Hamburg  Donald Trump sucht einen Vize-Präsidenten: Diese Kandidaten sind im Rennen

Johannes Kleigrewe
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Von Johannes Kleigrewe
| 31.01.2024 12:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Donald Trump konkurriert nur noch mit Nikki Haley um die Kandidatur für die Präsidentschaftswahl bei den Republikanern. Foto: dpa/AP/Pablo Martinez Monsivais
Donald Trump konkurriert nur noch mit Nikki Haley um die Kandidatur für die Präsidentschaftswahl bei den Republikanern. Foto: dpa/AP/Pablo Martinez Monsivais
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Donald Trump gilt als haushoher Favorit, um für die Republikaner bei den Präsidentschaftswahlen in diesem Jahr anzutreten. Doch wer würde als Vize-Präsident mit ihm antreten? Während Trump angeblich schon seine Wahl getroffen hat, ranken sich Gerüchte um eine Vielzahl von Kandidaten. Ein Überblick.

Zwar haben die Vorwahlen für die Präsidentschaftskandidaten bei Republikanern und Demokraten in den USA gerade erst begonnen, doch die Gewinner scheinen schon festzustehen. Allen Prognose und Umfragen zufolge, werden erneut Joe Biden und Donald Trump gegeneinander antreten.

Während die beiden Präsidentschaftskandidaten klar im Mittelpunkt stehen, spielen auch ihre – designierten – Stellvertreter eine wichtige Rolle. Trump selbst hat sich zu seinem „running mate“ noch nicht geäußert, auch wenn er schon einen Kandidaten gefunden haben will, wie der Spiegel berichtete.

Welche Kandidaten werden die größten Chancen eingeräumt, wer wird als Außenseiter gehandelt? Der Überblick.

Elise Stefanik: Die Kongressabgeordnete gilt als bedingungslose Unterstützerin Trumps, daher werden ihr gute Chancen auf den Posten des Vize eingeräumt, schreibt die BBC. Stefanik begann ihre Karriere als moderate Republikanerin, hat sich aber mittlerweile ganz Trump verschrieben, um ihre Karriere zu fördern. Bekannt wurde sie in den USA durch ihren Anteil am Rücktritt der Präsidentinnen der Eliteuniversitäten Harvard und Penn nach israelfeindlichen Protesten an den Unis.

Stefanik hatte in dieser Sache viel öffentlichen Druck erzeugt und sich so einen prominenten Platz bei den Republikanern erarbeitet. Als „Belohnung“ durfte sie mit Trump bereits Wahlkampf machen. Ihre Loyalität zum Ex-Präsidenten zeigt sich auch dadurch, dass sie verurteilte Teilnehmer am Sturm auf das Kapitol als „Geiseln“ bezeichnete.

Sarah Huckabee Sanders: In die Kategorie der treuen Gefolgsleute fällt auch die Gouverneurin von Arkansas. Während Trumps Präsidentschaft war sie rund zwei Jahre lang seine Sprecherin im Weißen Haus und trug dabei jede Lüge und Unwahrheit mit.

Doch Sanders und Stefanik bringen einen entscheidenden taktischen Nachteil mit: Sie sind so sehr auf Trump-Linie, dass auch sie kaum gemäßigtere Republikaner oder Wechselwähler ansprechen dürften.

Ben Carson: Der pensionierte Neurochirurg war unter Trump Wohnungsbauminister und könnte dem Ex-Präsidenten helfen, neue Wählergruppen zu erschließen. Auch wenn es überraschen mag, gibt es einige Umfragen, die darauf hindeuten, dass zumindest auch einige Schwarze und Latinos sich vorstellen können, Donald Trump zu wählen. Dies berichtete der Spiegel. Diese Gruppen zählen klassischerweise zu den Wählern der Demokraten. Carson könnte sie gezielt ansprechen.

Auch politisch passt der Ex-Minister zum Ex-Präsidenten: Carson gilt als erzkonservativ und loyal zu Trump. So durfte er den Ex-Präsidenten auch schon im Vorwahlkampf unterstützen.

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J.D. Vance: Der Bestseller-Autor startete seine politische Karriere als erklärter Gegner Trumps, schwenkte dann aber komplett um und zog als großer Trump-Anhänger 2022 in den Senat ein. Der Ex-Präsident erklärte selbst öffentlich, dass Vance ihm „den Arsch küssen“ würde, weil er dessen Unterstützung so sehr wolle, schreibt die „Washington Post“.

Mit seinem Populismus und der völligen Hingabe zu Trump, könnte Vance bei diesem Punkte gesammelt haben. Unklar ist, wie groß sein Nutzen wäre, da er noch relativ neu in der Politik ist und keine größeren neuen Wählergruppen anspricht.

Nikki Haley: Sie ist die einzige verbliebene Konkurrentin im Kampf um die republikanische Präsidentschaftskandidatur – und wäre zugleich eine gute Ergänzung als Vize-Präsidentin: Haley ist eine Frau, vertritt eine für republikanische Verhältnisse moderate Linie beim Thema Abtreibung und ist in der Außenpolitik weniger radikal als Trump.

Würde Trump seine Konkurrentin zur Stellvertreterin machen, könnte er sich viele moderate republikanische Stimmen sichern – und vielleicht auch einige der Demokraten, die von Joe Biden auch nicht überzeugt sind. Haley holte in New Hampshire immerhin über 40 Prozent der Stimmen. Trump wird diese Wählerstimmen brauchen, wenn er Joe Biden schlagen will; doch vielen Haley-Wählern dürfte Trump zu radikal sein.

Bei der Personalie gibt es noch zwei weitere Probleme: Einerseits hat Haley selbst klargemacht, dass sie nicht Trumps Vize sein will. Andererseits ist der Ex-Präsident bekannt dafür, bedingungslose Loyalität einzufordern. Dass Haley weiterhin im Rennen bleibt und ihn auch öffentlich als alten, verwirrten Mann dargestellt hat, dürfte ihn ärgern und davon abhalten, sie als Partnerin in seine Kampagne zu holen.

Tim Scott: Der republikanische Senator aus South Carolina wollte selbst Präsidentschaftskandidat werden. Allerdings waren seine Umfragewerte so schlecht, dass er noch vor der ersten Vorwahl aus dem Rennen ausstieg. Seitdem unterstützt er Donald Trump und machte für ihn Wahlkampf. Auch Scott könnte Wähler aus Minderheitsgruppen ansprechen und Trumps Kampagne so ergänzen.

Kari Lake: Die ehemalige TV-Moderatorin aus Arizona wollte 2022 Gouverneurin in dem Bundesstaat werden und ist glühende Trump-Anhängerin. Die Wahl verlor sie – was sie im Style Trumps bestritt. Das spricht auch gegen sie: Lake hat noch nie eine Wahl gewonnen und dürfte ebenfalls keine Wähler außerhalb des Trump-Lagers ansprechen.

Marjorie Taylor Greene: Der Name der Kongressabgeordneten wird auch genannt. Sie erfreut sich bei Trump-Anhängern großer Beliebtheit. Schlagzeilen machte sie allerdings vor allem mit kruden Verschwörungstheorien.

So erklärte sie unter anderem, Buschfeuer in Kalifornien seien durch jüdische Weltraumlaser verursacht worden. Auch glaubt sie, dass mehrere Amokläufe in amerikanischen Schulen nur vorgetäuscht waren. Mit solchen Thesen wäre sie für Trump eher ein Klotz am Bein als eine Hilfe.

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