt auf die Waage gestellt werden.
So wurde deutlich, dass das Gespann tatsächlich sehr viel schwerer war als die Polizei erlaubt: Die 40-Tonnen, die auf der Waage hätten aufploppen dürfen, wurden um 40,1 Prozent überschritten, rechnete die Polizei aus. Das Gespann hatte ein Gesamtgewicht von genau 56.040 Kilogramm auf die Waage gebracht. So durfte der Laster natürlich nicht wieder auf die Autobahn. Erst nachdem der Fahrer jede Menge Ladung in einen Container verfrachtet hatte, ging es für ihn weiter. Allerdings nicht ohne Bußgeldverfahren für den Fahrer und den Verantwortlichen der Transportfirma.