Große Oberliga-Umfrage  Ist Kickers Emden noch zu stoppen? Das sagt die Konkurrenz

| | 01.02.2024 18:26 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
38 Tore und 32 Punkte durfte der BSV Kickers Emden in dieser Oberliga-Saison bislang bejubeln. Die Emder stehen auf Platz eins – und wird das laut Aussagen der Konkurrenz auch am Ende der Saison. Foto: Doden, Emden
38 Tore und 32 Punkte durfte der BSV Kickers Emden in dieser Oberliga-Saison bislang bejubeln. Die Emder stehen auf Platz eins – und wird das laut Aussagen der Konkurrenz auch am Ende der Saison. Foto: Doden, Emden
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Die Fußball-Oberligisten küren Kickers Emden vor dem Rückrundenstart zum absoluten Meisterfavoriten. Sie sehen aber teils nicht chancenlose Herausforderer.

Emden - Die schon vor der Saison klare Favoritenrolle des BSV Kickers Emden ist nun vor dem Rückrundenstart an diesem Wochenende noch einmal klarer geworden. Das ergab eine Umfrage unserer Zeitung bei allen 17 Fußball-Oberliga-Gegnern. Gleich 14 der 17 Verantwortlichen (Trainer, Sportlicher Leiter oder Vorsitzender) sehen Kickers als Titelfavoriten schlechthin. Auch die anderen drei Ansprechpartner der Oberligisten gaben den aktuellen Spitzenreiter als Top-Kandidaten an, sehen allerdings auch andere Teams mit ähnlich guten Chancen auf die Meisterschaft.

Die Trainer von Lupo Martini Wolfsburg und Eintracht Celle – Michele-Claudio Rizzi und Hilger Wirtz von Elmendorff – gehen davon aus, dass Kickers und der BSV Rehden (aktuell Platz sieben) den Titel unter sich ausmachen werden. Tim Ebersbach, Coach des Rotenburger SV, sieht die Emder mit Borussia Hildesheim (aktuell Platz fünf) auf Augenhöhe an der Spitze. Als weitere Titelkandidaten wurde von den Vereinsverantwortlichen neben den bereits erwähnten Teams vor allem auch der TuS Bersenbrück (aktuell Platz zwei) genannt. Auch die Namen Lupo Martini Wolfsburg (aktuell Platz vier) und Atlas Delmenhorst (aktuell Platz zehn) fielen. Gar nicht genannt im Titelkampf wurde der aktuelle Drittplatzierte SV Meppen II. Das Überraschungsteam der Hinrunde darf aufgrund der in der Regionalliga spielenden ersten Mannschaft ohnehin nicht aufsteigen.

Kristian Arambasic möchte Kickers Emden mit dem BSV Rehden an der Tabellenspitze Paroli bieten. Foto: Doden, Emden
Kristian Arambasic möchte Kickers Emden mit dem BSV Rehden an der Tabellenspitze Paroli bieten. Foto: Doden, Emden

Was Kickers Emdens Aufstieg gefährden könnte

Kickers Emden liegt derzeit auf Platz eins mit einem Punkt Vorsprung auf Bersenbrück und hat zudem noch bis zu drei Spiele mehr in der Hinterhand als die Konkurrenz. Entschieden ist der Titelkampf – trotz der klaren Favoritenrolle – für die allermeisten Verantwortlichen der Oberligisten aber noch lange nicht. „Es ist ja sozusagen noch nicht einmal Halbzeit in der Oberliga-Saison“, betont beispielsweise Malte Bösch, Trainer des Heeslinger SC, mit Blick auf die vielen Nachholspiele. „Es kommt jetzt drauf an, wie Emden aus der Winterpause kommt und ob Verletzungen dazukommen. Wenn die Stürmer Tido Steffens und David Schiller länger ausfallen, hat Kickers ein Problem“, sagt Antonios Agaoglou, Trainer des 1. FC Egestorf-Langreder.

Kristian Arambasic, Coach von Titel-Mitfavorit Rehden, weist vor allem auf die Ausgeglichenheit und allgemeine Leistungsstärke der diesjährigen Oberliga hin. „Durch sind die Emder noch lange nicht. Es gibt viele Jäger – dazu zähle ich uns auch. Das Aufstiegsrennen wird noch ein großer Fight“, sagt Arambasic.

Freundschaften zwischen den Trainerteams

Forsche Töne kommen vom Emder Erzrivalen Atlas Delmenhorst, obwohl dieser in der Hinrunde den Erwartungen hinterherhinkte und bereits neun Punkte Rückstand auf Kickers hat. „Wir haben die Erwartungshaltung und richtig Bock, das Feld von hinten aufzurollen“, sagt der Sportliche Leiter Bastian Fuhrken. „Viele Verletzte kehren zurück und wir haben drei Neuzugänge. Platz zwei ist auf jeden Fall machbar. Ob wir Kickers noch angreifen können, wird vielleicht im März abzuschätzen sein.“

Keine Zweifel, dass Kickers Emden am Ende ganz oben stehen wird, haben die Trainer von zwei Emder Mitkonkurrenten um den Aufstieg: Hildesheims Coach Björn Kollecker und Bersenbrücks Tobias Langemeyer. „Ich habe ja zwei Jahre lang mit Markus Unger in Hildesheim das Trainergespann gebildet und weiß, wie er arbeitet“, sagt Kollecker. „Die Emder Mannschaft ist zudem stark besetzt und wurde nun nochmal verstärkt. Wir werden alles daran setzen, auf Platz zwei zu landen.“

Im Rahmen der Umfrage unserer Zeitung verrieten Bastian Breves, Trainer des FSV Schöningen, und Rotenburg-Coach Tim Ebersbach, dass sie dem BSV Kickers den Titel nicht nur zutrauen, sondern sogar wünschen. „Ich kenne Stefan Emmerling schon länger und mittlerweile ist daraus eine Freundschaft entstanden. Wir sind im regen Austausch miteinander“, sagt Breves. „Aber auch unabhängig davon: Kickers hat einen starken Kader, ein tolles Ambiente mit dem Stadion und den Fans. Emden gehört in die Regionalliga.“ Auch Rotenburgs Coacch Tim Ebersbach imponiert die Stimmung im Ostfriesland-Stadion, der Emder „Teamspirit“ und die Spielweise von Kickers.

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