Verkauf von Autos stockt VW in Emden stoppt die Produktion
Bei VW in Emden stehen mal wieder die Bänder still. Das trifft Tausende Mitarbeiter.
Emden - Das Volkswagen-Werk in Emden stoppt für diesen Donnerstag und Freitag die Produktion sowohl der Verbrenner-Modelle als auch der E-Autos. Betroffen sind Tausende von Mitarbeitern, die ihre Schichten Ende August/Anfang September in vier Sonderschichten nachholen müssen.
Grund für den Produktionsstopp sind nachhaltige Absatzschwierigkeiten. „Die Auftragseingänge sind sehr verhalten“, sagte der Emder Betriebsratschef Manfred Wulff im Gespräch mit unserer Zeitung. Mit anderen Worten: In Emden werden momentan Autos gebaut, die nur schwer an den Mann oder die Frau zu bringen sind.
600 Autos am Tag
Das Emder VW-Werk läuft erst seit gut zwei Wochen wieder auf vollen Touren. Nach langen Weihnachtsferien starteten am 8. Januar die Verbrenner und am 15. Januar die E-Autos. Laut Wulff werden eigentlich 300 E-Autos vom Typ ID.4 und ID.7 pro Tag montiert plus insgesamt 300 Passat, Arteon und Shooting Brake. Die reguläre Produktion startet jetzt erst wieder am Montag.
Zusätzlich rückt das endgültige Aus für den Passat in Emden mit raschen Schritten näher. Bereits Ende Februar/Anfang März läuft die Produktion von Passat und Arteon Limousine aus. Die Arteon Limousine wird dann gar nicht mehr gebaut. Die Produktion des Passat Variant wandert nach Bratislava. Ursprünglich war mit dem Produktionsende erst nach Ostern gerechnet worden. Übrig bleibt in Emden der Shooting Brake, von dem dann täglich laut Wulff 40 bis 60 Autos gebaut werden sollen.
Entscheidung bereits vergangene Woche
Die Entscheidung für den zweitägigen Produktionsstopp ist nach Angaben des Betriebsrates im Unternehmen bereits in der vergangenen Woche gefallen. Eigentlich war für diesen Donnerstag ein Medien-Event geplant, bei dem Journalisten auch den neuen ID.7 Tourer kennenlernen sollten. Dieses Ereignis ist nun auf Ende Februar verschoben worden. „Wir waren davon ausgegangen, dass noch die eine oder andere Bestellung kommt“, sagte Wulff unserer Zeitung. „Das ist leider nicht geschehen.“
Das Unternehmen bestätigte den Produktionsstopp. „Am 1. und 2. Februar ruht die Produktion im Volkswagen Werk Emden“, teilte eine Sprecherin mit. Das hätten Betriebsrat und Unternehmen gemeinsam beschlossen. „Grund dafür ist die stagnierende Nachfrage nach dem in Emden produzierten, Anfang März auslaufenden Passat Modell“, so die Sprecherin weiter. Das vor wenigen Wochen vorgestellte und mittlerweile für Kundinnen und Kunden in Deutschland bestellbare Nachfolge-Modell des Passat werde in Bratislava gefertigt.
Arbeiter müssen Schichten nacharbeiten
„Um eine synchrone Fabrikfahrweise im Werk Emden sicherstellen zu können, wird in der MEB-Fertigung am 1. und 2. Februar ebenfalls nicht produziert. Diese Schichten werden an Samstagen in der zweiten Jahreshälfte nachgeholt“, so die VW-Sprecherin. Unter MEB versteht Volkswagen den Modularen E-Antriebs-Baukasten.
Von dem aktuellen Nachfrageeinbruch ist offiziell zwar nur der Passat betroffen. Es gilt aber als offenes Geheimnis, dass auch der ID.4 und der ID.7 noch nicht so gut laufen, wie erhofft. Bereits im vergangenen Jahr war es deswegen zur Streichung von Schichten gekommen. Hunderte Zeitarbeiter mussten das Werk verlassen. Markenweit ordnete der Volkswagen-Konzern für VW einen Einstellungsstopp an – auch für das Werk in Emden.