Alle 17 Vereinsaussagen Kickers Emden bekommt Lob, Wünsche und Ansagen
Die Konkurrenz in der Fußball-Oberliga stuft Kickers als Topfavoriten ein. Teils gehen die Meinungen aber auseinander. Alle Stellungnahmen im Überblick.
Emden - Kickers Emden ist Spitzenreiter in der Fußball-Oberliga. Am Wochenende geht die Rückrunde los. Unsere Zeitung hat sich bei allen 17 Konkurrenten umgehört. Ist Kickers Emden noch vom Thron zu stoßen? Hier gibt es alle Äußerungen im Überblick.
Bastian Breves (Trainer, FSV Schöningen): „Ich glaube nicht nur an einen Aufstieg von Kickers Emden, ich wünsche es mir auch. Ich kenne Stefan Emmerling schon länger und mittlerweile ist daraus eine Freundschaft entstanden. Wir sind im regen Austausch miteinander. Aber auch unabhängig davon: Kickers hat einen starken Kader, ein tolles Ambiente mit dem Stadion und den Fans. Emden gehört in die Regionalliga. Bersenbrück sehe ich nicht als Konkurrent. Wenn, dann kann am ehesten noch Rehden mithalten.“
Alexander Strehmel (Trainer, SSV Vorsfelde): „Wir haben Kickers Emden ja vor Weihnachten empfangen. Die Mannschaft hat einen gefestigten und souveränen Eindruck gemacht. Sie hat auch sehr viel Erfahrung durch Spieler, die schon höher gespielt haben. Es ist eindeutig: Läuft alles normal, wird Kickers das Ding durchziehen. Der TuS Bersenbrück hat eine ähnliche Qualität und Breite im Kader. Er kann eventuell noch mithalten.“
Michele-Claudio Rizzi (Trainer, USI Lupo Martini Wolfsburg): „Meine Titelfavoriten sind Kickers Emden und der BSV Rehden. Wer das Rennen machen wird, vermag ich nicht zu prognostizieren. Die Liga ist durch die gekommenen Absteiger und Aufsteiger brutal stark in diesem Jahr. Kickers Emden hat als Traditionsverein mit dem bestehenden Gesamtpaket eigentlich nichts in der Oberliga zu suchen. Die Mannschaft ist sehr erfahren und spielt konstant. Die wollen hoch. Wir stellen dagegen keine Ansprüche, beschweren uns aber auch nicht, wenn wir noch lange oben dran bleiben können. Wir sehen uns aber eher als Ausbildungsverein und als Sprungbrett für Spieler in höhere Ligen.“
Antonios Agaoglou (Trainer, 1. FC Egestorf-Langreder): „Kickers Emden ist der absolute Meisterfavorit, durch ist Kickers aber noch nicht. Es kommt jetzt drauf an, wie Emden aus der Winterpause kommt und ob Verletzungen dazukommen. Wenn Tido Steffens und David Schiller länger ausfallen, hat Kickers ein Problem. An sich hat Kickers einen ausgeglichenen Kader mit reichlich höherklassiger Erfahrung. Nun haben sie mit Sobotta noch mal nachgelegt. Vielleicht kann sich Kickers im Frühjahr etwas absetzen. Ansonsten erwarte ich einen engen Kampf in der Spitzengruppe.“
Tobias Langemeyer (Trainer, TuS Bersenbrück): „Kickers Emden ist und bleibt der absolute Meisterfavorit. Die werden aufsteigen. Alles andere wäre bei den Möglichkeiten und dem Team eine Enttäuschung für Emden. Wichtig werden jetzt vor allem die ersten Wochen nach der Winterpause. Wir genießen die aktuelle Situation und wollen so lange wie möglich da oben mitmischen – als Herausforderer von Kickers Emden. Ich bin mir sicher, dass alle Regionalliga-Absteiger wie Rehden und Hildesheim nochmal auf sich aufmerksam machen werden. Auch Schöningen und Delmenhorst hatten in der Hinrunde ihr Potenzial nicht abgerufen.“
Patrick Degen (Trainer, VfL Oldenburg): „Ich vermute stark, dass Kickers Emden nicht mehr von Platz eins zu verdrängen sein wird. Die Qualität im Kader ist einfach enorm, die Mannschaft hat sich gefunden und wird seit der Systemumstellung von Dreier- auf Viererkette deutlich stabiler. Vor allem auf heimischem Platz ist Kickers schwer zu bespielen. Die Standards von Tobias Steffen und Einwürfe von David Schiller sind eine echte Waffe. Im direkten Duell mit uns fand ich Hildesheim superstark, die könnten oben vielleicht noch angreifen.“
Hilger Wirtz von Elmendorff (Trainer, MTV Eintracht Celle): „Kickers ist stark, aber ein Selbstläufer wird der Aufstieg bei weitem nicht. Emden hat sich eine gute Position gebracht, doch müssen die restlichen Spiele auch erstmal bestritten werden. Wir haben in der Liga und im Pokal gegen Emden gespielt und ich muss sagen, dass ich Rehden fußballerisch besser fand. Rehden traue ich auch den Titel zu. Ich denke, dass es noch lange spannend bleiben wird.“
Malte Bösch (Trainer, Heeslinger SC): „Kickers Emden ist der Top-Favorit. Das habe ich vor der Saison gesagt. Und das sehe ich noch immer so. Entschieden ist der Kampf um Platz eins aber noch lange nicht. Es ist ja sozusagen noch nicht einmal Halbzeit. Rehden, Bersenbrück, Hildesheim und auch Atlas Delmenhorst traue ich zu, dass sie da oben noch ein Wörtchen mitreden. Dennoch: Kickers hat einen richtig guten Kader, ist eingespielt und heimstark. Was die Emder aufziehen – mit den Fans, einer Pressekonferenz und und und – ist großes Kino.“
