Kurzarbeit und Stellenabbau  Weniger Jobs bei Nehlsen Evert Heeren in Leer

Nikola Nording
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Von Nikola Nording
| 31.01.2024 17:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Derzeit herrscht Kurzarbeit bei Nehlsen Evert Heeren in Leer. Foto: Ortgies
Derzeit herrscht Kurzarbeit bei Nehlsen Evert Heeren in Leer. Foto: Ortgies
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Den Schrottplatz am Leeraner Hafen kennt fast jeder. Die Firma Nehlsen Evert Heeren ist allerdings in Schieflage geraten.

Leer - Die Nehlsen Evert Heeren GmbH im Leeraner Hafen ist in wirtschaftliche Schieflage geraten. Wie eine Sprecherin des Unternehmens mitteilt, musste die Gesellschaft in den vergangenen Monaten für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kurzarbeit anmelden. Es betrifft die Werke in Leer und in Emden. „Wir mussten in den letzten Monaten Kurzarbeit einführen, zum 1. Februar stellen wir die Kurzarbeit aber wieder ein. Grund hierfür war die wirtschaftliche Situation an beiden Standorten“, so die Sprecherin auf Nachfrage.

Die Nehlsen E. Heeren GmbH beschäftigt nach eigenen Angaben über 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und bietet an ihren Standorten Dienstleistungen rund um die Metallaufbereitung an. „Das Leistungsangebot umfasst das Recycling von Metallen und Stahlschrotten – von der Alu-Dose über ausrangierte Lkw bis zum Industrieschrott“, teilt das Unternehmen auf seiner Homepage mit. Insgesamt schlage Nehlsen E. Heeren jährlich über 120.000 Tonnen Schrott um und schreddere rund 24.000 Altautos. Der Standort in Leer verfüge über einen eigenen Waggon- sowie Wasseranschluss.

Stellenabbau und Kündigung

Grund für die angemeldete Kurzarbeit seien unter anderem ein geringes Auftragsvolumen und geringe Schrottmengen, so die Sprecherin weiter. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen allerdings nicht nur die Kurzarbeit hinnehmen, auch einen Stellenabbau hat das Unternehmen vollziehen müssen. „Ja, wir mussten Personal abbauen. Das waren unter anderen Fälle, wo Mitarbeiter nahtlos in ihre Rente übergegangen sind. Diese Stellen haben wir nicht nachbesetzt. Eine Person hat die Kündigung zu Ende Februar erhalten“, teilt die Sprecherin auf Nachfrage und nach Rücksprache mit dem Geschäftsführer von Nehlsen E. Heeren, David Appel, mit.

24.000 Altautos werden jährlich am Standort Leer geschreddert. Foto: Ortgies
24.000 Altautos werden jährlich am Standort Leer geschreddert. Foto: Ortgies

Auch wenn die derzeitige Lage schwierig sei, blickt man bei Nehlsen positiv in die Zukunft: „An beiden Standorten, Leer und Emden, gibt es Anzeichen für eine Stabilisierung, so dass wir am Unternehmen festhalten. Zudem sind die Prognosen für das aktuelle Geschäftsjahr vielversprechend, so dass wir optimistisch in die Zukunft schauen“, so die Sprecherin. In den Mitarbeiterkreisen ist man weniger optimistisch. Wie diese Zeitung erfuhr, litten einige Mitarbeiter bereits unter Existenzängsten.

Seit 2020 bei Nehlsen AG

Seit Gründung im Jahre 1954 blickt die Evert Heeren GmbH in Leer auf jahrzehntelange Tradition im Geschäft mit Schrottrecycling zurück. Die jüngste Firmenveränderung passierte zum 1. Juni 2020. Mitten in der Coronazeit übernahm die Nehlsen AG die Interseroh Evert Heeren GmbH mit den Standorten Leer und Emden sowie deren Tochterfirma ALBA Metaal Recycling Nederland B.V. mit Sitz in Groningen von der Alba Group. Sämtliche Geschäfte rund um die Metallaufbereitung wurden zur neu gegründeten Nehlsen E. Heeren GmbH sowie deren 100-prozentiger Tochtergesellschaft Nehlsen Metaal Recycling B.V. ausgeführt.

Ab Februar soll es laut Nehlsen-Sprecher wieder aufwärtsgehen. Foto: Ortgies
Ab Februar soll es laut Nehlsen-Sprecher wieder aufwärtsgehen. Foto: Ortgies

Damals schaute die Nehlsen AG, die weltweit rund 2.600 Mitarbeiter zählt, positiv in die Entwicklung der Standorte Emden und Leer: „Diese Übernahme markiert einen wichtigen Meilenstein in unserer Unternehmensgeschichte und bietet uns die Möglichkeit, unsere Marktposition sowohl in der Breite als auch in der Tiefe auszubauen, zu stärken und uns optimal für die Zukunft aufzustellen“, erklärte damals Oliver Groß, Vorstandsvorsitzender der Nehlsen AG, die Gründe in einer Pressemitteilung. Der Standort in Leer verfüge zudem über einen eigenen Waggon- sowie Wasseranschluss an die Ems. „Dadurch ergeben sich bedeutende Synergieeffekte für alle anderen in Ostfriesland ansässigen Gesellschaften der Nehlsen AG. Zudem sind wir erstmals in den Niederlanden tätig und erschließen den Markt“, so der Vorstandsvorsitzende weiter.

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