Gerhard Stellies (Manschaftsverantwortlicher, SV BW Bornreihe): „Wenn Kickers Emden den Stiefel normal runterspielt und nichts Gravierendes mehr passiert, dann sollten sich die Emder das nicht mehr nehmen lassen. Sie sind Erster und haben ja noch Spiele in der Hinterhand. Doch es ist noch nicht einmal die Hälfte der Saison gespielt. Insbesondere Bersenbrück, das sich noch einmal verstärkt hat, kann Kickers gefährlich werden.“
Dennis Yeboah (Trainer, SV Ramlingen-Ehlershausen): „Kickers Emden befindet sich in einer ganz anderen Tabellenregion als wir. Aus der Ferne ist der Titelkampf da schwer zu beurteilen. Ich glaube aber, dass Kickers Emden alle Trümpfe in der eigenen Hand hat. Die Mannschaft ist unglaublich gut, steht ganz oben und hat noch mehr Spiele zu bestreiten. Bersenbrück und Rehden sollte man aber auch nicht abschreiben.“
Bastian Fuhrken (Mannschaftsverantwortlicher, Atlas Delmenhorst): „Ich kenne die Emder Mannschaft und das Drumherum ganz gut. Daher kann ich sagen, dass es ganz schwer werden wird, Kickers noch von Platz eins zu verdrängen – sofern das Team die Qualität auf den Platz bringt und von großem Verletzungspech verschont bleibt. Im Fußball kann aber bekanntlich viel passieren. Wir haben die Erwartungshaltung und richtig Bock, das Feld von hinten aufzurollen. Viele Verletzte kehren zurück und wir haben drei Neuzugänge. Platz zwei ist auf jeden Fall machbar. Ob wir Kickers noch angreifen können, wird vielleicht im März abzuschätzen sein.“
Kristian Arambasic (Trainer, BSV Rehden): „Kickers Emden hat eine tolle Truppe zusammengestellt und eine tolle Hinrunde gespielt. Durch sind die Emder aber noch lange nicht. Die Liga ist sehr stark und ausgeglichen, es gibt viele Jäger. Dazu zähle ich neben Bersenbrück, Delmenhorst, Hildesheim und Lupo Martini auch uns. Wir haben allerdings einen ganz anderen Ansatz als Kickers. Emden hat einen erfahrenen Kader, bei uns ist viel junges, frisches Blut dabei. Das zeichnet uns auch aus. Das Aufstiegsrennen wird noch ein großer Fight.“
Dirk Timpe (Vorsitzender, STK Eivelse): „Im Fußball ist bekanntlich alles möglich. Kickers Emden ist der Top-Favorit auf den Titel. Streitig machen könnte diesen möglicherweise noch der TuS Bersenbrück. Die ersten Spieltage nach der Winterpause werden zeigen, ob da noch eine andere Mannschaft mitmischen kann. Manch einem Team gelingt nach so einer langen Pause ein Neustart.“
Frank Willig (Vorsitzender, Arminia Hannover): „Emden hat super Chancen auf die Meisterschaft, ist aber noch vom Thron zu stoßen. Lupo Martini schätze ich stark ein, auch Hildesheim könnte vielleicht noch an Emden herankommen.“
Björn Kollecker (Trainer, Borussia Hildesheim): „Kickers wird am Saisonende auf Platz eins stehen. Ich habe ja zwei Jahre lang mit Markus Unger in Hildesheim das Trainergespann gebildet und weiß, wie er arbeitet. Die Mannschaft ist zudem stark besetzt und wurde nun auch nochmal verstärkt. Wir werden alles daran setzen, auf Platz zwei zu landen. Mitmischen werden da auch noch Bersenbrück und Rehden. Auch Meppen II, die für mich echt überraschen, traue ich weiterhin eine gute Rolle zu.“
Tim Ebersbach (Trainer, Rotenburger SV): „Vor der Saison habe ich Emden und Hildesheim als Meisterfavorit genannt und das sehe ich noch immer so. Beide Teams beherrschen beide Spielstile: Sie sind fußballerisch stark, können aber auch das Robuste. Also ich würde vom Sympathiefaktor her Kickers den Aufstieg gönnen. Die Emder haben offenbar einen tollen Teamspirit und die Fans im Rücken. Ohnehin scheint das regionale Konzept gut anzukommen, wie die Zuschauerzahlen zeigen. Rehden ist spielerisch stark und die dritte Adresse in der Liga. Bersenbrück sehe ich nicht ganz oben, dafür wackelt der TuS auswärts zu oft.“
Volker Dworak (Teammanager, SV Meppen II): „Ich sehe Kickers Emden eigentlich eine Etage höher – würde uns als SV Meppen auch freuen. Zumal es ja auch eine Fanfreundschaft zwischen den Vereinen gibt. Kickers Emden ist vom Umfeld, dem Trainerteam etc. her mindestens auf Regionalliga-Niveau. Sportlich hat Kickers gute Chancen auf den Aufstieg. Wir selbst dürfen aufgrund unserer ersten Mannschaft ja nicht aufsteigen, haben aber den Anspruch, die anderen Vereine zu ärgern und wollen nicht im tabellarischen Niemandsland verschwinden.“